Gewaltige Masten: Warum Amprion die Montage zeitweise ruhen lässt

Während in Borgholzhausen weiterhin über die Gestalt der Stromtrasse gerungen und gestritten wird, laufen die Arbeiten in Halle planmäßig. Die Dimensionen sind gewaltig.

Marc Uthmann

Dieser Mast an der B 68 in Hesseln ist mittlerweile fertiggestellt. - © Ulrich Fälker
Dieser Mast an der B 68 in Hesseln ist mittlerweile fertiggestellt. (© Ulrich Fälker)

Halle. Auf insgesamt acht Kilometern läuft die neue 380-kV-Stromtrasse im Abschnitt Gütersloh-Wehrendorf durch Haller Gebiet. Das Teilstück endet beim Umspannwerk Hesseln. Anders als etwa in Isselhorst und Borgholzhausen hat es gegen den Trassenbau in Halle keine massiven Proteste gegeben. Die ursprüngliche Streckenführung war verschwenkt worden, um die schon durch die Autobahn gebeutelte Postweg-Siedlung zu entlasten.

Arbeiten müssen Rücksicht auf Brutzeiten nehmen

20 Strommasten werden auf Haller Gebiet neu gebaut. Die Masthöhen liegen zwischen 56 und 80 Metern. Der längste Mast steht auf dem Gelände des Süßwarenherstellers Storck, weil unter seinen Trägerarmen das Hochregallager des Unternehmens erweitert wird.

Links zum Thema



Mancherorts, wie etwa an der Bundesstraße 68 in Hesseln, sind die Dimensionen der fertigen Masten nun deutlich sichtbar. Amprion geht dabei schrittweise vor – was auch dazu führen kann, dass die Montage an manchem Standort mitunter ruht.

„Wir arbeiten in verschiedenen Abschnitten und unter Einhaltung aller bauzeitlichen Randbedingungen", erklärt Projektsprecherin Katrin Schirrmacher auf Anfrage des Haller Kreisblattes und nennt als Beispiel, dass Amprion die Brutzeiten von Vögeln berücksichtigen müsse. „Das führt dazu, dass wir zwischen der Gründung, dem Maststocken und der späteren Seilmontage mitunter längere Zeitfenster haben, in denen nicht gearbeitet wird." Diese Verzögerungen sind allerdings einkalkuliert, wie Schirrmacher betont: „Wir liegen voll im Zeitplan. Bis Ende 2021 werden die Arbeiten abgeschlossen sein."

Technisch besonders knifflig bleibt die Anbindung der neuen Hochspannungsmasten an das von Westnetz Innogy betriebene Umspannwerk in Hesseln. Amprion muss zwei Trafos bauen, damit die künftig höhere Spannung dort verarbeitet werden kann, Westnetz wiederum rüstet die eigene Anlage auf. „Wir stehen in engem Austausch mit der Westnetz", so Schirrmacher. „Die Arbeiten in der Umspannanlage werden erst mit der Umstellung der Spannung auf der Leitung von 220 auf 380 Kilovolt abgeschlossen sein."

Netzbetreiber hält 
sich beim Thema Baukosten bedeckt

Was die Baukosten für den gesamten Abschnitt zwischen Gütersloh und Wehrendorf angeht, hält sich der Versorgungsnetzbetreiber weiterhin bedeckt. „Hierzu machen wir keine Angabe." Die zuletzt kolportierten 20 Millionen Euro könne man allerdings „nicht nachvollziehen", so Schirrmacher.

Ab Hesseln geht es sieben Kilometer weiter über Borgholzhausen bis zur niedersächsischen Landesgrenze. Vier dieser sieben Kilometer sollen wie berichtet als Erdkabel verlegt werden. Noch tobt die politische Diskussion um diesen Abschnitt – die Verantwortlichen beim Übertragungsnetzbetreiber Amprion hoffen indes auf eine Genehmigung bis Ende 2021, um die Trasse möglichst verzögerungsfrei weiterbauen zu können.

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.