VersmoldUnterstützung der Grünen: Jäger wollen mehr Nutrias fangen und töten

Der Versmolder Hegering will die invasiven Arten Nutria, Bisamratte und Waschbär eindämmen. Sie verursachen Schäden in der Natur. Nun beantragen die Grünen, ihn dabei finanziell zu fördern.

Marc Uthmann

Nutrias sorgen zunehmend für Schäden an Versmolds Bächen. - © Symbolfoto CC0 Pixabay
Nutrias sorgen zunehmend für Schäden an Versmolds Bächen. © Symbolfoto CC0 Pixabay

Versmold. Auf den ersten Blick klingt es verblüffend: Ausgerechnet die Grünen, die mit der Jägerschaft traditionell doch eher im inhaltlichen Clinch liegen, wollen deren Tun nun auch noch finanziell fördern. Doch genau so liegen die Dinge zumindest in Versmold: Der Ortsverband hat einen entsprechenden Antrag gestellt, über den am Dienstag, 13. April, im Ausschuss für Mobilität, Energie, Klima und Umwelt (MEKU) beraten wird.

Konkret fordern die Grünen, dass die Stadt Lebendfangfallen für den Hegering kauft, mit denen er invasive Arten wie Nutria, Bisamratte und Waschbär bejagen kann. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Auch in Lebendfallen gefangene Tiere werden anschließend erschossen, das Fell wird weiterverwertet – pro Tier bekommen Jäger Fangprämien von je zehn Euro.

Die Grünen begründen ihren Antrag mit den Schäden, die von den invasiven Arten angerichtet werden: „Insbesondere Nutria und Bisam verursachen durch Bautätigkeit und Fraß erhebliche Schäden an Ufern und Dämmen unserer Gewässer." Die Jagd diene dazu, heimische Bäche und Teiche vor Erosion zu schützen. Tassilo Marowsky, Vorsitzender des Hegerings Versmold, freut sich über die Initiative, die ausgerechnet von den Grünen kommt. Er wird im Ausschuss zugeschaltet sein und über die Situation berichten. „Wir brauchen hier in jedem Fall weitere Unterstützung", sagt er im Vorfeld der Sitzung.

Die meisten Lebendfallen sind selbst gebaut

Zwar gibt es schon 50 Lebendfallen in den Versmolder Revieren – „doch die haben die Jäger meist selbst gebaut", erklärt Marowsky. „Gerade im Uferbereich, wo sich Nutria und Waschbär tummeln, brauchen wir professionelle Fallen, die Feuchtigkeit vertragen." Mit einem elektronischen Meldesystem müssen sie ohnehin ausgestattet sein – pro Falle werden da mehr als 500 Euro fällig. „Zwei Fallen pro Jagdbezirk mit Gewässerzonen wären schon mal gut", sagt Marowsky.

Die Maßnahmen würden die Quote wohl noch einmal nach oben schrauben: 2020 fingen die Versmolder Jäger laut Marowsky jeweils rund 100 Nutrias und 100 Waschbären. „Sollten wir einen Zuschuss bekommen, hätten wir schon viel erreicht", sagt der Hegeringleiter. Die Stadt hat der Politik keinen Vorschlag gemacht, ob und wenn ja wie viele Fallen gesponsert werden sollten. Tassilo Marowsky muss den MEKU also vom grünen Antrag überzeugen – es bleibt eine besondere Allianz.

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