HalleRing frei zur letzten Wahl-Runde zwischen Tappe und Sommer

Am Sonntag wird sich das Bürgermeisterduell entscheiden. Edda Sommer und Thomas Tappe treffen in der Stichwahl um den höchsten Posten in der Stadt aufeinander. Auf explizite Unterstützung der anderen Parteien kann keine Seite bauen.

Ekkehard Hufendiek, Uwe Pollmeier

Thomas Tappe und Edda Sommer - © Montage: Sandra Neumann
Thomas Tappe und Edda Sommer © Montage: Sandra Neumann

Halle. Aus dem Dreikampf ist vor gut einer Woche ein Duell geworden. Dr. Kirsten Witte, Kandidatin der Grünen, holte 78 Stimmen weniger als Edda Sommer (SPD) und landete somit auf Rang drei und war somit aus dem Rennen. In die Stichwahl der beiden Kandidaten mit meisten Stimmen steht somit Sommer dem CDU-Kandidaten Thomas Tappe gegenüber, der 1.634 Stimmen mehr erhalten hatte, als seine sozialdemokratische Konkurrentin.

Nun werden die Karten neu gemischt, schließlich müssen die 2.743 Wähler, die am 13. September Witte gewählt hatten, nun ihr Kreuz woanders machen. Wird Sommer die zweite Frau nach Anne Rodenbrock-Wesselmann an der Spitze der Stadt, und setzt sie die SPD-Ära fort, oder stellt die CDU 18 Jahre nach dem kürzlich verstorbenen Altbürgermeister Jürgen Wolff in Thomas Tappe das Stadtoberhaupt? Am Sonntagabend gegen 19 Uhr dürfte die Antwort feststehen.

Sommer tingelt

„Ich werde in den nächsten Tagen noch ein wenig durch den Wahlkreis tingeln", sagt Edda Sommer. Der Anruf des Haller Kreisblatts erwischt sie am Montagmorgen ebenfalls zwischen Kaffeetasse und Keksdose. „Ich bin gerade unterwegs und rede mit den Bürgern", sagt die SPD-Kandidatin. Mal kommt es zu einem netten Plausch am Gartenzaun, mal setzt man sich aber auch auf der Terrasse zusammen und knabbert am Gebäck.

„Ich bin überall nett empfangen worden und habe liebe Menschen kennengelernt", sagt Sommer. Natürlich sei man nicht immer einer Meinung, aber darüber könne man ja diskutieren. Sie wird auch noch in der Stadt blicken lassen, insbesondere an den Markttagen. Wie sie den Entscheidungssonntag verbringen werde, habe sie sich noch gar nicht überlegt. „Ich freue mich drauf, es ist ja ein bisschen wie ein Derby. Ich will, dass es losgeht", sagte Sommer. Sie sei „freudig angespannt". Ansonsten werde sie schauen, wie das Wetter ist und vermutlich noch einen Spaziergang dazwischenschieben. „Ich werde mich dann um meinen Hund Rudi kümmern, der ist in den vergangenen Wochen etwas kurzgerkommen", sagt Sommer.

Tappe radelt

„Ich möchten den Menschen ins Bewusstsein rufen, dass die Wahlen am Sonntag wichtig sind und dass sie ihre Stimme abgeben sollen", sagt Thomas Tappe. Daher wolle er Präsenz bei den Menschen zeigen. In welcher Form dies geschehen werde, wollte er vorab nicht im Detail verraten. Natürlich werde dies nicht mehr flächendeckend gelingen, dafür sei auch die Zeit zu knapp. Ein Ort, an dem man Tappe aber sicherlich noch antreffen wird, ist der Haller Wochenmarkt.

Am Sonntag selbst werde er es eher ruhig angehen lassen. „Da werden keine Wahlaktionen mehr stattfinden. Der Walkampf war sehr engagiert, aber am Tag der Wahl muss ich den Bürgern nicht noch auf den Füßen stehen", sagt Tappe. Vernünftiges Wetter vorausgesetzt, werde er mit dem Fahrrad zum Wahllokal fahren und den Tag im Kreise der Familie verbringen. „Alles wird in einem ganz normalen Rahmen ablaufen."

Äpfel für alle

Fünf neue Apfelbäume hat der SPD-Ortsverein am vergangenen Freitag entlang der Neulehenstraße zwischen Kreisverkehr und Wiesenstraße gepflanzt. „Ich finde es jetzt besonders wichtig, einen Beitrag zum aktiven Umweltschutz zu leisten", sagte Sommer beim Einpflanzen der Bäume durch Parteikollege und Gärtnermeister Christian Schulz sowie weitere SPD-Mitglieder.

