Brand im Teutoburger Wald: Feuerwehr verhindert das Schlimmste

Auf dem Kamm in Halle und Werther bilden sich am Samstagabend mehrere mächtige Rauchsäulen. Doch die Einsatzkräfte bekommen das Feuer in den Griff. Auch dank ein wenig Glück.

Marc Uthmann, Andreas Eickhoff

Die Flammen hinterließen auf dem Kamm des Teuto verkohlten Boden. Foto: Christian Mathiesen - © Christian Mathiesen
Die Flammen hinterließen auf dem Kamm des Teuto verkohlten Boden. Foto: Christian Mathiesen (© Christian Mathiesen)

Werther/Halle/Bielefeld. „Mir war schnell klar, dass wir in dieser Nacht lange zu tun haben würden“, berichtet Werthers Wehrführer Dirk Hollmann am Sonntag. „Es war gut, dass wir alarmiert wurden, als es noch hell war. So konnten wir unsere Einsatzstelle aufbauen und hatten einen Überblick.“

Ab 20.40 Uhr klingelten die Telefone in den Feuerwehr-Leitstellen Bielefeld und Gütersloh ohne Pause – an insgesamt fünf Einsatzstellen mussten die rund 350 Feuerwehrleute aus Halle, Werther, Steinhagen, Bielefeld, Spenge und Enger am Samstagabend Waldbrände löschen. Einen Kleinbrand auf einer Fläche von etwa 50 Quadratmetern, konnte der Löschzug Künsebeck auf der Anfahrt zum eigentlichen Einsatzort mühelos ersticken.

Großbrand Teuto

„Mit Wind wäre es böse ausgegangen“

Die zweite Einsatzstelle lag oberhalb der bekannten Gaststätte Bergfrieden auf Wertheraner Gebiet, die Einsatzorte drei und vier am Kammweg. Der fünfte Einsatzort wurde oberhalb des Ascheloher Weg in Halle festgestellt, hier hatte sich augenscheinlich Glut von dem Brand am Kammweg gelöst und war den Berg hinabgerollt – bis etwa 70 Meter in Richtung eines Wohnhauses.

„Auf unserem Gebiet war letztlich eine Fläche von 800 Quadratmetern betroffen. Es hat sofort intensiv und lichterloh gebrannt, aber wir konnten die Flammen schnell eindämmen, so dass die Ausdehnung glimpflich war“, sagte Hollmann dem HK. Ähnliches hatte der Haller Wehrführer Wilhelm Köhne am Sonntag zu berichten: „Bei uns war eine ähnlich große Fläche betroffen, nur verteilt auf mehrere Brandnester. Gott sei Dank hatten wir nicht mehr den Wind der vergangenen Tage. Sonst wäre es böse ausgegangen.“

Gegen 23 Uhr hatte das Großaufgebot die Feuer im Wesentlichen unter Kontrolle. Doch weil es auf dem Kamm noch kleine Brandherde gab, zogen sich die Löscharbeiten bis in die Morgenstunden. Gegen 8 Uhr absolvierten die Wertheraner Kräfte eine Kontrollfahrt – nur um gegen 9.35 Uhr mit allen drei Löschzügen erneut alarmiert zu werden: Im Waldstück im Bereich Bergfrieden sollten wieder Glutnester aufgeflackert sein.

Autofahrer behindern Einsatzkräfte

Rund 90 Minuten wässerten die Feuerwehrleute den knochentrockenen Waldboden, ehe sie wieder einrücken konnten. Sowohl die Haller als auch die Wertheraner Wehr überprüften die betroffenen Gebiete am Sonntag erneut: „Wir sollten alle Glutnester erwischt haben“, bilanzierte Werthers Feuerwehrchef Dirk Hollmann am Nachmittag.

Am Brandabend hatte die Polizei großflächige Absperrungen vornehmen müssen. Dutzende Autofahrer hatten sich auf den Weg gemacht und auf dem Ascheloher Weg massiv die Einsatzkräfte behindert.

Brandursachenermittler der Kreispolizeibehörde Gütersloh nahmen noch am Abend die Ermittlungen auf. Da die Brandorte zeitgleich gemeldet wurden und nur 100 bis 200 Meter auseinander lagen, lag der Verdacht der Brandstiftung nahe.

Verdacht der Brandstiftung erhärtet sich nicht

Per Hubschrauber mit Wärmebildkamera überflog die Polizei das Gebiet – gegen 22 Uhr konnten zwei verdächtig erscheinende Männer im Bereich Isingdorfer Feld/ Schulstraße in Werther ausfindig gemacht werden. Die beiden Männer wurden von der Kriminalpolizei noch in der Nacht vernommen, mussten dann aber wieder entlassen werden, weil sich der Tatverdacht nicht erhärten ließ.

Die Polizei Gütersloh sucht weiterhin Zeugen: Wer am Samstagabend verdächtige Beobachtungen rund um das Waldgebiet Werther und Halle gemacht hat, Personen oder Fahrzeuge gesehen hat, wird gebeten, sich an die Beamten zu wenden. Hinweise nimmt die Polizei Gütersloh unter ` (0 52 41) 8 69 - 0 entgegen.

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