VersmoldAuf dieser Straße in Versmold fahren fast alle Autofahrer zu schnell

Seit dem Endausbau gilt am Wilhelm-Vinke-Ring Schrittgeschwindigkeit. Das Tempo ist allerdings oft höher. Die Stadt wird nun reagieren.

Tasja Klusmeyer

Straßenbreite und -ausbau lassen es nicht unbedingt vermutet: Der Wilhelm-Vinke-Ring ist Spielstraße. Schrittgeschwindigkeit fährt dort fast niemand. - © Tasja Klusmeyer, HK
Straßenbreite und -ausbau lassen es nicht unbedingt vermutet: Der Wilhelm-Vinke-Ring ist Spielstraße. Schrittgeschwindigkeit fährt dort fast niemand. © Tasja Klusmeyer, HK

Versmold. Die Auswertung der Geschwindigkeitsmessung belegte das, was Anwohner oder Passanten beobachteten: Am Wilhelm-Winke-Ring hält sich kaum einer an die vorgegebenen sieben Stundenkilometer (km/h). Etwa 96 Prozent aller Verkehrsteilnehmer überschreiten den Wert – einige sogar sehr deutlich.

Ausschließlich rote Zahlen spuckt wenig überraschend die Analyse der Stadt aus. Das Ergebnis präsentierte die Verwaltung bereits vor knapp einem Jahr zusammen mit den Zahlen aller anderen Messstellen, an denen das Verkehrsdisplay der Stadt zuvor gestanden hatte. Jetzt kam das Thema erneut in der Politik auf den Tisch.

Stadt will nun Blumenkübel aufstellen

Nachgefragt hatte Grünen-Vertreter Klaus Bißmeier im Ausschuss für Mobilität, Energie, Klima und Umwelt. Aus seiner Sicht sei die Verkehrsberuhigung in dem Bereich nicht optimal. „Wir stehen mit einem Anwohner intensiv in Kontakt", schilderte Fachbereichsleiter Dirk Niggemann. Die Stadt wird nun in den Einfahrtbereichen Blumenkübel aufstellen, um „mehr Bewusstsein" für die Spielstraße zu schaffen.

Die Verkehrsmessung hatte im Sommer 2019 stattgefunden. In beide Richtungen wurden über mehrere Tage das Verkehrsaufkommen und die gefahrenen Geschwindigkeit erfasst. Das Durchschnittstempo lag bei 18 km/h, der Maximalwert bei jeweils mehr als 50 km/h. Der für Verkehrsexperten wichtige V 85-Wert betrug 24 und 26 km/h – das heißt, dass 85 Prozent aller Fahrzeuge diese Geschwindigkeit nicht überschritten. Liegt der Wert wie in diesem Fall deutlich über der Richtgeschwindigkeit, werden oft Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung getroffen.

Mehr als die Blumenkübel ist zurzeit nicht geplant. Piktogramme auf der Fahrbahn lehnt der Kreis laut Dirk Niggemann ab; sie brächten erfahrungsgemäß nicht den gewünschten Erfolg. Bodenwellen möchte die Stadt nicht. Sie setzt diese baulichen Veränderungen ausschließlich vor Kitas oder Schulen um.

Politik entsprach Anwohnerwunsch auf Verkehrsberuhigung

Niggemann erinnerte, dass die Planung des Wilhelm-Vinke-Rings von der Stadt seinerzeit für Tempo 30 vorgesehen sei. Für dieses Tempo seien die Messwerte unbedenklich. Mit Blick auf die erlaubte Schrittgeschwindigkeit aber „wird dort zu schnell gefahren". 2014 war der Wilhelm-Vinke-Ring nach Jahren der Planung, Diskussion und Bürgerbeteiligung fertig gestellt worden. Die Politik entsprach mehrheitlich dem Anwohnerwunsch auf Verkehrsberuhigung. Die Verwaltung äußerte sich schon damals skeptisch und hielt wegen der Straßenbreite sowie des Verkehrsaufkommens in dem Viertel mit vielen Mehrfamilienhäusern eine Spielstraße für weniger geeignet.

Der Anwohnerwunsch setzte sich letztlich durch – zumindest in diesem Punkt. An anderer Stelle wurde ihm nicht gefolgt. Die Anlieger hatten sich gegen die Öffnung der Durchfahrt zum öffentlichen Parkplatz an der Berliner Straße ausgesprochen. Die Politik entschied sich dafür und entfernte die Poller. Seitdem bildet der Wilhelm-Vinke-Ring eine direkte Verbindung zur Innenstadt.

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