Zweirad-Raser aufgepasst: Blitzer an der B68 misst in zwei Richtungen

Herbert Gontek

Auf jeder Seite eine Kamera: An einem Messpunkt lassen sich gleich die Geschwindigkeiten in beiden Richtungen messen. Auf jeder Seite steht eine Kameramodul. Der neue Blitzer des Kreises stand am Freitag an der B 68 nahe Hesseln. - © Herbert Gontek
Auf jeder Seite eine Kamera: An einem Messpunkt lassen sich gleich die Geschwindigkeiten in beiden Richtungen messen. Auf jeder Seite steht eine Kameramodul. Der neue Blitzer des Kreises stand am Freitag an der B 68 nahe Hesseln. (© Herbert Gontek)

Halle/Kreis Gütersloh. Die Zeiten der geschwindigkeitsmessenden Geräte in Mülltonnenoptik gehen im Kreis Gütersloh wohl zu Ende. Seit kurzem arbeitet ein hochmodernes Gerät namens ES 8.0 für das Straßenverkehrsamt des Kreises: Es ist klein, unauffällig und kabellos. Ein Messmodul reicht für die Überwachung beider Fahrbahnseiten einer zweispurigen Fahrbahn mit Gegenverkehr. Und es kann Motorradfahrer von vorne und von hinten aufnehmen, so dass Zweiradraser keine Ausreden mehr haben und nicht mehr ungestraft davon kommen können. Am Freitag war der neue Blitzer auf der Bundesstraße 68 im Einsatz.

Selbst geschulte Schnellfahreraugen sehen das Gerät nicht sofort

Das Messfahrzeug muss nicht mehr auffällig an der Straße stehen. Somit fehlt selbst geschulten Schnellfahreraugen ein Hinweis, der zum Bremsen verleiten könnte. Der mit der Messung beauftragte Mitarbeiter kann das Geschehen ganz entspannt aus einiger Entfernung aus seinem Auto heraus beobachten.

„Die vier Module des Systems, der zentrale Einseitensensor, zwei Kameras, der Datenspeicher und die Messüberwachung im Auto sind die Bestandteile der neuen Technik, die jetzt als Nachfolger des Messgerätes ES 3.0 im Land Nordrhein-Westfalen eingeführt werden soll", erklärt Bernhard Riepe, Sachbearbeiter beim Straßenverkehrsamt des Kreises Gütersloh, zu dem Thema auf Anfrage des Haller Kreisblatts.

"Betriebsprogramm ist wichtig für die Beweiskraft"

Das Messinstrument: Ein handliches Köfferchen wird an den Straßenrand gestellt und misst das Tempo in beide Fahrtrichtungen. - © Herbert Gontek
Das Messinstrument: Ein handliches Köfferchen wird an den Straßenrand gestellt und misst das Tempo in beide Fahrtrichtungen. (© Herbert Gontek)

Die vom Kreis festgelegten Messstellen wurden für das neue System überarbeitet. Nach den Vorgaben des Herstellers müssen die eingesetzten Geräte bestimmte Positionen und Entfernungen zur Fahrbahn und zu sich selbst haben, damit die Messung korrekt ist und nicht beanstandet werden kann. Gerade hier versuchen Rechtsanwälte immer wieder Ansatzpunkte für ungültige Strafmandate zu finden. Auch die ordentliche Einweisung in das Betriebsprogramm des ES 8.0 ist wichtig für die unerschütterliche Beweiskraft des gelieferten Messprotokolls. „Deshalb werden gegenwärtig alle Mitarbeiter in das System eingearbeitet," sagt Riepe. Keinen Zweifel gibt es an dem Messprogramm selbst, das die gewonnenen Daten aus Lichtschranken zieht.

"Müssen Erfahrungen sammeln"

Für die Ordnungsbehörden ist vor allem die Messung von rasenden Kradfahrern ein großer Zugewinn an Gerechtigkeit in der Straßenverkehrsgerichtsbarkeit. Bisher konnte ein Kradfahrer mit einem Frontalfoto nicht überführt werden, weil das Kennzeichen fehlte. Bei dem neuen Modell fotografiert die Gegenverkehrskamera das Kennzeichen und fügt beide Aufnahmen zu einem Messprotokoll zusammen. Die Daten der Geräte werden über WLAN ausgetauscht und zusammengeführt.

Ob der Kreis weitere Geräte anschafft, steht gegenwärtig noch nicht fest, so Riepe. „Wir müssen erst einmal Erfahrungen sammeln und dann sehen, wieweit wir damit die Probleme lösen können."

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