So ticken die Steinhagener Bewerber ums Bürgermeister-Amt

HK-Kandidatencheck spezial: Am Sonntag treten Sarah Süß (SPD) und Hans-Heino Bante-Ortega (CDU) in einer Stichwahl gegeneinander an. Nachdem wir sie in den vergangenen Wochen zu politischen Themen befragt haben, geben sie hier private Einblicke.

Frank Jasper

Wer zieht Anfang November ins Rathaus ein? Am Sonntag entscheidet sich, ob Sarah Süß (SPD) oder Hans-Heino Bante-Ortega die Nachfolge von Klaus Besser antreten.  - © SPD / Frank Jasper / CDU
Wer zieht Anfang November ins Rathaus ein? Am Sonntag entscheidet sich, ob Sarah Süß (SPD) oder Hans-Heino Bante-Ortega die Nachfolge von Klaus Besser antreten.  (© SPD / Frank Jasper / CDU)

Am kommenden Sonntag geht es für Sarah Süß (SPD) und Hans-Heino Bante-Ortega (CDU) in die zweite Runde im Kampf um das Bürgermeisteramt. Bevor sich die beiden zur Stichwahl stellen, haben wir sie noch einmal ganz Persönliches gefragt.

Der perfekte Tag beginnt für mich mit ….

Sarah Süß: ...einem guten Kaffee und einem leckeren Frühstück, am liebsten bei Sonnenschein im Garten.

Hans-Heino Bante-Ortega: ...einer Tasse Kaffee und der Tageszeitung. Vor allem der Heimatteil, die Berichte aus dem Altkreis, die lokale Information ist mir wichtig.

Mein Lieblingsplatz in Steinhagen ist…

Süß: ...der Ortskern, weil unser moderner Marktplatz besonders im Sommer gut besucht ist, weil ich gerne mit einem Eis um den Kirchplatz schlendere und weil der Bürgerpark zu einem Spaziergang im Grünen einlädt.

Bante-Ortega: ...überall dort wo ich auf Mitbürger treffe, auf dem Marktplatz, vor den Lokalen, im Rathaus. In Brockhagen besonders vor und in der Turnhalle am Wochenende. Gleichwohl genieße ich aber auch von Zeit zu Zeit das Alleinsein in der Natur, draußen zu sein in Wald und Feld.

Bei diesem Song bekomme ich gute Laune

Süß: Tim Bendzko’s Song „Hoch" motiviert mich aktuell, auch in der letzten Woche des Wahlkampfs noch einmal alles zu geben: „Auch wenn wir schon weit gekommen sind, wir geh’n immer weiter hoch hinaus"

Bante-Ortega: Alla turca (Türkischer Marsch) von Mozart als klassisches Stück / Every Breath You Take von The Police als Song / aber auch Fly Me To The Moon interpretiert von Diana Krall mit Jazzbezug. Abseits dieser Genres noch die Kubanische Musik, die lateinamerikanischen Rhythmen.

Hans-Heino Bante-Ortega ist 62 Jahre alt und Brockhagener. Er ist Malermeister und Hausmann und tritt als Bürgermeister-Kandidat für die CDU an. Musik ist seine große Leidenschaft. - © CDU
Hans-Heino Bante-Ortega ist 62 Jahre alt und Brockhagener. Er ist Malermeister und Hausmann und tritt als Bürgermeister-Kandidat für die CDU an. Musik ist seine große Leidenschaft. (© CDU)

Was mich im Wahlkampf am meisten bewegt hat

Süß: Die vielen positiven Begegnungen und das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde. Ganz besonders bewegt hat mich ein selbstgemaltes Bild, das mir ein kleines Mädchen geschenkt hat: Ein Fliegenpilz, der mir Glück für die Wahl bringen soll.

Bante-Ortega: Wenn mich Senioren oder Kinder in Steinhagen spontan angesprochen und gefragt haben, ob ich Heino sei. Vor allem haben viele aus meinem persönlichen Umfeld danach gefragt, wie es mir während des Wahlkampfs geht. Eine führsorgliche Geste. Auch das Symbol des Daumendrückens mir gegenüber war immer sehr kräftigend.

Mein politisches Vorbild

Süß: Unser Bürgermeister Klaus Besser. Meine Entscheidung, selbst politisch aktiv zu sein war immer ganz konkret mit Steinhagen verbunden und mit dem Wunsch unsere Gemeinde zu gestalten. Klaus ist für mich in seiner Art des Umgangs mit Menschen und seiner Ansprechbarkeit ein großes Vorbild.

Bante-Ortega: Im kommunalpolitischen in Steinhagen mein Kollege Herbert Mikoteit mit seinem Wissen um die Politik vor Ort. Auf Bundesebene was viele auch so sehen werden, Angela Merkel. Aber alle die sich für die Gesellschaft politisch engagieren genießen ein hohes Ansehen meinerseits, egal ob bekannt oder weniger bekannt.

Ich lese gerade

Süß: „Leere Herzen" von Juli Zeh. Ein Zukunftsroman, der sich mit der Gesellschaft, mit Prinzipien und Überzeugungen und mit Gefahren für unsere Demokratie auseinandersetzt.

Bante-Ortega: Falls ich dazu komme, Moral und Politik von Michael J. Sandel. Er ist politischer Philosoph. Ich lese aber jede Woche die Wochenzeitung „Die Zeit". Für Ferdinand von Schirach interessiere ich mich, von ihm werde ich wohl bald ein Buch lesen.

