HalleBeschimpfungen am Berg: Waldbauer streitet sich mit Mountainbiker

Ein Ascheloher Waldbauer trifft im Wald auf einen renitenten Downhillfahrer. Offenbar rast dieser mit einigen Kollegen häufiger auf illegal gebauten Pisten ins Tal.

Herbert Gontek

Die Waldbauern Norbert Hempe (links) und Jochen Stoppenbrink haben Stress mit Mountainbikern. - © Herbert Gontek
Die Waldbauern Norbert Hempe (links) und Jochen Stoppenbrink haben Stress mit Mountainbikern. © Herbert Gontek

Halle. Im eigenen Wald bedroht oder gar körperlich attackiert zu werden – dies ist am vergangenen Sonntag dem Waldbauern Norbert Hempe widerfahren. Der Ascheloher traf beim Spaziergang mit seiner Frau einen Downhillfahrer mittleren Alters und geriet mit diesem in einen Streit. Hempe erwischte den Radfahrer dabei, wie dieser auf einer illegal gebauten Abfahrtsstrecke den Berg hinunterraste und stellte ihn zur Rede. Daraus entwickelte sich eine Diskussion, in der Hempe offenbar wüste Beleidigungen einstecken musste und in der der Mountainbiker körperlichen Widerstand leistete.

Ähnliche Erlebnisse in abgeschwächter Form hat auch schon Jochen Stoppenbrink erlebt. Nun wollen sich die beiden Waldbauern derartige Verhaltensweisen nicht länger gefallen lassen. „Was dieser Club von Radfahrern in Bielefeld nicht erreicht, wollen sie nun bei uns durchsetzen", stellte Hempe fest. In der Nachbarstadt versuche eine Gruppe von Downhillfahrern schon seit einiger Zeit, eine Rennstrecke zu bekommen, jedoch vergeblich. Stadt und Waldbauern spielten nicht mit. In der Folge zogen sie wohl, so vermuten die beiden Ascheloher Waldbauern, in Richtung Werther und Halle weiter. Vom Hermannsweg aus gibt es schließlich verschiedene Bergrücken, die Steigungen von über 45 Grad haben und somit genügend Kick bieten.

"Da haben die Herrschaften keine Hemmungen"

Jochen Stoppenbrink: „Und da haben die Herrschaften keine Hemmungen, mit Spaten und Spitzhacke auf unseren Privatgrundstücken tätig zu werden und sich eine anspruchsvolle Bahn zu bauen. Rampen, hochgezogene Kurven und freie Sprünge – sie rasen zwischen den Bäumen hindurch und über Wirtschaftswege hinweg." Allein im Bereich Ascheloh sind gut ein halbes Dutzend Speedstrecken angelegt worden. In der Regel werden sie von den Waldbesitzern, wenn sie es merken, zerstört und zurückgebaut.

„Diese ausgefahrenen und ausgebremsten Wege führen zu Erosionen in unseren Wäldern. Bei starkem Regen frisst das Wasser Spuren in den Berg und schwemmt die dünne Mutterbodenschicht aus. Natürlich wollen wir auch nicht, dass fremde Menschen unsere Waldflächen in Besitz nehmen und dort nach ihren Vorstellungen und ohne Genehmigung etwas bauen", sagt Hempe. Sein Ärger richte sich nicht gegen die Mountainbiker allgemein, sondern gegen eine spezielle Gruppe, über die die etablierten Radclubs in Bielefeld die Kontrolle verloren hätten, betont Hempe.

Auch bei der Stadt Halle, dem Kreis Gütersloh und dem Forstamt sind bereits vereinzelt Klagen von Wanderern eingegangen, die Fahrer bemerkt haben, die respektlos und zu schnell durch die Wälder gerast sind. Man habe den Waldbauern Unterstützung zugesichert, konkrete Maßnahmen gibt es aber noch nicht.

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