SteinhagenSturmbilanz: Diese Schäden hat Sabine im Altkreis hinterlassen

Feuerwehr und Polizei hatten sich auf das als Orkan angekündigte Sturmtief vorbereitet. Die ganz großen Schäden blieben aus.

Claus Meyer, Uwe Pollmeier, Andreas Großpietsch, Jonas Damme, Anja Hanneforth

An der Adlerstraße in Amshausen hatte Sabrina um kurz nach 1 Uhr einen Nadelbaum umgeworfen. Obwohl ein Grundstückszaun in Mitleidenschaft gezogen wurde, blieben Personen- und größere Sachschäden aus. - © Feuerwehr
An der Adlerstraße in Amshausen hatte Sabrina um kurz nach 1 Uhr einen Nadelbaum umgeworfen. Obwohl ein Grundstückszaun in Mitleidenschaft gezogen wurde, blieben Personen- und größere Sachschäden aus. © Feuerwehr

Altkreis Halle. Sturm Sabine hat in der Region weniger gewütet als befürchtet. Bis Montagmorgen verzeichnete die Kreisleitstelle 124 sturmbedingte Einsätze, an denen etwa 600 Einsatzkräfte der Feuerwehr beteiligt waren.

Halle: Fliegende Trampoline und umgestürzte Bauzäune

In Halle gab es bis Montagmittag vier Einsätze. „Es ist wenig passiert und der stärkste Sturm ist weg", zieht Halles Wehrführer Wilhelm Köhne gestern Nachmittag eine erste Bilanz. Im Vergleich zu den starken Stürmen Kyrill (20017) und Friederike (2018) sei Sabine glimpflich verlaufen.Die Polizei hatte bis Montagmorgen kreisweit 62 Einsätze, die meisten ereigneten sich am Sonntag zwischen Mitternacht und 1.30 Uhr. Im Wesentlichen handelte es sich bei den Einsatzanlässen um herabgestürzte Äste, fliegende Trampoline und umgestürzte Bauzäune. Personen sind nicht verletzt worden.

Steinhagen: 13 Einsätze, aber keine Verletzten

Auch wenn es noch deutlich schlimmer hätte kommen können, hielt »Sabine« die Steinhagener Löschzüge in der vergangenen Nacht ordentlich in Bewegung. Auch im Kreis Gütersloh wurden Geschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern gemessen. Ab 40 km/h machen sich Gegenstände selbstständig, ab 100 weht es auch Menschen schon mal von den Füßen. Ab 140 Stundenkilometern sind sogar Autos in Gefahr. Die höchste Geschwindigkeiten wurden in NRW wurden auf dem Kahlen Asten gemessen. Dort erreichte eine Böe 137 km/h.

Amshausen

Den wohl größten Einsatz leistete die Feuerwehr im Amshausen. Dort hatte ein größerer Baum den Gewalten nicht standgehalten und war um kurz nach 1 Uhr aus einem Garten auf die Adlerstraße gestürzt. Mit Säge und vereinten Kräften gelang des den Einsatzkräften trotzdem in weniger als einer Stunde, den Schaden zu beheben. „Glücklicherweise blieb es in Amshausen auch bei dem einen Einsatz", berichtete Feuerwehrsprecher Andreas Kramme.

Ortskern

Deutlich mehr Einsätze hatte der Löschzug Steinhagen zu bewältigen. Insgesamt acht Mal waren die Freiwilligen zwischen 19 Uhr und 8 Uhr morgens unterwegs. Fast immer mussten kleinere Bäume oder Äste beseitigt werden, um die Straßen frei zu machen. Einmal war außerdem eine eingeschlossene Person gemeldet worden.

Insgesamt drei Bäume hatte es allein an der Isselhorster Straße umgehauen. „Dort sind wir bei fast jedem Sturm", berichtet Kramme. Warum gerade dieser Bereich so anfällig ist, wisse er auch nicht. Besonders aufwendig sei keiner der Einsätze gewesen. „Meist konnten wir nach 20 Minuten wieder abrücken."

Brockhagen

Der Löschzug Brockhagen war vier Mal im Einsatz. Erst um 3.41 Uhr war dort der erste Schaden gemeldet worden. Auch dort seien die Sturmfolgen aber überschaubar gewesen. Letzte Bäume beseitigten die Feuerwehrleute noch um kurz vor 10 Uhr morgens.

