Wahl-Countdown: Einer der Steinhagener Bürgermeisterkandidaten tritt nicht an

Damit die Kommunalwahl coronakonform stattfinden kann, sind etliche Änderungen notwendig geworden. Jeder Bürger sollte vorher noch mal in die Unterlagen schauen, damit er am 13. September auch vor dem richtigen Wahllokal steht.

Frank Jasper

Angel Dabarca und Ellen Strothenke haben ihr Kreuz schon gemacht. Mit weiß-rotem Flatterband werden sie den Menschen den Weg durch die Wahllokale weisen, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. - © Frank Jasper
Angel Dabarca und Ellen Strothenke haben ihr Kreuz schon gemacht. Mit weiß-rotem Flatterband werden sie den Menschen den Weg durch die Wahllokale weisen, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. (© Frank Jasper)

Steinhagen. Der Aufwand ist enorm: Im Kreisverkehr und Einbahnstraßenverfahren müssen die Wähler am 13. September durchs Wahllokal geschleust werden. Schilder, Pfeile und Flatterband weisen den Weg. Die Wahlhelfer sitzen hinter Plexiglasscheiben. Den Kugelschreiber fürs Kreuzchen gibt’s geschenkt. Nur so können die coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Dafür braucht es Platz. Darum blieb den Organisatoren, also den Mitarbeitern des Ordnungsamtes, nichts anderes übrig, als die Wahllokale für alle 17 Wahlbezirke auf den Prüfstand zu stellen.

Info

Nicht genug Unterschriften gesammelt


• Der Bürgermeisterkandidat der Satirepartei Die Partei, Glenn Krüger, tritt anders als geplant doch nicht bei der Kommunalwahl an. Krüger hat bis Montagabend nicht die erforderlichen 102 Unterstützerunterschriften vorlegen können. Für den Steinhagener Gemeinderat will Die Partei aber sehr wohl antreten. Heute Abend im Wahlausschuss werden alle Wahlvorschläge abschießend geprüft.

„Das bisherige Wahllokal im Altenzentrum Matthias-Claudius-Haus war von vornherein raus, weil die Wähler dort den Bewohnern – eindeutig eine Risikogruppe – zu nahe kommen würden", erklärt Ordnungsamtsleiterin Ellen Strothenke. „Auch die Kindertagesstätte Rostocker Straße steht uns nicht mehr zur Verfügung, weil sie mitten in der Nacht gereinigt werden müsste, damit dort am nächsten Morgen wieder Kinder reinkönnen", fügt sie hinzu. Darum müssen die Wahlberechtigten in diesem Jahr teilweise in die Mensa der Grundschule Amshausen oder in die Alte Mensa der Realschule gehen.

Mehr Briefwähler erwartet

Auch andernorts wurden neue Räume ausgesucht, um die vorgeschriebenen Hygienekonzepte umzusetzen. Die Bewohner der Wahlbezirke 9 und 10 beispielsweise gehen dieses Jahr in die Turnhalle der Grundschule Steinhagen. Die Bewohner der Wahlbezirke 13 und 14 suchen das Foyer der Realschule auf.

Im Rathaus befindet sich das Briefwahlbüro. Geöffnet werden soll es am 12. August. „Die Tendenz zur Briefwahl hat in den vergangenen Jahren ohnehin zugenommen. Aufgrund der Pandemie rechnen wir damit, dass dieses Mal noch mal mehr Menschen von der Briefwahl Gebrauch machen", sagt Angel Dabarca. Bei der Kommunalwahl 2014 nutzten 30,3 Prozent die Briefwahl, bei der Europawahl 2019 waren es 33,3 Prozent. In Steinhagen gibt es aktuell 16.489 Wahlberechtigte.

136 Wahlhelfer werden zur Durchführung der Kommunalwahl benötigt. „Bisher liegen uns 74 Zusagen vor", sagt Ellen Strothenke. Wer noch helfen möchte, kann sich unter ` 99 71 18 bei ihr melden. Im Corona-Jahr will die Verwaltung möglichst viele Ersatzhelfer in petto haben. „Denn wer an dem Sonntag verschnupft ist, muss zuhause bleiben", so die Ordnungsamtsleiterin.

Stichwahl in Steinhagen sehr wahrscheinlich

Ob es in diesem Jahr eine Wahl-Lobby im Rathaus geben wird, in der wie normalerweise üblich, Politiker und Bürger die eintreffenden Ergebnisse aus den Wahlbezirken gemeinsam verfolgen, ist noch nicht entschieden. Der Ratssaal sei an dem Tag ohnehin für Briefwahlvorstände geblockt, so Ellen Strothenke. Vielleicht sei eine Übertragung der Ergebnisse vors Rathaus möglich.

Viel Arbeit also für das Ordnungsamt, zumal sich der Aufwand zwei Wochen später wiederholen könnte. Denn eine Stichwahl bei der Bürgermeisterwahl ist in Steinhagen sehr wahrscheinlich.

Links zum Thema
Auch die Satirepartei hat einen Bürgermeister-Kandidaten

Hans-Heino Bante-Ortega will Steinhagens nächster Bürgermeister werden


Zum ersten Mal seit 20 Jahren: Grünen-Politiker kandidiert als Bürgermeister


Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.