Kai Funke will Steinhagens Bürgermeister werden

Der Vorsitzende der Unabhängigen Wähler kündigt an, im Sommer zu kandidieren. Auch seine UWG will er „in Fraktionsstärke“ in den Gemeinderat bringen. Er sieht seine Gruppe derzeit klar im Aufwind.

Jonas Damme

UWG-Vorsitzender Kai Funke (vorne) kandidiert als Bürgermeister. Unterstützt wird er vom zweiten Vorsitzenden Bernd Westmeyer und Kassiererin Brigitte Westmeyer (links). Schriftführerin Tanja Meyerhoff ist aus der UWG ausgetreten. Foto: Jonas Damme - © Jonas Damme
UWG-Vorsitzender Kai Funke (vorne) kandidiert als Bürgermeister. Unterstützt wird er vom zweiten Vorsitzenden Bernd Westmeyer und Kassiererin Brigitte Westmeyer (links). Schriftführerin Tanja Meyerhoff ist aus der UWG ausgetreten. Foto: Jonas Damme (© Jonas Damme)

Steinhagen. Der Steinhagener Wahlkampf verspricht spannend zu werden. Jüngst verkündete der parteilose Meik Tischler, dass er sich um das Bürgermeisteramt bewirbt. Auch die Steinhagener CDU hatte bereits angekündigt, einen Kandidaten aufzustellen, einen Namen gibt es aber noch nicht. Amtsinhaber Klaus Besser will sich nach wie vor nicht festlegen.

Nun tritt mit Kai Funke ein weiterer Aspirant auf den Plan. Der 28-Jährige sitzt seit Sommer vergangenen Jahres der traditionsreichen Steinhagener UWG vor. Er beerbte damals den nur kurzzeitig aktiven Peter Petersen.

Des Rückhalts, zumindest seiner verbliebenen Vorstandskollegen, kann sich Kai Funke sicher sein. Brigitte und Bernd Westmeyer stehen hinter seinem Vorhaben. Schriftführerin Tanja Meyerhoff ist aus der UWG ausgetreten – aus persönlichen Gründen, wie Kai Funke angibt. Das verbleibende vierte Vorstandsmitglied ist Funkes Bruder Dennis. Im März soll die Mitgliederversammlung Funkes Vorhaben bestätigen, das dürfte aber eine Formsache sein.

Der verbliebene Vorstand steht hinter ihm

Der gelernte Fachangestellte für Bäderbetriebe ist sich bewusst, dass er, sollte Klaus Besser wieder antreten, einen übermächtigen Gegner hat. Abhalten lässt er sich davon nicht. „Wer wagt, gewinnt. Wer nicht wagt, hat schon verloren!", lautet sein Statement dazu. Funke ist gebürtiger Bielefelder, lebt aber schon seit seiner Jugend in Steinhagen.

Bereits mit zwölf Jahren begann er im damaligen Jugendbeirat der Gemeinde aktiv zu werden. 2009 war er jüngster Ratskandidat im Kreis Gütersloh. Seit Januar 2018 sitzt er im Gemeinderat, erst für die CDU, seit Sommer 2018 fraktionslos. Dort vertritt er die Interessen der UWG, wie er selbst sagt. Immer wieder sorgt der junge Politiker mit seinen kritischen Abrechnungen sowohl im Gemeinderat, als auch in den Sozialen Medien für Aufmerksamkeit, oft auch für großen Unmut.

Die »Wahl & Co.«-Ablehnung oder auch den Streit um das sogenannte »Düfelsieks Wäldchen« hatte er mehrfach für Angriffe auf die etablierten Ratsparteien genutzt. Dass diese aggressive Politik bewusst gewählt ist, hatte er offen zugegeben. „Wir müssen den Finger in die Wunde legen, um wahrgenommen zu werden", hatte er dazu 2019 gesagt.

Wahlkampfthemen: Steuern und Bauen

Seine Wahlkampfthemen sollen dieselben sein, die er in den vergangenen Monaten immer wieder aufgriff. „Ich will mich um Bau- und Gewerbegebiete kümmern, Steuersenkungen erreichen, die Infrastruktur in Steinhagen weiter verbessern", so der 28-Jährige. „Ich habe ja bereits mehr Geld für Straßensanierungen gefordert." Leider werde seine Stimme in der Politik oft nicht gehört. Für den Wahlkampf sei bereits ein Firmenbesuch geplant, außerdem wolle er in den Osterferien mit der klassischen Bürgerarbeit vor Ort starten.

Insgesamt sehe er die UWG seit einigen Monaten im Aufwind, sagt Funke. „Wir hatten bereits viele Anfragen von Interessierten", sagt er. „Und einige werden wohl auch bleiben."

Die Kommunalwahl wollen die Unabhängigen Wähler zusätzlich nutzen, um als Gruppe zurückzukehren. „Wir wollen wieder in den Rat", erklärt Kai Funke, „und zwar in Fraktionsstärke." Mindestens zwei Sitze will die UWG also holen. Das könnte am ehesten klappen, wenn es die Gruppe schafft, über eine Wahlliste einzuziehen. „Zwölf Wahlbezirke zu besetzen, ist realistisch. Wir suchen noch Leute für die restlichen fünf. Aber wenn es so gut läuft, wie im letzten halben Jahr, sollte das klappen."

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.