LokalsportHandballer haben Verständnis für verlängerten Lockdown

Aktive, Trainer und Funktionäre aus dem Altkreis stehen hinter der Entscheidung, die Saison bis zum Jahresende auszusetzen. Unsicherheit herrscht dagegen bei der Frage, wie es danach weitergehen soll. Ein Stimmungsbild.

Johnny Dähne, Christian Helmig, Nils Uhlig

Torraumszenen vor vollen Rängen – auf solche Bilder werden Lina Wellerdiek von der TG Hörste und alle anderen Handballer im Altkreis noch unbestimmte Zeit warten müssen.  - © Christian Helmig
Torraumszenen vor vollen Rängen – auf solche Bilder werden Lina Wellerdiek von der TG Hörste und alle anderen Handballer im Altkreis noch unbestimmte Zeit warten müssen.  © Christian Helmig

Michael Boy (Trainer des Handball-Oberligisten SF Loxten): „Nachdem die 3. Liga ihren Betrieb eingestellt hatte, war die Entscheidung keine echte Überraschung mehr. Vernünftig ist sie aber – auch deshalb, weil es im Dezember ein absoluter Kaltstart gewesen wäre. Jetzt bleibt zu hoffen, dass wir wenigstens wieder zum Training in die Halle kommen. Denn sonst würde uns im Januar dasselbe erwarten, und das wäre in einer so dynamischen Sportart wie Handball fahrlässig. Ob und wie wir die Saison unter diesen Umständen fortsetzen können, ist schwierig zu sagen – zumal wir eine Lösung suchen, mit der möglichst alle Vereine einverstanden sind.

Yannick Hansel (Trainer des Frauen-Oberligisten TuS Brockhagen): „Die Aussetzung bis ins nächste Jahr kann ich nachvollziehen, weil es unter den aktuellen Gegebenheiten wirklich verantwortungslos wäre, zu spielen. Meine Idee wäre, in der Oberliga die Endrunde nicht mehr auszuspielen, sondern nur die Hin- und Rückrunde. Am Ende könnten die beiden Ersten den Meister ermitteln. Es wäre schön, wenn wir spätestens im Februar wieder spielen könnten, aber momentan spricht die Entwicklung dagegen, dass es zeitnah weitergehen kann."

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Sonja Schäper (Teammanagerin des Frauen-Verbandsligisten TG Hörste): „Es ist sehr schade, dass es vor Weihnachten keine Spiele mehr gibt. Das wäre ein guter Motivationsschub für unsere Mannschaft gewesen, die sich aktuell individuell fit hält. Je länger es dauert, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, desto schwieriger wird es, das Programm durchzuziehen. Sollte es möglich sein, den Betrieb im Januar wieder aufzunehmen, könnte der bisherige Spielplan bestehen bleiben. Die fehlenden Spiele könnte man hinter die angesetzten Spiele oder auch mal unter die Woche packen. Pause hatten wir dann ja lange genug."

Fynn Huxohl (Spieler des Verbandsligisten HSG Werther/Borgholzhausen): „Bei uns in der Mannschaft war die Absage bis Ende des Jahres schon lange Thema. Ich finde die Entscheidung vollkommen richtig und nachvollziehbar. Ich habe auf jeden Fall Lust, überhaupt wieder zu spielen. Wie viel es am Ende wird und ab wann – das kann jetzt noch keiner sagen. Mir wäre nur wichtig, dass alle Eventualitäten geregelt sind und jeder genau weiß, wann was passiert."

Christian Blankert (Trainer des Verbandsligisten Spvg. Steinhagen): „Die Entscheidung ist absolut sinnvoll und kam für mich nicht überraschend. Selbst im Profisport haben sie aktuell Probleme, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Auf Amateurebene gibt es ja gar keine Tests. Ich rechne damit, dass wir frühestens Mitte bis Ende Januar weitermachen. Wenn es irgendwie möglich ist, würde ich schon gerne die komplette Saison spielen. Wir haben bis zum 30. Juni Zeit und es wäre kein Problem, danach auf die erste Phase der Vorbereitung zu verzichten. Zur Not könnte man auch nur die Hinserie werten, wobei die Ungleichverteilung der Heimspiele schon für kleinere Ungerechtigkeiten sorgen könnte. Bei uns im Verein gab es eine Umfrage, bei der herauskam, dass viele Spieler auch damit einverstanden wären, einfach nur gemeinsam zu trainieren und nicht zu spielen. Das ist ein interessanter Gedanke."

Pia Hahn (Spielerin beim Landesligisten Union 92 Halle): „Ich finde die Entscheidung absolut richtig. Auch wir Handballer sollten Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen. Trotzdem fehlt mir der Sport, sowohl das Training als auch die Spiele am Wochenende. Ich finde es schwierig, die Mannschaft beisammen- und das Gemeinschaftsgefühl hochzuhalten. Nächstes Jahr können wir dann hoffentlich neu starten."

Stefan Filges (Leiter der JSG Steinhagen-Brockhagen): „Es ist die richtige Entscheidung. Nichtsdestotrotz macht mir der damit verbundene und deutlich wahrnehmbare Mitgliederschwund im Jugendbereich Sorgen. Einige Mannschaften haben wir aus diesem Grund schon abgemeldet. Es ist wichtig, dass wir in naher Zukunft wieder ein Angebot haben. An einen regulären Serienbetrieb glaube ich aber auch im neuen Jahr nicht. Vorstellen könnte ich mir vielleicht noch eine Saison in Turnierform, ähnlich dem Final Four. Aber egal, welchen Weg man geht, es wird Kritiker geben."

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