Bürger wollen mehr Natur im Ravenna-Park - die Stadt hat andere Pläne

Die IGKB schlägt vor, die noch nicht verkauften Flächen des Gewerbegebiets zumindest zwischenzeitlich der Natur zu überlassen. Während sich damit bald der Umweltausschuss befasst, scheinen die Lücken an der A 33 immer kleiner zu werden.

Uwe Pollmeier

Im Ravenna-Park sind nur noch wenige Flächen frei. Die IGKB schlägt vor, diese vorübergehend im Sinne des Naturschutzes zu nutzen. Die Stadt lehnt dies jedoch ab, zumal derzeit wohl intensive Verhandlungen mit zwei Interessenten laufen, die Teile der unmittelbar an der Autobahnauffahrt liegenden Freifläche rechts im Bild kaufen möchten.  - © Ulrich Fälker
Im Ravenna-Park sind nur noch wenige Flächen frei. Die IGKB schlägt vor, diese vorübergehend im Sinne des Naturschutzes zu nutzen. Die Stadt lehnt dies jedoch ab, zumal derzeit wohl intensive Verhandlungen mit zwei Interessenten laufen, die Teile der unmittelbar an der Autobahnauffahrt liegenden Freifläche rechts im Bild kaufen möchten.  (© Ulrich Fälker)

Halle. Die Interessengemeinschaft Künsebecker Bürger (IGKB) hat angeregt, die noch unbebauten Flächen im Ravenna-Park naturnah zu bewirtschaften. Zumindest so lange, bis sie verkauft werden. Über die Idee werden am Mittwoch ab 17.15 Uhr die Mitglieder des Umweltausschusses in der Mensa des Schulzentrums Masch diskutieren. Wie aus der Vorlage zu erkennen ist, ist die Verwaltung jedoch gegen diese Idee.

Der Grund für die ablehnende Haltung dürfte schnell gefunden sein. „Es laufen bereits Verkaufsgespräche für diese Fläche", verrät Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann. Demnach stehe ein Abschluss möglicherweise unmittelbar bevor, und es laufe wohl darauf hinaus, dass die derzeit noch freie, dreieckige Fläche zwischen Gerry Weber und der Autobahnanschlussstelle in zwei Teile geteilt werde.

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Insgesamt handelt es sich um 4,8 Hektar. Der südliche, rund 1,2 Hektar große Zipfel unmittelbar am Kreisverkehr wird von Straßen.NRW genutzt. In den vergangenen Monaten entstand hier ein Salzlager, das möglicherweise schon in wenigen Wochen für sichere Autobahnfahrbahnen sorgen könnte.

Kein Interesse an einer großen Fläche

Die Fläche ist die letzte große Freifläche im Ravenna-Park. Vor einem Jahr hatte Bauamtsleiter Jürgen Keil noch gegenüber dem Haller Kreisblatt erklärt, dass man die Fläche eigentlich nicht teilen wolle. Nun sieht es aber so aus, dass mangels potenzieller Käufer für ein großes Grundstück nun zwei der in größerer Zahl anwesenden Interessenten für eine kleinere Fläche zum Zuge kommen.

Freibleiben wird auf jeden Fall die Fläche zwischen den Straßen Ravenna-Park und Flurstraße. „Hier ist keine gewerbliche Nutzung vorgesehen", sagt Hoffmann. Allerdings ist dieser Bereich angesichts der großen Einschnitte in die Künsebecker Natur der IGKB nicht ausreichend genug. Ebenso ist der durchgängige Grünstreifen zwischen Gerry Weber und Eriks gesetzt.

Verschlechterung der biologischen Vielfalt in Halle

Direkt daneben wird derzeit gebaut. Dabei handelt es sich um den neuen Firmensitz des Straßen- und Tiefbauunternehmens Ebeler, welches derzeit noch in Werther beheimatet ist.

„In den vergangenen Jahren hat sich die biologische Vielfalt erschreckend verschlechtert. Gründe sind der Flächenverbrauch im Ravenna-Park, der Autobahnbau und die intensive Landwirtschaft", begründet Friederike Hegemann, Vorsitzende der IGKB, die Anfang Juni bei der Stadt eingereichte Anregung. Die Freiflächen an den Firmengebäuden seien überwiegend monotone Rasenflächen, die häufig gemäht würden und somit ökologisch gesehen wertlos seien.

Info

Kein Platz für Dönermesser

• Eigentlich wollte das Uyar Technologie-Center, einer der weltweit größten Hersteller von Dönermessern, auf das neben der Fläche des Industriedienstleisters Spie liegende Eckgrundstück Ravenna-Park/Kreisheide umziehen. Obwohl der Umzug schon für das vergangene Jahr geplant gewesen war, fällt er nun aus. Nach Informationen des HK steht das Areal wieder zum Verkauf – ein neuer Kaufinteressent steht allerdings schon bereit. 
• Der Grund für den Rückzug des an der Haller Carl-Bosch-Straße ansässigen Unternehmens ist unklar. Firmeninhaber Ufuk Uyar war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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