Werther hat einen neuen Wehrführer

Jetzt ist es offiziell: Dr. Dirk Hollmann wird in einer Feierstunde und im Beisein der gesamten Wertheraner Wehrführung zum Stadtbrandinspektor befördert und zum Leiter der Freiwilligen Feuerwehr ernannt

Anja Hanneforth

Gratulation: Bürgermeisterin Marion Weike ernennt Dr. Dirk Hollmann nun auch offiziell als Wehrführer von Werther. Darüber freuen sich - von links: Rainer Ermshaus (Löschzugführer Werther), Ulrike Miesen und Jürgen Pilgrim vom Ordnungsamt der Stadt, Leon Rother (stellvertretender Jugendfeuerwehrwart), Alexandra Hollmann mit Klara und Hannes, Ralf Gehring (Löschzugführer Häger), Marcel Sussiek (stellvertretender Löschzugführer Häger), Frank Peperkorn (stellvertretender Löschzugführer Werther), Dirk Riecke (Löschzugführer Langenheide) und Torben Walter (Jugendfeuerwehrwart). - © Anja Hanneforth, HK
Gratulation: Bürgermeisterin Marion Weike ernennt Dr. Dirk Hollmann nun auch offiziell als Wehrführer von Werther. Darüber freuen sich - von links: Rainer Ermshaus (Löschzugführer Werther), Ulrike Miesen und Jürgen Pilgrim vom Ordnungsamt der Stadt, Leon Rother (stellvertretender Jugendfeuerwehrwart), Alexandra Hollmann mit Klara und Hannes, Ralf Gehring (Löschzugführer Häger), Marcel Sussiek (stellvertretender Löschzugführer Häger), Frank Peperkorn (stellvertretender Löschzugführer Werther), Dirk Riecke (Löschzugführer Langenheide) und Torben Walter (Jugendfeuerwehrwart). (© Anja Hanneforth, HK)

Werther. Ein gutes Jahr konnte er als kommissarischer Leiter schon einmal üben, jetzt vollzog sich in einer Feierstunde im Rathaus der formelle Akt – und das gleich in vier Aufzügen: Dr. Dirk Hollmann wurde von Bürgermeisterin Marion Weike zum Stadtbrandinspektor befördert, zum Einsatzleiter bestellt, zum Ehrenbeamten ernannt und schließlich die Leitung der Wertheraner Feuerwehr übertragen. Die Worte der Anerkennung durch die Bürgermeisterin ließen keinen Zweifel, dass die Wehr eine gute Wahl getroffen hat: „Sie machen das mit viel Geschick und ganz viel Herzblut. Dank Ihnen und allen Kameradinnen und Kameraden ist die Bevölkerung Werthers in sicheren Händen."

Es war eine Feierstunde, wie es sie nicht so oft im Sitzungssaal gibt. Nicht nur, weil ein Wehrführer für die Amtszeit von sechs Jahren bestellt wird. Sondern weil die Wehrführer in Werther meist lange im Amt bleiben. Hollmanns Vorgänger Joachim Heidemann jedenfalls stand 18 Jahre lang den Einsatzkräften vor – „Ich würde mir wünschen, dass auch Sie die Aufgabe für lange Zeit übernehmen", sagte Weike zu einem lachenden Hollmann.

1991 war der Wertheraner, damals zwölf Jahre alt, in die Jugendfeuerwehr eingetreten, hat das Geschäft also von der Pike auf gelernt. Und er ging konsequent seinen Weg, wechselte 1997 in die Hauptwehr und übernahm zwei Jahre später die Leitung der Jugendfeuerwehr, der er fast zehn Jahre lang vorstand. »Ganz zwischendurch« hat er noch Bauingenieurwesen studiert, als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Braunschweig gearbeitet und promoviert. 2012 kehrte er dann nach Werther zurück.

Sowohl Anhörung in der Wehr als auch Votum im Stadtrat fielen einstimmig aus

Als er von seinem Vorgänger gefragt wurde, ob er sich vorstellen könne, das Amt des Wehrführers zu übernehmen, hat er zugesagt. „Obwohl ich ja nie wie die meisten vor mir einen Löschzug geführt habe", sagt Hollmann bescheiden.

Doch die Männer und Frauen in Rat, Verwaltung und Feuerwehr wussten um seine Qualitäten, seine Fähigkeiten, Leute zusammenzubringen, Entscheidungen voranzutreiben, keine Aufgabe zu scheuen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Entsprechend einstimmig fielen die Anhörung der Wehr und das Votum des Stadtrats aus, und entsprechend gern übertrug ihm Marion Weike nun ganz offiziell das neue Amt.

Nicht ohne Hollmanns Ehefrau Alexandra zu danken, „denn es ist nicht selbstverständlich, den Ehemann und Vater zweier Kinder so häufig zu entbehren", weiß sie. Allerdings ist Alexandra Hollmann selbst seit vielen Jahren Feuerwehrfrau und war entsprechend darauf eingestellt, was auf sie zukommen würde. Nur gemeinsame Einsätze – die sind wegen der Kinder aktuell nicht möglich.

"Alle sind bereit, an einem Strang zu ziehen"

Der Dank Weikes galt an diesem Abend aber nicht nur Dirk Hollmann, sondern auch seinem Stellvertreter Rainer Ermshaus, dem sie die stellvertretende Einsatzleitung übertrug. Und schließlich der gesamten Wehrführung mit allen Löschzugführern. „Die Zusammenarbeit könnte nicht besser laufen", sagte sie und wünschte allen „möglichst wenig echte Einsätze".

Doch auch wenn es sie geben wird: Werthers Wehr ist bestens gerüstet. Und will noch besser werden: Alarm- und Ausrückeordnung, Verfügbarkeit der Kameraden an Arbeitstagen, die Zusammenarbeit der Löschzüge untereinander – Dr. Dirk Hollmann: „Alle sind bereit, an einem Strang zu ziehen."

INFO:

Fehlalarme sind häufigste Einsatzursache

Die drei Löschzüge Werther, Häger und Langenheide, aktuell 104 Aktive, um die 120 Einsätze im Jahr: Das ist die Freiwillige Feuerwehr von Werther. Wer glaubt, dass Brände der häufigste Grund sind, warum die Kameraden ausrücken müssen, liegt falsch: Es sind Fehlalarme, wie Wehrführer Dr. Dirk Hollmann berichtet, meist ausgelöst durch defekte oder nicht richtig funktionierende Brandmeldeanlagen. Zweithäufigste Einsatzursache sind Hilfen, wenn eine Person hinter verschlossener Tür einen Notfall erleidet und die Rettungskräfte erst Zugang in die Wohnung erhalten müssen. Es folgen viele kleinere Hilfen wie das Beseitigen von Ölspuren oder anderer ausgelaufener Betriebsstoffe, bevor auf der Liste Unfälle und Brände auftauchen. Nachwuchssorgen hat die Wehr in Werther keine: Es gibt eine gut aufgestellte Jugendabteilung.

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