Friedhof gesperrt

Gärtner Benjamin Metern hatte den Waldfriedhof am Sonntag sicherheitshalber gesperrt. Am Dienstagnachmittag will er ihn wieder öffnen. Trotz einigem Astbruch sind dort allerdings keine größeren Schäden zu verzeichnen. „Es ist ein bisschen was runtergekommen", so Merten im Gespräch mit dem HK. Alles solle schnell aufgeräumt und unsichere Äste abgesägt werden, so dass keine besonderen Risiken mehr bestünden. Tatsächlich umgestürzt sei nur ein Baum auf dem alten Friedhof, der allerdings bereits vorgeschädigt war.

Positives Feedback

„Im Verhältnis zu den Warnungen ist das alles recht harmlos gewesen", resümierte Feuerwehrmann Andreas Kramme. Vor allen Dingen seien seines Wissens kaum Pkw oder Häuser beschädigt worden. Die Sachschäden blieben gering, Verletzte wurden nicht gemeldet.

Der Bauhof, der sich ebenfalls auf den Sturm vorbereitet hatte, wurde nachts nicht gefordert. Am Montag mussten die Mitarbeiter von Norbert Kuznik trotzdem noch einige Holzschäden beseitigen.

Werther: »Nur« ein halbes Dutzend Einsätze

Nach den Warnungen der Meteorologen hatten sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr auf unruhige Stunden eingestellt. „Doch es blieb relativ ruhig", resümiert Pressesprecher Jürgen Blomeier nach einer zwar langen, aber glücklicherweise wenig ereignisreichen Nacht. Rund ein Dutzend Mal musste die Feuerwehr ausrücken, im Gerätehaus Werther hielt sich eine Kernmannschaft in Bereitschaft.

Das erste Mal ausrücken musste sie bereits am Sonntagnachmittag gegen 14 Uhr, als das Sturmtief allmählich an Fahrt aufnahm, den letzten Einsatz fuhren die Kameraden gestern Morgen um kurz nach 7.30 Uhr in Langenheide.

Beim Gros der Einsätze handelte es sich um umgestürzte Bäume, die die Feuerwehr von der Straße räumen musste. An der Ramhorst fuhr ein Pkw gegen einen größeren Ast. Es blieb jedoch bei Lackschäden, der Fahrer konnte seinen Wagen unverletzt verlassen.

Am Esch musste die Feuerwehr die Heckklappe eines Wagens von der Straße räumen, die sich selbstständig gemacht hatte, am Meyerfeld war ein Zaun auf die Straße geweht. Gegen 23 Uhr wurde sie zudem an die Brunnenstraße gerufen, um einen vollgelaufenen Keller auszupumpen.

Eine Anordnung durch den Kreis Gütersloh gab es zwar nicht, dennoch hielt ein kleines Team die Nacht über im Gerätehaus an der Blumenstraße die Stellung, um im Notfall sofort ausrücken zu können. Insgesamt, so Blomeier, sei alles reibungslos gelaufen, zumal die Einsätze nicht gleichzeitig, sondern im Abstand zueinander passierten.

Gestern Morgen rückten die Kameraden ein letztes Mal aus: Im Kreuzungsbereich Diekstraße/Langenheider Straße mussten sie einen umgefallenen Baum von der Fahrbahn sägen.

Versmold: Sabine deckt ein Dach ab

Während Orkan Sabine von Sonntag auf Montag stürmte, blieb die Nacht für die Versmolder Feuerwehr vergleichsweise ruhig. „Es sind definitiv mehr Mülltonnen als Bäume umgefallen", sagte Versmolds Wehrführer Sören Fuest. Vier Mal rückten die Einsatzkräfte im Stadtgebiet aus, das erste Mal am Sonntagabend gegen 18 Uhr, das letzte Mal am frühen Montagmorgen gegen 4 Uhr. 30 Feuerwehrleute der Löschzüge Versmold und Hesselteich waren beteiligt. Drei Mal war ein umgefallener Baum der Grund für den Einsatz, zudem deckte „Sabine" in Peckeloh ein Dach ab. „Wir sind gut um den Sturm herumgekommen", lautet das Fazit von Sören Fuest. Durch das fehlende Laub hätten die Bäume wenig Angriffsfläche geboten. Auch die Tatsache, dass in den vergangenen Jahren wegen Sturmschäden schon viele Bäume gefällt wurden, habe zum glimpflichen Verlauf beigetragen.

Borgholzhausen: Feuerwehr macht Bürgersteig frei

An Borgholzhausen zog das Unwetter offenbar vorbei: Die Stadt fand Aufnahme in den Bericht der Kreispolizei als Ort mit der geringsten Anzahl von Feuereinsätzen. Insgesamt musste die Piumer Feuerwehr in dieser Nacht nur einmal ausrücken, um einen noch nicht komplett abgebrochenen Ast, der über dem Bürgersteig am Haller Weg hing, zu beseitigen.
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