Wenn ich auf der A33-Brücke stehe denke ich…

Süß: …"ganz schön laut hier" und bin zwiegespalten. Die Anbindung durch die A33 bringt uns viele Vorteile, aber der Lärm und der Verkehr belasten Steinhagen enorm. Jetzt gilt es, das Beste daraus zu machen.

Bante-Ortega: ...viele Autos, viele LKW der Ausdruck und der Beweis der Mobilität. Einerseits spiegelt sich dort unser wirtschaftlich starkes Land wieder, andererseits die Belastung vor Ort. Persönliche Ambivalenz tut sich auf. Der Verkehr auf Dauer muss leiser werden, so meine ich.

Dieses Steinhagener Sportteam feuere ich besonders gerne an

Süß: Da stehe ich ganz neutral und lokalpatriotisch hinter allen Steinhagener Teams und drücke kräftig die Daumen.

Bante-Ortega: Weil ich in Brockhagen zuhause bin natürlich die Handball-Teams des TuS-Brockhagen, nicht ein Team ausschließlich. Aber neulich bei meinem Besuch bei den Steinhagener Fußballern, Erste Herren gegen Dornberg, kam auch dort sofort die sportliche Begeisterung in mir auf. Vor allem betreibe ich gern Spielanalyse.

Heimat bedeutet für mich...

Süß: ...das Gefühl, dort angekommen zu sein, wo man hingehört. Dieses Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit hatte ich in Steinhagen schon nach kurzer Zeit. Steinhagen ist meine Heimat geworden, hier fühle ich mich Zuhause.

Sarah Süß ist 28 Jahre alt und Steinhagenerin. Sie ist Diplom- Rechtspflegerin und tritt als Bürgermeister-Kandidatin für die SPD an. Den meisten ist sie wohl als ehemalige Heidekönigin bekannt. - © Birgit Nolte
Sarah Süß ist 28 Jahre alt und Steinhagenerin. Sie ist Diplom- Rechtspflegerin und tritt als Bürgermeister-Kandidatin für die SPD an. Den meisten ist sie wohl als ehemalige Heidekönigin bekannt. (© Birgit Nolte)

Bante-Ortega: ...sehr, sehr viel! Heimat ist ein großer Teil meiner Identität und gerade jetzt zu Zeiten der Globalisierung, als Gegenbegriff dessen. Heimat ist ja ganz eng mit dem Kommunalen verbunden. Heimatlos ist das Gegenteil von vorhandener Heimat, was uns die Flüchtlingskrise gelehrt hat. Das spricht Bände.

Darauf stoße ich mit einem Steinhäger an

Süß: Hoffentlich am Sonntag auf ein gutes Wahlergebnis, in jedem Fall aber auf die Zukunft!

Bante-Ortega: Auf die Bürgermeisterwahl, ist doch klar.

Wer zum ersten Mal Steinhagen besucht, sollte unbedingt…

Süß: ...ein Spaghetti-Eis im Ortskern essen, durch den Bürgerpark gehen und das historische Museum besichtigen. Wer mehr Zeit mitbringt: Eine kleine Wanderung durch die Patthorst oder den Teuto lohnen sich!

Bante-Ortega: ...die Vielfalt dieser Kommune erfahren, optisch die Gegend und inhaltlich, das was Steinhagen alles vorhält. Die Vereinsvielfalt, die kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen, den Bürgerpark usw. Es gibt auch schöne gepflegte private Gebäude, das sollte man auch im Blick haben.

Der Corona-Herbst wird…

Süß: ...noch einmal eine große Herausforderung für uns alle. Wir haben aus der Pandemie schon eine Menge lernen können. Abstand halten, Maske tragen, Regeln beachten und vor allem Menschen sicher und tagesaktuell informieren halte ich für den richtigen Weg, den Coronaherbst zu überstehen.

Bante-Ortega: ...uns als Gesellschaft noch beschäftigen. Die Pandemie ist gegenwärtig, sie darf nicht unterschätzt werden. Geduld und Verständnis zueinander muss Grundsatz sein. Die Abwägung dessen, was ist verantwortbar zulässig, wird als Aufgabe der Entscheidungsträger im Hinblick auf Lockerungen der Corona-Maßnahmen vorerst bleiben.

An meiner Konkurrentin / meinem Konkurrenten schätze ich…

Süß: ...dass er Wert auf einen fairen Wahlkampf legt und dass wir uns trotz Konkurrenz mit Wertschätzung begegnen können. Zum Abschluss des Markttags donnerstags halten wir oft auch noch einen kleinen Plausch.

Bante-Ortega: ... genau das, was sie auch an mir schätzt.

Wenn ich ins Rathaus einziehe, müssen sich die Mitarbeiter an meine Macke gewöhnen…

Süß: Nervennahrung muss sein, deswegen nasche ich bei der Arbeit gerne mal was Süßes - da ist der Name Programm. Außerdem muss mich unbedingt jemand daran erinnern, meine Pflanzen im Büro zu gießen - die werden bei mir ansonsten vergessen und vertrocknen.

Bante-Ortega: ...schon mal mit Halbsätzen aus meinem spontanen Denken konfrontiert zu sein, meine Situationskomik ertragen und dass ich bei guter Laune schon mal pfeifend durch die Flure spaziere.

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