Nagel-Group bereitet sich auf intensivere Corona-Tests vor

Im Zuge der Tönnies-Krise rücken Betriebe mit vielen Mitarbeitern, die zudem noch in gekühlten Zonen arbeiten, zunehmend in den Fokus. Auch der heimische Logistiker aus dem Interkommunalen Gewerbegebiet will das Risiko minimieren und plant weitere Maßnahmen. Allerdings, so betont Nagel, habe man ohnehin bereits frühzeitig reagiert.

Tasja Klusmeyer, Marc Uthmann

Die größte Niederlassung des Lebensmittellogistikers Nagel dominiert das Interkommunale Gewerbegebiet Borgholzhausen-Versmold. Stammsitz der Konzernverwaltung ist in Versmold. - © Ulrich Fälker
Die größte Niederlassung des Lebensmittellogistikers Nagel dominiert das Interkommunale Gewerbegebiet Borgholzhausen-Versmold. Stammsitz der Konzernverwaltung ist in Versmold. (© Ulrich Fälker)

Borgholzhausen. Noch ist allerdings nicht klar, in welchem Umfang, an welchen Standorten und in welchem Rhythmus beim Lebensmittellogistiker auf das Virus getestet werden soll. Auch wann es losgeht, muss noch geklärt werden.

„Die Sicherheit und das Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben für die Nagel-Group höchste Priorität. Aus diesem Grund prüfen wir, in gewissem Umfang auch eigene Testkapazitäten für Mitarbeiter aufzubauen, um in Fällen wie in der Region Gütersloh präventiv agieren zu können", sagte Unternehmenssprecher Nils Ortmann auf Anfrage des Haller Kreisblattes. „Dieses Projekt wird parallel zu den aktuellen Maßnahmen hochgefahren und intensiv beraten. Details stehen aber noch nicht fest."

„Ein interdisziplinärer Krisenstab wurde ins Leben gerufen"

Mitarbeiter mit Krankheitssymptomen dürften weiterhin nicht ins Unternehmen kommen, sondern müssten bei Verdachtsfällen „unbedingt einen Arzt kontaktieren", so Ortmann weiter. Zudem werde auf die mittlerweile stark ausgebauten Testmöglichkeiten im Kreis Gütersloh verwiesen. Wie berichtet gibt es mittlerweile sechs Diagnosezentren – darunter eines am Haller Berufskolleg – an dem sich Bürgerinnen und Bürger auch ohne Symptome testen lassen können. Theoretisch ist das auch bei den Hausärzten möglich, sofern diese nicht hoffnungslos überlastet sind.

„Bislang haben die Mitarbeiter der Nagel-Group sich vorbildlich verhalten und durch ihr vorausschauendes Engagement dazu beigetragen, dass es keine Ausbrüche von Covid 19 im Unternehmen gab", betont Nils Ortmann, dass Nagel nicht durch Corona gebeutelt wurde.

Der Logistikkonzern habe im März ein „umfangreiches Covid-19-Maßnahmenpaket ergriffen". Das sei nicht nur geschehen, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen, sondern auch, um den Anteil des Unternehmens bei der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sicherzustellen. „Ein interdisziplinärer Krisenstab wurde ins Leben gerufen, Abstände zwischen den Arbeitsplätzen wurden vergrößert, Hygienehinweise ausgehängt, Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel an die Niederlassungen ausgeteilt." Der Konzern habe die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten deutlich ausgebaut. Wo es notwendig war, seien Trennwände in Büros oder bei der Fahrerabwicklung aufgestellt worden. Schichtpläne wurden so umgestellt, dass sich einzelne Teams nicht mehr persönlich begegnen.

"Wir vermeiden jeden unnötigen persönlichen Kontakt"

„Zusätzlich zu den bestehenden, umfangreichen Konzepten wurden unsere Mitarbeiter während der gesamten Corona-Phase regelmäßig geschult und unsere Maßnahmen sowie Arbeitsabläufe kurzfristig auf neue Erkenntnisse angepasst", berichtet Ortmann. „Kurz: Auch wir halten untereinander Abstand und vermeiden jeden unnötigen persönlichen Kontakt. Diese Regelungen haben weiterhin Bestand."

Als Reaktion auf die aktuelle Situation im Kreis Gütersloh habe man zudem das Gebot zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes kurzfristig erhöht und zusätzliche Hinweise hierzu ausgehängt. „Wir nehmen die Situation sehr ernst und beobachten genau die aktuellen Entwicklungen", so Ortmann.

Auch andere Unternehmen haben bereits Tests gemacht:

Fleischwarenfirmen werden getestet, 65 Versmolder unter Corona-Quarantäne

Corona-Tests bei Stockmeyer

Ergebnisse bei Hörmann

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