Steinhagens Mini-Weihnachtsmarkt setzt großes Zeichen

An vier Donnerstagen werden drei Hütten auf dem Steinhagener Wochenmarkt für etwas Winterzauber sorgen. Am 19. November zum ersten Mal. Aufgeben war trotz Corona keine Option.

Frank Jasper

An drei Hütten werden an vier Donnerstagen im November und Dezember unter anderem Holzarbeiten, Socken, selbst gebackene Plätzchen, Nüsse, Liköre und mehr verkauft. - © Sonja Faulhaber
An drei Hütten werden an vier Donnerstagen im November und Dezember unter anderem Holzarbeiten, Socken, selbst gebackene Plätzchen, Nüsse, Liköre und mehr verkauft. (© Sonja Faulhaber)

Steinhagen.Mit der Absage des Steinhagener Weihnachtsmarktes im August war noch nicht das letzte Wort gesprochen. Wie AGS-Vorsitzende Katja Tarun bereits im Sommer angekündigt hatte, wollen die Veranstalter als Ersatz mit einigen Hütten auf dem donnerstags stattfindenden Wochenmarkt vertreten sein, um zumindest etwas Vorweihnachtsstimmung in den Ort zu bringen. Gestern stellten die Organisatoren ihr Konzept vor, das sogar den strengen Regulierungen während des vorerst bis Ende November geltenden Lockdowns gerecht werde, wie Katja Tarun auf HK-Nachfrage bestätigt.

Unterschiedliche Belegung der drei Hütten

An den Donnerstagen 19. und 26. November sowie 3. und 10. Dezember werden nachmittags neben den üblichen Verkaufsständen des Wochenmarktes auch drei Weihnachtsmarkthütten stehen, an den die Besucher Präsente, Dekorationsartikel, Gebäck und mehr kaufen können. Eine der Hütten ist am 19. und 26. November für den Heimatverein Steinhagen reserviert, am 3. Dezember für die Justizvollzugsanstalt und am 10. Dezember für die AWO. In der zweiten Hütte wird Wolfgang Pitz an allen vier Terminen seine Liköre verkaufen. In der dritten Hütte wird es ein gemischtes Sortiment geben, das die Steinhagener Kindergärten, Schulen, Vereine, das Haus der Jugend und das Historische Museum zur Verfügung stellen. Kurzum: Der Wochenmarkt wird um drei Weihnachtsmarktstände ergänzt.

Katja Tarun: „Tolle Resonanztrotz Corona"

Ob es kulturelle Programmpunkte an den Dezemberterminen geben kann, hänge vom Pandemiegeschehen und den dann geltenden Regeln ab, so die AGS-Vorsitzende. Dass die Drehorgel zu hören sein wird, stehe fest, ob aber Chöre auftreten können, kann Katja Tarun noch nicht bestätigen. „Wir stehen in Kontakt mit Kantorin Annette Petrick, die vielleicht mit dem Posaunenchor spielen wird."

 

AGS-Vorsitzende Katja Tarun hält die Tradition trotz Pandemie am Leben. - © Jonas Damme
AGS-Vorsitzende Katja Tarun hält die Tradition trotz Pandemie am Leben. (© Jonas Damme)

Ziel sei es nach der Absage des Weihnachtsmarktes gewesen, mit wenig Aufwand doch noch etwas auf die Beine zu stellen. „Wir hatten bereits vor der offiziellen Absage das Gespräch mit dem Steinhagener Ordnungsamt gesucht, ob sie unser Konzept mittragen", berichtet Katja Tarun. Zu den aktuellen Auflagen gehört, dass sich nicht mehr als zwei Personen in den Hütten befinden dürfen und davor die nötigen Abstände eingehalten werden. „Darauf werden wir achten", hebt Katja Tarun hervor. Einen Getränkeausschank werde es nicht geben, betont sie außerdem. Es gelte, Menschenansammlungen zu vermeiden.

 

Kommentar

In dubio pro Dominostein

• In diesen tristen Zeiten ist die Ankündigung des Mini-Weihnachtsmarktes ein echter Lichtblick. Denn anderswo, etwa in Bielefeld, wurde der Budenzauber komplett abgesagt. Als gemeinnützige Veranstaltung, in der Spenden für soziale Zwecke gesammelt werden, nimmt der Steinhagener Weihnachtsmarkt eine Sonderstellung ein. Denn jeder verkaufte Dominostein bedeutet nicht nur Genuss für den Käufer, sondern Unterstützung für Menschen, denen es nicht so gut geht. Bei allen Zweifeln aufgrund der Pandemie stand darum schnell fest, dass zumindest eine coronakonforme Alternative durchgeführt werden soll. Dafür gebührt der AGS Anerkennung. Sie würdigt damit auch den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen, die wieder für den Weihnachtsmarkt gestrickt, gebastelt und gebacken haben. Kaufen Sie viele Dominosteine – und genießen Sie sie mit Abstand!

Frank Jasper

Mit dem Mini-Weihnachtsmark – die AGS spricht vom Weihnachtsmarkt XXS – sollen auch Einnahmen für soziale Projekte garantiert werden. Denn anders als die meisten Weihnachtsmärkte in der Region ist der Steinhagener Weihnachtsmarkt gemeinnützig. Der Erlös aus den an den Ständen verkauften Produkten geht an die AGS, die das Geld wiederum an verschiedene Projekte und Institutionen weitergibt. „Dank des unermüdlichen Einsatzes der vielen Helfer konnte in den vergangenen Jahren ein Reinerlös von 1,8 Millionen Euro erzielt werden", teilt die AGS mit. „Mit dem Geld konnte vielen Menschen in unserer Gemeinde geholfen werden, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen."

Zwar hätten in diesem Jahr aufgrund der Pandemie keine Ferienspiele und keine Freizeiten stattgefunden, die von der AGS traditionell unterstützt werden, trotzdem lägen Anträge, vor, die die Aktionsgemeinschaft auch in schweren Zeiten bedienen möchte. „Darum finde ich es toll, dass die Resonanz aus den Kindergärten, Schulen und Vereinen trotz Corona so groß ist", sagt Katja Tarun.

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