VersmoldVersmolder Nagel-Group trennt sich von fünf Standorten

CEO Carsten Taucke spricht beim neuerlichen Verkauf an STEF Group von einer „strategischen Optimierung“. Mit Blick auf die Zukunft hat der Konzernchef eine wichtige Nachricht zu verkünden.

Nicole Donath

Die Nagel-Group hat fünf weitere Standorte in drei Ländern an STEF Group veräußert. Der Konzern spricht von einer „strategischen Optimierung". - © www.andrezelck.com
Die Nagel-Group hat fünf weitere Standorte in drei Ländern an STEF Group veräußert. Der Konzern spricht von einer „strategischen Optimierung". © www.andrezelck.com

Versmold/Paris. Die Nagel-Group gibt ihr operatives Geschäft in Italien, Belgien und den Niederlanden an STEF Group ab. Der Verkauf der insgesamt fünf Standorte, der bis Januar 2021 abgeschlossen sein soll, betrifft 200 Mitarbeiter und macht einen Gesamtumsatz von 95 Millionen Euro aus. Ein entsprechender Kontrakt wurde Freitag unterzeichnet, steht allerdings noch unter Vorbehalt einer Zustimmung des Bundeskartellamtes.

„Infolge der Transaktion werden STEF Group und die Nagel-Group Distributionsvereinbarungen eingehen", erklärt Carsten Taucke, CEO der Nagel-Group, diesen Schritt. „Damit kann die Nagel-Group für ihre Transportabwicklungen in Italien, Belgien und den Niederlanden auch das dortige Verteilnetz von STEF Group nutzen, während STEF ihren Kunden aus diesen Ländern verbesserte Verteilungsleistungen in Deutschland und Zentral-/Nordeuropa anbieten kann."

Die Nagel-Group überprüfe regelmäßig die Effektivität ihres gesamten Netzwerkes, teilte der Konzern am Montag auf Anfrage mit. Falls nötig, nehme man im Rahmen der Strategie Anpassungen vor. - © www.andrezelck.com
Die Nagel-Group überprüfe regelmäßig die Effektivität ihres gesamten Netzwerkes, teilte der Konzern am Montag auf Anfrage mit. Falls nötig, nehme man im Rahmen der Strategie Anpassungen vor. (© www.andrezelck.com)

Grundsätzlich, so Taucke weiter, sei dieses Projekt Teil der strategischen Optimierung in Europa: „In dessen Rahmen konzentrieren wir uns konsequent auf unsere starken Geschäftsfelder und deren Entwicklung. Für Bereiche mit geringem Wachstumspotenzial innerhalb unseres Unternehmens haben wir hingegen interessierte und erfolgversprechende Partner gesucht." Wie ein Sprecher der Nagel-Group am Montag auf Anfrage unserer Zeitung darüber hinaus erklärte, habe der Konzern in diesem Kontext vor wenigen Monaten alle Anteile an den Unternehmen Tiefkühllogistik-Center Wustermark und Tiefkühlcenter Glesien erworben.

Mit der französischen STEF Group hatte Nagel zuletzt Anfang dieses Jahres ein bedeutendes Geschäft gemacht und 49 Prozent eines Joint-Ventures in Frankreich abgegeben: Die Logistique Internationale Alimentaire, um die es hier ging, war ursprünglich ein Nagel-Joint-Venture mit einem weiteren Unternehmen. Nagel hatte das Unternehmen dann zu 100 Prozent übernommen, um im Januar wiederum 49 Prozent an STEF weiterzureichen. Der Schritt sollte dazu dienen, „den Kunden und Mitarbeitern in Frankreich eine langfristige Sicherheit und Entwicklungsperspektive zu gewährleisten", hieß es damals.

STEF bezeichnet auch den neuerlichen Kauf der fünf Nagel-Standorte als „wichtigen Meilenstein" in der Geschäftsentwicklung: „Die Integration (...) wird es uns ermöglichen, unseren Kunden in unseren belgischen, niederländischen und italienischen Netzwerken einen Mehrwert zu bieten und gleichzeitig unsere Präsenz im internationalen Verkehr nach Deutschland zu verstärken", versichert Stanislas Lemor, CEO von STEF. "Wir freuen uns darauf, die neuen Mitarbeiter an Bord zu begrüßen und ihr Know-how in die STEF Group einzubringen."

Auf die Nachfrage, ob bereits für weitere Standorte eine Verkaufsabsicht bestehe, hieß es weiter: „Wir überprüfen regelmäßig die Effektivität unseres gesamten Netzwerks und nehmen, falls nötig, im Rahmen unserer Strategie Anpassungen vor. Die Nagel-Group verfolgt allerdings keine gemeinsame Geschäftsstrategie mit STEF Group." Für beide Seiten sei der Kaufvertrag aus je unterschiedlichen Gründen vorteilhaft und diene der jeweils eigenen Entwicklung.

Die entscheidende Aussage dürfte dabei ohnehin die sein: „Ein Verkauf von Nagel Deutschland ist ausgeschlossen", stellte der Konzern klar.

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