HalleStadt und Kreis im Tauziehen um die Fläche am Haller Berufskolleg

Stadtplanung: Vor einem Jahr hat sich die Haller Politik darauf verständigt, das Areal nun doch als Grünfläche zu öffnen. Aber gerade hört es sich nicht so an, als wenn mit dem Kreis ein Konsens erzielt werden könnte.

Nicole Donath

Diskussionsfläche: Die künftige Nutzung des Areals am Berufskolleg in Halle ist zurzeit völlig unklar. In der nächsten Sitzung des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung muss die Politik darüber entscheiden, ob sie die Fläche zu Baulandpreisen kaufen will. - © Ulrich Fälker
Diskussionsfläche: Die künftige Nutzung des Areals am Berufskolleg in Halle ist zurzeit völlig unklar. In der nächsten Sitzung des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung muss die Politik darüber entscheiden, ob sie die Fläche zu Baulandpreisen kaufen will. © Ulrich Fälker

Halle. Auf die nächste Sitzung des Ausschusses für Planung und Stadtplanung am Dienstag, 3. September, müssen sich die Fraktionen gut vorbereiten und ganz viel miteinander sprechen, denn es wird knifflig: Erneut geht es um die Fläche am Berufskolleg – aber dieses Mal liegen Fakten auf dem Tisch.

Fast ein Jahr ist es her, dass die Kommunalpolitiker die ursprünglich favorisierte Idee einer Wohnbebauung unisono zu den Akten legen wollten und sich stattdessen dafür ausgesprochen hatten, das Areal als Grünfläche zu gestalten. Schulleiter Dietmar Hampel machte zusätzlich den Vorschlag, das Gelände mit Fitnessgeräten auszustatten, die sowohl die Haller Bürger als auch die Schüler des Berufskollegs nutzen könnten. Die Hürde, die es dabei zu nehmen gilt: Der Kreis müsste die Fläche öffnen und sich außerdem bereiterklären, sie als Grünfläche zu gestalten. Als Vorbild wurde das Reckenberg-Berufskolleg in Rheda-Wiedenbrück genannt, wo man ja ähnlich verfahren sei.

Fragt man den Kreis-Kämmerer Ingo Kleinebekel nach dem Stand der Verhandlungen, hört es sich allerdings nicht danach an, als ob sich die Haller Politik mit ihren Vorstellungen würde durchsetzen können. „Diese jüngste Idee wurde im März dieses Jahres an uns herangetragen", berichtet Kleinebekel. Da war der Beschluss schon ein halbes Jahr alt. „Ich habe das Thema daraufhin in den nicht-öffentlichen Teil des Kreisausschusses verwiesen, wo es in der Mai-Sitzung behandelt wurde", fährt Kleinebekel fort. Ergebnis: Der Kreis würde die Fläche der Stadt Halle verkaufen – allerdings nur zu einem „wettbewerbsrelevanten Preis, der sich an den aktuellen Bodenrichtwerten orientiert. Boden ist knapp", stellt Kleinebekel fest. Dass man eine wertvolle Fläche wie diese der Stadt zum Preis einer Gemeinbedarfsfläche überlasse, stehe deshalb nicht zur Debatte. Auch der Vergleich zum Reckenberg-Berufskolleg in Rheda-Wiedenbrück sei in diesem Zusammenhang nicht angemessen: „Dieses Areal in Rheda könnte gar nicht bebaut werden, weil mehrere Bodendenkmäler dies verhindern."

Über das Verkaufsangebot des Kreises wurden Vertreter der Stadtverwaltung Halle bei einem Ortstermin Anfang Juli persönlich informiert. Nun ist es an der Politik, mit Blick auf die geänderte Sachlage im September neu zu entscheiden. Wie Bauamtsleiter Jürgen Keil bestätigte, erarbeitet die Verwaltung zurzeit eine entsprechende Vorlage für die Sitzung. Details möchte er noch nicht bekannt geben, ehe die Politik nicht informiert wurde.

Fürs Erste geht das Tauziehen um das eingezäunte Areal also weiter, denn während dem Kreis die Fläche zwar gehört, ist die Stadt Halle die zuständige Planungsbehörde und darf darüber bestimmen, was auf dem Gelände geht und was nicht. Im Klartext: Der Kreis kann ohne einen entsprechenden Bebauungsplan der Stadt hier nicht bauen. Und die Stadt kann ohne die Freigabe durch den Kreis keine Grünfläche kreieren – jedenfalls nicht für kleines Geld.

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