Autobahn stellt die Feuerwehr vor neue Herausforderungen

Der Löschzug Amshausen ist für die Absicherung von Einsätzen auf der A33 zuständig. Das Verhalten mancher Autofahrer ist erschreckend.

Birgit Nolte

Die Amshausener Feuerwehrleute Matthias Steinert (von links), Sven Mescher, Enrico Rohr, Andreas Kuhaupt, Marcel Kohlenberg, Dirk Bergmann und Matthias Schlütter haben sich in Seminaren und Lehrgängen noch besser auf ihren ehrenamtlichen Job vorbereitet. - © Birgit Nolte
Die Amshausener Feuerwehrleute Matthias Steinert (von links), Sven Mescher, Enrico Rohr, Andreas Kuhaupt, Marcel Kohlenberg, Dirk Bergmann und Matthias Schlütter haben sich in Seminaren und Lehrgängen noch besser auf ihren ehrenamtlichen Job vorbereitet. (© Birgit Nolte)

Steinhagen-Amshausen.Einen Brand in Amshausen haben die Feuerwehrleute im vergangenen Jahr nicht löschen müssen. Trotzdem haben sich schreckliche Bilder bei den Ehrenamtlichen eingebrannt. Die Kameraden mussten die Bergungsarbeiten nach Selbstmorden auf der Autobahn und der Eisenbahntrasse verarbeiten. Auch beim Verkehrsunfall auf der Isselhorster Straße im vergangenen Dezember, bei dem eine junge Mutter aus Brockhagen starb, waren sie im Einsatz. Bürgermeister Klaus Besser unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung der psychosozialen Unterstützung. „Man sollte dieses Angebot annehmen", mahnte Besser.

77 Mal schrillten 2018 beim Löschzug die Alarmglocken. Zehnmal mussten die Aktiven auf die A 33. Die Amshausener sind auf der Schnellstraße für die Absicherung der Kollegen aus Steinhagen und der Rettungskräfte zuständig. Um den Einsatz abzusichern, wird in der Regel eine Spur für den Verkehr gesperrt. „Es ist erschreckend, dass manche Autofahrer trotzdem mit 180 Stundenkilometern durch diese eine Spur brettern", ärgerte sich Löschzugführer Dirk Bergmann.

Material muss griffbereit sein

Um Einsätze auf der Autobahn für die Feuerwehrleute sicherer zu machen, die für die Absicherung der anderen Einsatzkräfte sorgen, wird jetzt eine sogenannte mobile Verkehrssicherungshaspel angeschafft. Darauf sind alle Utensilien untergebracht, die die Amshausener brauchen, um das Einsatzgebiet für alle Aktiven abzusichern. „Bis jetzt ist das Material überall auf dem Löschfahrzeug verstreut untergebracht gewesen, was dazu führte, dass wir ständig um die Fahrzeuge laufen mussten, was auf der Autobahn gefährlich werden kann", so Bergmann.

Zwölf Hilfeleistungen, zehn Ölbekämpfungen, 29 nachbarliche Hilfeleistungen und fünf Fehlalarme sind zudem in der Statistik für 2019 vermerkt. 21 Brandsicherheitswachen leisteten die aktuell 23 Mitglieder ab. Damit ist der Amshausener Löschzug eigentlich zu schwach besetzt. „Wir hoffen auf Verstärkung aus dem Neubaugebiet und auf Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr", sagte Bergmann.

Osterfeuer fest eingeplant

Besonders wichtig ist bei der Freiwilligen Feuerwehr die Aus- und Fortbildung. Neben den regulären 26 Übungsabenden und acht Fahrzeug- und Gerätepflegetreffen drückten die Brandbekämpfer in ihrer Freizeit bei Lehrgängen und Seminaren die Schulbank. Marcel Kohlenberg, Andreas Kuhaupt, Matthias Schlütter, Enrico Rohr, Daniel Gebauer, Jan Philip Schacht, Maximilian Werner, Dirk Bergmann und Sven Mescher machten sich unter anderem bei Fahrsicherheitstrainings oder Funk- und Atemschutzkursen fit.

Bürgermeister Klaus Besser (links) und der Leiter der Wehr, Lutz Mescher (rechts) gratulierten Mario Weiske zu zehn Jahre aktiven Dienst im  Löschzug. - © Birgit Nolte
Bürgermeister Klaus Besser (links) und der Leiter der Wehr, Lutz Mescher (rechts) gratulierten Mario Weiske zu zehn Jahre aktiven Dienst im  Löschzug. (© Birgit Nolte)

Außerdem übernehmen die Feuerwehrleute eine Rolle im gesellschaftlichen Leben im Ortsteil. „Das Osterfeuer ist Amshausens größte Veranstaltung", so Klaus Besser. Auch in diesem Jahr wird der Löschzug wieder ein Osterfeuer organisieren. Der Ort steht noch nicht fest. „Er wird auf jeden Fall nicht so abgelegen sein wie im vergangenen Jahr", versicherte Dirk Bergmann.

Seit April vergangenen Jahres ist im Amshausener Gerätehaus eine provisorische, ständig besetzte Rettungswache untergebracht. „Aktuell wird an den Plänen gearbeitet, an der Liebigstraße, Ecke Bahnhofstraße, eine neue Wache zu bauen", berichtete Klaus Besser, der sich genauso wie Löschzugführer Dirk Bergmann und der Leiter der Wehr, Lutz Mescher, bei den Kameraden für ihren Einsatz bedankte.

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