Rekordjahr: Pralinen versüßen Storcks Bilanz

Das Haller Unternehmen - bekannt durch Marken wie Merci, Toffifee, Knoppers oder Mamba - verkündet sein nächstes Rekordjahr. Und doch warnt Konzernchef Axel Oberwelland vor globalen Risiken.

Marc Uthmann

Storcks Bilanz erreicht einen neuen Rekord. - © Nicole Donath
Storcks Bilanz erreicht einen neuen Rekord. (© Nicole Donath)

Halle. Um 10,8 Prozent legte Storck 2019 beim Umsatz in Deutschland drauf und lag damit über dem Schnitt der Branche, die nach einem schwachen Jahr 2018 diesmal um fünf Prozent wuchs. „Da sind wir Storckis stolz drauf", betonte Axel Oberwelland beim Termin am Stammsitz in Halle und lieferte dazu ein breites Grinsen. Und auch, wenn der Unternehmer über Zahlen für das Ausland und seinen absoluten Umsatz nicht spricht, dürfte mit dem neuen Rekordjahr feststehen, dass die Storck-Gruppe mit Produktionsstätten in Halle und Ohrdruf (Thüringen) 2019 mehr als drei Milliarden Euro umgesetzt hat.

Das starke Deutschland-Geschäft dient den Süßwarenspezialisten als Basis: Der zweitgrößte Hersteller in Deutschland erreichte erstmals 42,3 Millionen Käufer und damit eine Reichweite von 61,9 Prozent. Bei den Pralinen stellt Storck mit Toffifee (plus 19 Prozent Umsatz) und Merci (plus acht Prozent) die beiden umsatzstärksten Produkte im Segment und verwies Mon Chéri vom Rivalen Ferrero auf Platz drei.

„Wir bauen in Thüringen gerade wie Bob der Baumeister"

Die Lachgummis knackten erstmals die 100-Millionen-Euro-Umsatzgrenze (112 Millionen, plus 16 Prozent), auch bei Mamba (plus neun Prozent) und Merci (plus acht Prozent) ging es weiter steil bergauf. Beim letztjährigen Knüller Knoppers „sind wir medial vom Gas gegangen, um die Warenversorgung zu sichern", sagte Oberwelland. „Wir bauen in Thüringen gerade wie Bob der Baumeister und kommen trotzdem nicht hinterher", erklärte der Unternehmer mit Blick auf die Fertigungskapazitäten. Auch in Halle wird Storck 2020 wieder 90 bis 95 Millionen Euro investieren. „Wir schaffen Kapazitäten für Produkte, die gerade abgehen wir Schmidts Katze", so Oberwelland. Ohne dabei finanziell unter Druck zu geraten – denn: „Wir sind schuldenfrei." So wird der Süßwarenhersteller, der in Halle knapp 3.200 Mitarbeiter und weltweit mehr als 6.000 beschäftigt, in diesem Jahr 130 Millionen Euro in Werbung stecken.

Das klingt alles sehr stabil, und doch treiben Axel Oberwelland globale Risiken um. „Das Coronavirus ist für unser China-Geschäft jetzt schon schmerzhaft. Und auch Donald Trumps Strafzölle haben sich auf unseren Knoppers-Absatz in den USA ausgewirkt." Der deutsche Süßwarenmarkt macht nur fünf Prozent des weltweiten Geschäftes aus, entsprechend wichtig ist das Auslandsgeschäft für Storck. „Auch das lief erfreulich für uns", sagte Axel Oberwelland zwar, warnt aber auch: „Sollten die Trumps dieser Welt die Handelsbarrieren weiter erhöhen, müssen wir in anderen Ländern investieren." Man prüfe ständig, Auslandsstandorte aufzubauen.

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