Wahl in Steinhagen: Stichwahl zwischen Süß und Bante-Ortega, Sitz für AfD

Frank Jasper, Jonas Damme, Melanie Wigger, Dennis Bleck

Endergebnis der Bürgermeisterwahl in Steinhagen. - © Kreis Gütersloh
Endergebnis der Bürgermeisterwahl in Steinhagen. (© Kreis Gütersloh)

Steinhagen. Sarah Süß (SPD) und Hans-Heino Bante-Ortega (CDU) gehen in die Stichwahl. In zwei Wochen müssen die Steinhagener erneut an die Wahlurnen treten, um endgültig einen Bürgermeister zu bestimmen. Die drei anderen Kandidaten Detlef Gohr (Bündnis 90/Die Grünen), Kai Funke (UWG) und der parteilose Meik Tischler sind damit raus.

Dass 2020 ein besonderes Wahljahr wurde, stand schon vor dem gestrigen Sonntag fest. Und das nicht nur wegen Covid-19. Unerwartet hatte Klaus Besser im Frühjahr den Weg für einen neuen Bürgermeister frei gemacht. Angesichts von sagenhaften 84 Prozent bei der letzten Wiederwahl galt der Amtsinhaber als unschlagbar. Nun war die Ausgangslage eine andere.

"Niemand soll denken, dass es das schon war" 

Mit ihrem Ergebnis hoch zufrieden zeigte sich gestern Abend Sarah Süß, die zusammen mit zahlreichen SPD-Mitgliedern den Wahlabend in der Gaststätte Steinhägerquelle verbrachte, um dort die eintreffenden Ergebnisse zu verfolgen. „Ich bin davon ausgegangen, dass es eine Stichwahl geben wird, was bei fünf Kandidaten naheliegend ist. Dass ich in fast allen Wahlbezirken an der 50-Prozent-Marke kratze, hätte ich allerdings nicht gedacht", jubelte die 28-Jährige. „Anders als Hans-Heino Bante-Ortega lebe ich noch nicht so lange in Steinhagen. Trotzdem haben mir so viele ihre Stimme gegeben. Das ist toll."

In den kommenden zwei Wochen bis zur Stichwahl will Sarah Süß die Wähler motivieren, noch einmal zur Wahl zu gehen. „Niemand soll denken, dass es das schon war. Aber die Ausgangslage ist recht gut", stellte die Bürgermeisterkandidatin fest, während ständig neue Nachrichten auf ihrem Handy aufploppten.

"Wenn ich an so etwas zerbrechen würde, wäre ich hier falsch" 

Hans-Heino Bante-Ortega ist zwar Realist, sieht die Wahl aber trotz des Rückstands nicht als gelaufen an. „Die Karten werden neu gemischt", sagte der 61-jährige Familienvater beim CDU-Wahlabend im Café Hexenbrink. Trotzdem sehe er es als Vorteil, dass er schon einiges erlebt habe. „Wenn ich an so etwas zerbrechen würde, wäre ich hier falsch", sagte er. Gerade wegen des Ausscheidens von Konkurrenten, die sicher auch CDU-Stimmen auf sich gezogen hätten, werde die neue Wahl sicher spannend.

„Die Stimmung ist gut", meldete Detlef Gohr, der für die Grünen ums Bürgermeisteramt gekämpft hatte. Im Garten von Parteisprecherin Heike Horn erlebten die Grünen, wie ihr Balken immer höher kletterte. „Persönlich bin ich natürlich nicht begeistert; das mit der Bürgermeisterwahl ist für mich gegessen", stellte er im Verlauf des Abends fest. „Aber meine Kandidatur hat sicherlich der Fraktion genützt, die jetzt stärker als je zuvor in den Gemeinderat einzieht", blickt Detlef Gohr nach vorne.

Denn während SPD und CDU gestern Stimmen verloren haben, konnten die Grünen im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 noch einmal deutlich zulegen. Die FDP hat leicht dazugewonnen. Die UWG, die bei der letzten Kommunalwahl nicht angetreten war, ist seit gestern immerhin mit einem Sitz wieder im Gemeindeparlament vertreten. Erstmals nehmen dort auch die Satirepartei Die Partei und die AfD mit je einer Person Platz. Die BA/STU war nicht mehr zur Wahl angetreten.

Hier lesen Sie den Liveticker zum Wahlabend

23:02 Uhr: Hans-Heino Bante-Ortega sieht die Wahl trotz des Rückstandes nicht als gelaufen an: "Die Karten werden neu gemischt", sagte der 61-Jährige beim CDU-Wahlabend im Café Hexenbrink.

