Halle150.000 Euro von der Stadt: 24-Stunden-Supermarkt soll trotzdem kommen

Der Stadtrat votiert einstimmig dafür, das Projekt in Künsebeck weiter voranzutreiben. Es bleiben allerdings Fragen zu klären.

Marc Uthmann

Die Künsebecker sind ihrem Nahversorger einen Schritt näher gekommen. - © CC0 Pixabay
Die Künsebecker sind ihrem Nahversorger einen Schritt näher gekommen. © CC0 Pixabay

Halle. Nach wie vor will es die Stadt Halle der Tag- und Nachtmarkt GmbH ermöglichen, einen Selbstbedienungs-Tante-Emma-Laden in Künsebeck mit etwa 110 Quadratmetern Verkaufsfläche zu errichten (das HK berichtete). „Dieser Markt macht Sinn", bekräftigte Bürgermeister Thomas Tappe.

Auch wenn die Stadt dafür nun nicht nur das Grundstück hinter der Haltestelle des Haller Willem zur Verfügung stellt, sondern auch einen Finanzierungsanteil von 150.000 Euro leisten muss. „Wir hatten zunächst auf 65.000 Euro gehofft", so Tappe weiter. Doch das soll das Projekt nicht aufhalten. Nach dem Ratsbeschluss wird die Verwaltung nun Fördermittel beantragen, um bis zu 65 Prozent der Kosten über das Dorferneuerungsprogramm zu finanzieren. Sollte es keine Fördermittel geben, kommt das Projekt erneut in die politische Beratung. Die Tag- und Nachtmarkt GmbH würde sich im Gegenzug verpflichten, den Markt 20 Jahre zu betreiben.

150.000 Euro aus dem Stadtsäckel hatten auch Friederike Hegemann, Künsebecker Stadträtin der Grünen, zunächst schlucken lassen, wie sie eingestand.

Eine Prüfung will die Verwaltung noch vornehmen

„Aber dann habe ich gerechnet. Das wären 2,08 Euro jährlich auf 20 Jahre für jeden Künsebecker. Das ist es wert." Damit stieß Hegemann auf fraktionsübergreifenden Zuspruch: „Nutzen wir die Chance jetzt nicht, diskutieren wir weitere 20 Jahre", sagte Harald Stützlein (FDP).

Dem schloss sich auch Thomas Tappe an, machte abschließend allerdings noch auf einen möglichen Stolperstein aufmerksam: „Wir werden prüfen lassen, ob hier ein Vergabeverfahren nötig wäre, weil wir aus öffentlicher Hand ein privates Unternehmen bezuschussen." Dennoch gilt weiterhin: Die Chancen für Tante Emma 2.0 in Künsebeck stehen gut.

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