Nach Überfall auf Automaten: Sparkasse schließt Filiale in Oesterweg für immer

Nach der Attacke von Einbrechern Ende März hat die Bank die Situation neu bewertet.

Marc Uthmann

Das Schaltergeschäft ist schon länger Geschichte, nun öffnet auch die SB-Filiale Oesterweg nicht mehr. - © Foto: Jan Herrmann
Das Schaltergeschäft ist schon länger Geschichte, nun öffnet auch die SB-Filiale Oesterweg nicht mehr. (© Foto: Jan Herrmann)

Versmold. Mit kriminellen Angriffen auf ihre Automaten hat die Stadtsparkasse Versmold leider schon einige Erfahrung: Im September 2016 hatten die Täter das Gerät in der SB-Filiale in Loxten gesprengt, waren aber am Tresor gescheitert. Dennoch war hoher Sachschaden entstanden, später entschied die Bank, die Filiale nicht wieder zu eröffnen.

Vor gut zwei Monaten machten sich Eindringlinge mit einer Kreissäge am Geldautomaten in Oesterweg zu schaffen. Auch sie scheiterten, verursachten jedoch ebenso immensen Sachschaden. „Bis auf weiteres“ bleibe die SB-Geschäftsstelle aufgrund des Einbruchsversuchs geschlossen, informierte die Stadtsparkasse bisher auf einem Plakat an der Tür der Filiale und verweist auf ihre Automaten in der Versmolder Hauptstelle, in Peckeloh und in Bockhorst.

Doch mittlerweile ist die Entscheidung gefallen: Die Außenstelle bleibt dauerhaft dicht. Das bestätigte Sparkassen-Vorstand Matthias Hauke dem HK. „Wenn der Einbruch sich nicht ereignet hätte, wäre die SB-Filiale weiter geöffnet geblieben“, betont er. „Doch die Vorfälle haben uns dazu gebracht, die Situation neu zu bewerten.“

Bank hat Sicherheitsbedenken

Und da gibt es durchaus mehrere Aspekte. Zunächst einmal gehe es um die Sicherheit, sagt Matthias Hauke. „Über dieser Filiale befinden sich Mietwohnungen. Natürlich liegt die Verantwortung nicht bei uns, aber wenn es bei so einer Attacke zur Explosion kommt, könnten unter Umständen auch angrenzende Wohnungen betroffen sein. Wir wollen hier verantwortungsvoll handeln.“ Die Stadtsparkasse hat das bis zum Ende des zweiten Quartals 2021 laufende Mietverhältnis bereits gekündigt, damit der Inhaber Planungssicherheit für die Nachfolgeregelung habe.

Hinzu kommen betriebswirtschaftliche Aspekte: „Wir bewegen uns in einer Niedrigzinsphase und müssten hier erheblich in neue Automaten und Sicherheitstechnik investieren. Das ist mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit schwierig“, stellt Hauke klar. Zumal die Bargeldabhebungen kontinuierlich sinken und seit Beginn der Corona-Krise noch einmal spürbar zurückgegangen sind. „Das merken wir ganz deutlich“, sagt der Sparkassen-Vorstand. Mit ihren verbliebenen Automatenstandorten in Versmold, Peckeloh und Bockhorst halte die Bank die Vorgabe, für Kunden innerhalb von zehn Kilometern erreichbar zu sein, klar ein.

In Versmold soll zudem investiert werden: Noch im Juli werden drei neue, leistungsfähigere Terminals installiert.

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