22:56 Uhr: Als Dritter hinter Süß und Bante-Ortega liegt übrigens der parteilose Meik Tischler mit 10,76 Prozent.

22:50 Uhr: Auch in Steinhagen sind jetzt alle 34 Stimmbezirke ausgezählt. Sarah Süß von der SPD vereint die meisten Stimmen auf sich. Mit 45,70 Prozent liegt sie klar vorne. Hans-Heino Bante-Ortega von der CDU liegt mit 30,84 Prozent auf Platz zwei. Damit steht fest, dass Süß und Bante-Ortega in zwei Wochen in einer Stichwahl um das Bürgermeisteramt kämpfen. Dort reicht einem von beiden dann schon die einfache Mehrheit.

22:36 Uhr: "Die Stimmung ist gut", meldete Detlet Gohr, der für die Grünen als Bürgermeister kandidierte. Im Garten von Parteisprecherin Heike Horn erlebten die Grünen, wie ihr Balken immer höher kletterte. Auch wenn es zur Stichwahl nicht reichte, stellte Gohr zufrieden fest: "Meine Kandidatur hat sicherlich der Fraktion genutzt, die jetzt stärker als je zuvor in den Gemeinderat einzieht."

22:02 Uhr: Saraß Süß hat den Wahlabend übrigens in der Gaststätte Steinhägerquelle verbracht und dort zusammen mit anderen SDP-Mitgliedern das Eintreffen der Ergebnisse verfolgt. Ihre erste Reaktion auf den Zwischenstand: "Ich bin davon ausgegangen, dass es eine Stichwahl gibt. Das ist bei fünf Kandidaten naheliegend. Dass ich in fast allen Wahlbezirken an der 50-Prozent-Marke kratze hätte ich aber nicht gedacht. Anders als Hans-Heino Bante-Ortega lebe ich noch nicht so lange in Steinhagen. Trotzdem haben mir so viele ihre Stimme gegeben. Das ist toll."

21:56 Uhr: 27 von 34 Stimmbezirken sind ausgezählt. SDP-Frau Sarah Süß verpasst mit derzeit 47,69 Prozent wohl nur hauchdünn den Sieg im ersten Wahlgang. Gegner bei der Stichwahl in zwei Wochen wird wahrscheinlich Hans-Heino Bante-Ortega, der mit 27,82 Prozent allerdings deutlich hinter Süß auf dem zweiten Platz liegt.

21:26 Uhr: Bei der vorläufigen Sitzverteilung im Rat in Steinhagen kommt die SPD auf zwölf Sitze. Die CDU hat derzeit elf. Auch die PARTEI und die AfD ziehen mit jeweils einem Sitz in den Gemeinderat ein.

20:56 Uhr: Erste Sieger in den Wahlbezirken gibt es mittlerweile auch. Lina Hartleif (SPD) gewinnt mit 31,75 Prozent den Wahlbezirk 1.  In Sarah Süß (Wahlbezirk 5, 43,68 Prozent), Maida Ntinos (Wahlbezirk 8, 36,21 Prozent) und Roland Albersmann (Wahlbezirk 11, 31,62 Prozent) kommen die übrigen, bereits feststehenden Gewinner, ebenfalls von der SDP.

20:33 Uhr: Die Wahlbeteiligung bei der Wahl zum Bürgermeister liegt in Steinhagen übrigens deutlich unter dem landesweiten Durchschnitt. Nur 39,59 Prozent haben Stand jetzt am Sonntag ihr Kreuz für Sarah Süß und Co. abgegeben. Zum Vergleich bei der letzten Bürgermeisterwahl in Steinhagen gingen noch 57,55 Prozent der Steinhagener an die Wahlurne.

20:14 Uhr: Bei der Ratswahl in Steinhagen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU ab. Die SPD liegt im Moment mit 34,78 Prozent in Führung. Die CDU mit 31,84 Prozent knapp dahinter. Drittstärkste Kraft sind die Grünen (18,74 Prozent).

19:29 Uhr: Bei der Bürgermeisterwahl liegt Süß (SPD) weiterhin vorn: 48,78 Prozent (2.239 Stimmen). Bante-Ortega (CDU): 25,42 Prozent. Gohr (Grüne): 11,02 Prozent. Funke (UWG): 2,81 Prozent. Tischler (parteilos): 11,96 Prozent.

18:56 Uhr: Beim ersten Zwischenergebnis für den neuen Gemeinderat in Steinhagen liegt die SPD mit 44,30 Prozent (105 Stimmen) vorne.

18:47 Uhr: Beim ersten Zwischenergebnis für die Bürgermeisterwahl aus Steinhagen liegt Sarah Süß (SPD) deutlich vorn: 53,33 Prozent.

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