Damit Trockenheit die jungen Bäume nicht schädigt, hat die SPD direkt die Patenschaft übernommen. „Bewässerungssäcke, die nach und nach das Wasser direkt zum Wurzelbereich des Baumes abgeben, erleichtern das Vorgehen", sagt Sommer.

Ab ins Wasser

Prominente Unterstützung erhielt am Samstag Thomas Tappe. Auf dem Ronchin-Platz begrüßte er Ralph Brinkhaus, den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. „Ich finde, wir brauchen mehr Leute mit sympathischen Frisuren – deswegen Thomas Tappe und Ralph Brinkhaus", sagte das Bundestagsmitglied. Beide sprachen zuvor vor etwa 50 Zuhörern zum Thema Nachhaltigkeit. Sie dehnten das gummiartige Schlagwort auf fast alle Lebensbereiche aus. Thomas Tappe legte dabei den Schwerpunkt auf eine solide Haushaltsführung. Die Steuerlast für Bürger und Gewerbetreibende wolle seine Fraktion niedrig halten. „Das ist Wirtschaftsförderung pur", sagte er.

Zudem sprach er sich für eine ganzheitliche Stadt- und Verkehrsplanung aus. Den Wunsch aus dem Publikum nach einem „einfachen" Freibad befürwortete Tappe: „Ein Freibad wünschen wir uns auch". Am Lindenbad sei dafür die Infrastruktur vorhanden. Das zu erwartende Defizit in Höhe von etwa 500.000 Euro könne die Stadt verschmerzen. Einem Badesee stehe seine Fraktion hingegen sehr kritisch gegenüber.

Ohne Empfehlung

Direkte Unterstützung von den anderen Parteien dürfen die beiden übrig gebliebenen Kandidaten am kommenden Sonntag nicht erwarten. „Wir haben bereits vor dem Wahlsonntag keine Empfehlung abgegeben und werden es auch jetzt nicht tun", sagt UWG-Sprecher Karl-Heinz Wöstmann. Man setze weiterhin auf die Unabhängigkeit und somit das „U" im Namen. „Wir trauen unseren Leuten eine eigene Entscheidung zu", sagt Wöstmann.

Auch die FDP hält sich zurück. „Wir haben uns 2002 für Jürgen Keil starkgemacht und 2009 Fred Kupczyk ins Rennen geschickt. In diesem Jahr bleiben wir unabhängig", sagt FDP-Sprecher Klaus-Peter Kunze. Solch eine Empfehlung wäre ohnehin nur sinnvoll, wenn man sie bereits im ersten Durchgang ausgegeben hätte.

„Wir haben das Thema intensiv angesprochen und waren uns einig", sagt Jochen Stoppenbrink. „Von uns wird es keine Empfehlung geben", sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen. Es gebe keine klare Parteilinie und somit auch keinen Walhinweis der zweitgrößten Fraktion im neuen Stadtrat.

Fünf Fragen

... an EDDA SOMMER:

1. An Thomas Tappe schätze ich seine nette und freundliche Art und den fairen Umgang im Wahlkampf.

2. Als Bürgermeisterin würde ich aus meinem bisherigen Leben vermissen... Vermissen würde ich meine bisherigen KollegInnen.

3. An den vielen Begegnungen der vergangenen Monate hat mich am meisten beeindruckt, dass wir eine sehr vielseitige Stadt sind, in der die Menschen bereit sind sich für die Stadt einzusetzen. Das gilt es noch mehr zu fördern und auch anzuerkennen.

4. Wenn ich ins Rathaus einziehe, müssen sich die Mitarbeitenden an meine Macke gewöhnen. An man schnelles Sprechen und an meinen treuen Begleiter Rudi.

5. Am Anfang werde ich dabei Unterstützung brauchen. Zu Beginn eines neuen Arbeitsverhältnisses ist man immer auf die Unterstützung der KollegInnnen und MitarbeiterInnen angewiesen, um sich in die internen Abläufe und Prozesse einzufinden.

... an THOMAS TAPPE:

1. An Edda Sommer schätze ich den fairen Umgang im Wahlkampf.

2. Als Bürgermeister würde ich aus meinem bisherigen Leben vermissen, die gute Betriebsgemeinschaft bei der Stadt Versmold.

3. An den vielen Begegnungen der vergangenen Monate hat mich am meisten beeindruckt, die Freundlichkeit mit der mir die Menschen in Halle (Westf.) begegnet sind.

4. Wenn ich ins Rathaus einziehe, müssen sich die Mitarbeitenden an meine Macke gewöhnen, dass ich sehr korrekt im Verhalten und Umgang bin.

5. Am Anfang werde ich dabei Unterstützung brauchen, die vielen neuen Kolleginnen und Kollegen namentlich kennen zu lernen....

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