Weihnachtsmarkt fällt wegen Corona aus - doch es gibt ein Trostpflaster

Die AGS sagt die Großveranstaltung für dieses Jahr coronabedingt ab. Stattdessen soll es wöchentliche Stände auf dem Marktplatz geben.

Jonas Damme

Im vergangenen Jahr fuhr der Nikolaus, wie es Tradition ist, mit seinem Christkind vor. Dieses Jahr wird es die Süßigkeitenverteilaktion nicht geben.  - © Birgit Nolte
Im vergangenen Jahr fuhr der Nikolaus, wie es Tradition ist, mit seinem Christkind vor. Dieses Jahr wird es die Süßigkeitenverteilaktion nicht geben.  (© Birgit Nolte)

Steinhagen. Bei der Mitgliederversammlung im Dietrich-Bonhoeffer-Haus machte es die Aktionsgemeinschaft Steinhagen (AGS) offiziell: Der Weihnachtsmarkt 2020 fällt aus. „Wir haben es uns mit dieser Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht", bittet die stellvertretende Vorsitzende Renate Kampmann um Verständnis. „Es hat nichts mit ’Nicht wollen’ zu tun."

Getränkebuden, vor denen sich die Gäste in mehreren Reihen drängelten, oder das Eng-an-eng-Beisammenstehen seien in diesem Jahr einfach nicht denkbar. Bereits im Vorfeld hätten viele Teilnehmer das Gespräch mit der AGS gesucht und ihre Teilnahme abgesagt. Außerdem sei es durchaus möglich, dass die Zahl der Coronainfektionen im Herbst und Winter wieder ansteigen. Priorität habe: „alles zum Schutz unserer Mitmenschen" zu tun, „damit das Virus sich nicht weiter unkontrolliert ausbreitet. Abstand halten ist das oberste Gebot." Die Abstands- und Hygieneregeln wären auf dem Markt nicht kontrollierbar einzuhalten, so die AGS.

Renate Kampmann, stellvertretende Vorsitzende, überbrachte die schlechten Nachrichten. - © Birgit Nolte
Renate Kampmann, stellvertretende Vorsitzende, überbrachte die schlechten Nachrichten. (© Birgit Nolte)

Die Absage sei eine endgültige, so Renate Kampmann. Das Steinhagener Team ist das erste im Altkreis, das diesen deutlichen Schritt geht.

Eine kurzfristige Absage wäre noch unangenehmer

Womöglich würden solche Veranstaltungen in den kommenden Monaten sowieso verboten. Eine kurzfristige Absage wäre aber noch unangenehmer, weil mit viel Arbeit und großen Kosten verbunden. 20.000 Euro kostet die AGS allein das Aufstellen der WCs, der Bühne und der anderen Einrichtungen. Trotzdem betont das Team noch einmal, dass ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen sei. Nur „schweren Herzens haben wir uns deshalb zur Absage durchgerungen", schreibt die AGS per Pressemitteilung.

Auch wenn der Weihnachtsmarkt unersetzbar ist, möchten die Planer zumindest eine kleine Entschädigung anbieten. „Damit der Weihnachtsmarkt im Gespräch bleibt, möchten wir im November und Dezember immer donnerstags auf dem Wochenmarkt mit ein bis zwei Weihnachtsmarkthütten teilnehmen", so die Planerin. Eventuell ergebe sich auch noch ein kleiner musikalischer Beitrag. Eine Drehorgel sei bereits organisiert, vielleicht gebe es auch ein Streicher-Duett. Man müsse einfach sehen, was möglich ist. In den kommenden Tagen wolle man alle Vereine, Schulen und Kitas anschreiben, ob dort bereits Bastel- oder Handarbeitsaktionen in Planung seien. So komme hoffentlich genügend Gebasteltes oder Gestricktes zum Verkauf zusammen.

Auf diesem Weg wolle man dann auch auf dem Wochenmarkt Spenden sammeln, damit auch im kommenden Jahr Geld für finanzielle Hilfen für die Vereine und Gruppen zur Verfügung stehe.

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