Kreis GüterslohUnbekannte sprengen Geldautomaten in Steinhagen - Zeugen gesucht

Trotz eines erheblichen Schadens hielt der Tresor stand. Die Täter konnten kein Bargeld erbeuten. Sie sollen anschließend mit einem Auto geflüchtet sein. Hinweise an: (0 52 41) 86 90.

Andreas Eickhoff, Anja Hanneforth

Anwohner wurden in der Nacht zu Montag von einem lauten Knall aufgeschreckt. - © Lukas Brekenkamp
Anwohner wurden in der Nacht zu Montag von einem lauten Knall aufgeschreckt. © Lukas Brekenkamp

Steinhagen. In der Filiale der Kreissparkasse Halle an der Ecke Bielefelder Straße/ Eickhof ist in der Nacht zu Montag ein Geldautomat aufgesprengt worden. Beute konnten die Verbrecher offenbar nicht machen,berichtet die Polizei. Trotz intensiver Fahndung, unter anderem auch mit Zivilfahrzeugen, konnten die Täter entkommen.

Eine gewaltige Detonation riss die Anwohner gegen 1.40 Uhr aus dem Schlaf. Nachdem sie die Ursache erkannt hatten, alarmierten sie Polizei und Feuerwehr. Der oder die Täter müssen sich gewaltsam Zutritt zu dem Vorraum verschafft haben.

Kriminalpolizei sichert die Spuren

Mitarbeiter der Kriminalpolizei sicherten noch in der Nacht Spuren in der Selbstbedienungsabteilung der Zweigstelle, die durch die Sprengung des Geldautomaten völlig verwüstet wurde. Glasscheiben zersplitterten und
barsten, Splitter lagen weit verstreut vor dem Gebäude. Bis in die frühen Morgenstunden waren die Beamten damit beschäftigt, den Tatort möglichst genau zu dokumentieren und jeden Hinweis auf den oder die Täter zu sichern.

Erfahrungsgemäß hinterlassen die Täter aber keine oder nur wenige Spuren. Wie vor gut zehn Monaten, als versucht wurde den Geldautomaten der nur
wenige hundert Meter entfernten Volksbank-Filiale zu sprengen. Nachdem zunächst alle drei Löschzüge der städtischen Feuerwehr alarmiert worden waren, konnten die Kameraden aus Amshausen und Brockhagen nach eine
ersten Erkundung schnell wieder einrücken. Die Feuerwehrleute des Löschzuges Steinhagen unterstützten die Polizei mit dem Ausleuchtend der Einsatzstelle und bei Absperrmaßnahmen. Sie konnten nach gut einer Stunde
wieder einrücken.

Täter machen keine Beute

Trotz eines erheblichen Schadens, der durch die Sprengung angerichtet wurde, konnte der Tresor standhalten. So konnte kein Bargeld erbeutet werden.

Wie viele Personen an dem Einbruch beteiligt waren, mit welchen Mitteln sie den Automaten versucht haben zu sprengen, und wie hoch der erhebliche Sachschaden ist, dazu kann die Polizei noch keine Angaben machen. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren", betont Polizeisprecher Mark Kohnert. Er bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Zeugen, denen nahe dem Tatort ein verdächtiges Fahrzeug oder Personen aufgefallen sind, werden gebeten, sich bei der Polizei in Gütersloh unter (0 52 41) 869-0 zu melden.

Filiale bleibt bis auf Weiteres geschlossen

Die Sparkassenfiliale an der Bielefelder Straße bleibt bis auf Weiteres geschlossen. „Wir können noch nicht sagen, wann es hier weitergehen kann", bedauert Sprecherin Heidi Kirsch. Sie berichtet, dass es für die Mitarbeiter ein Schock war, als sie die Filiale am Morgen nach der Tat gesehen haben. „Allerdings sind sowohl der Filialleiter als auch die Kollegen bereits vor Dienstbeginn über den Einbruch informiert worden."

Wie Heidi Kirsch weiter erklärt, seien alle fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inzwischen in die Filiale an den Pulverbach umgezogen und dort unter ihren bekannten Telefonnummern für die Kunden zu erreichen. „Es trifft sich gut, dass Corona-bedingt aktuell keine Veranstaltungen stattfinden können." So habe der PC-Service des Hauses den Veranstaltungsraum in einer Ad-hoc-Aktion in ein Büro umfunktioniert – „und aufgrund der Größe des Raums sind auch Corona-Abstände gut zu wahren", so die Sparkassensprecherin.

Wann die Filiale an der Bielefelder Straße wieder öffnen kann, hinge auch damit zusammen, wie schnell sich Handwerker finden lassen, um die Reparaturen durchzuführen und wie schnell sich Ersatz für den schwerbeschädigten Automaten beschaffen lässt. „Bis dahin müssen wir mit dem Provisorium am Pulverbach vorliebnehmen", so Heidi Kirsch.

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