HalleEskalation befürchtet: Storck verzichtet vorerst auf Fällung

Sonja Faulhaber, Jonas Damme

Die geplante Fällung der Bäume im Storck-Wald wird zunächst nicht ausgeführt. - © Heiko Kaiser
Die geplante Fällung der Bäume im Storck-Wald wird zunächst nicht ausgeführt. © Heiko Kaiser

Halle. Die Besetzer des Waldes am Steinhausener Weg rechnen täglich mit der Räumung. Dies scheint jetzt jedoch in weitere Ferne gerückt, denn Dr. Bernd Rößler, Sprecher des Süßwarenunternehmens, sorgt für etwas Beruhigung in der Konfrontation. "Die Entwicklungen der letzten Tage lässt uns eine weitere und womöglich ausufernde Eskalation befürchten", schreibt er auf Presseanfrage. "An einer solchen die gesamte Stadt Halle beeinträchtigenden Entwicklung hat Storck kein Interesse und wird daher im Rahmen des für Fällarbeiten zur Verfügung stehenden Zeitraums bis Ende Februar keine Maßnahmen zur Umsetzung der Laibachverlegung ergreifen."

Die Ankündigung schließt Fällungen nicht endgültig aus, das Zeitfenster öffnet sich aber deutlich weiter. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind Fällungen im Normalfall nur bis 28. Februar erlaubt. Ob Storck danach eine Sondergenehmigung braucht und sie gegebenenfalls bekommen kann, ist noch ungeklärt.

Reaktionen im Netz

Im Internet finden sich sowohl Befürworter als auch Gegner der Entscheidung von Storck, zunächst nicht zu roden. Unter dem Hashtag #steinibleibt versammelten sich viele begeisterte Stimmen, die sich darüber freuen, dass der Protest zu dieser Entscheidung geführt hat. "Wir haben es geschafft - zumindest vorerst", ist die einhellige Meinung dort. Es geht jedoch auch die Sorge um, dass Storck bereits eine Sonder genehmigung für eine Fällung bekommt. "Wenn sie nicht sogar schon ausgestellt wurde. Sonst würden die nicht verzichten", befürchtet jemand. Auf der Facebook-Seite des Haller Kreisblattes sind die Meinungen geteilt. Während ein Teil unserer Leser sich freut ("Endlich, da zeigt sich das auch passiver Widerstand was bewerken kann.") ist der andere Teil empört ("Falsches Signal, wenn Rechtsbruch nicht sanktioniert wird, drohen chaotische Zustände.").

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.