Gerry Weber kommt "verhältnismäßig gut" durch die Corona-Krise

Zwar bricht der Umsatz von 247,7 Millionen auf 140,5 Millionen Euro ein, aber bislang sei man verhältnismäßig gut durch die Pandemie gekommen.

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Der Modekonzern rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatz zwischen 260 und 280 Millionen Euro. - © Nicole Donath
Der Modekonzern rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatz zwischen 260 und 280 Millionen Euro. (© Nicole Donath)

Halle. Der angeschlagene Modekonzern Gerry Weber ist nach eigener Einschätzung bislang „finanziell verhältnismäßig gut" durch die Corona-Krise gekommen. Zwar stand die Geschäftsentwicklung beim international agierenden Unternehmen unter einem starken Einfluss der Covid-19-Pandemie. Gleichwohl habe sich das Ergebnis vor allem durch den im Zuge des Ende 2019 abgeschlossenen Insolvenzverfahrens vorgenommenen Personalabbau und geringere Abschreibungen deutlich verbessert. Das geht aus dem Finanzbericht für das erste Halbjahr 2020 hervor, den das Unternehmen veröffentlichte.

So lag der Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2020 bei 140,5 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum betrug der Umsatz noch 247,7 Millionen. Alleine den Verlust durch die Pandemie beziffert das Unternehmen auf 57 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem unwiederbringlichen Umsatzausfall von rund 100 Millionen Euro.

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Konzern rechnet mit einem Jahresumsatz zwischen 260 und 280 Millionen Euro

Darüber hinaus seien Flächenschließungen und -verluste ausschlaggebend für den Umsatzrückgang. Bis Ende Juni hatte Gerry Weber 210 der knapp 800 Läden geschlossen. Allerdings ließen sich die aktuellen Zahlen mit denen aus dem Vorjahr nur schwer vergleichen, da Gerry Weber sich 2019 größtenteils in einem regulären Insolvenzverfahren befand.

Das Online-Geschäft wuchs in diesem Zeitraum, vergleichsweise auf einem niedrigen Niveau von 12,5 Millionen im Vorjahr auf nun 13,1 Millionen Euro. Der Onlinehandel werde forciert, Kerngeschäft bleibe aber der stationäre Handel, sagte Unternehmenssprecher Gundolf Moritz.

Für dieses Jahr rechnet der Konzern insgesamt mit Umsätzen zwischen 260 und 280 Millionen Euro. Gleichzeitig sieht ein aufgrund der Pandemie ausgearbeitetes Zukunftskonzept den Abbau von mehr als 200 Arbeitsplätzen vor. Zudem schreibt das Programm noch weitere Zugeständnisse der Vermieter vor. Die Verhandlungen darüber seien aber noch nicht abgeschlossen, betonte Moritz.

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