Ärger über „Rattenplage“ - Müll des Nachbarn soll Schuld sein

In einer Loxtener Nachbarschaft soll es Probleme mit den Nagetieren geben. Die Stadt weist den Vorwurf eines Anwohners, sich nicht genügend zu kümmern, von sich.

Tasja Klusmeyer

Seit mehreren Wochen fühlt sich ein Anwohner in Loxten von Ratten in seinem Garten belästigt. Als Verursacher hat er einen Nachbarn ausgemacht, dessen Grundstück zugemüllt sei. Die Stadt versucht zu klären. - © Symbolfoto CCO Pixabay
Seit mehreren Wochen fühlt sich ein Anwohner in Loxten von Ratten in seinem Garten belästigt. Als Verursacher hat er einen Nachbarn ausgemacht, dessen Grundstück zugemüllt sei. Die Stadt versucht zu klären. (© Symbolfoto CCO Pixabay)

Versmold. Eingangs einer jeden Ratssitzung besteht die Möglichkeit für Bürger, im Ramen der Einwohnerfragestunde Anliegen an die Verwaltung heranzutragen. Die nutzte ein Loxtener jetzt, um sich bei der Stadt über die „Rattenplage“ in seiner Nachbarschaft zu beschweren. „Seit acht Wochen versuchen wir, die loszuwerden“, klagt er. Besucher wollten nicht mehr zu ihnen kommen, weil einem die Ratten regelrecht im Garten über die Füße liefen.

Das Ordnungsamt greife aus seiner Sicht nicht genügend ein und fordere den Verursacher nicht ausreichend auf, dem Problem Herr zu werden. Mehrfach hatte der Anwohner Kontakt zur Stadt gesucht – nun nutzte er den öffentlichen Rahmen, um seinem Ärger Luft zu machen.

Die Kritik konnte Ordnungsamtsleiter Thomas Tappe so nicht stehenlassen. „Wir sind auf unterschiedliche Weise tätig geworden und haben uns die Sache angesehen“, entgegnete er dem betroffenen Anwohner. Ursächlich könnte ein „Vermüllungsproblem“ sein, durch das die Ratten angezogen würden.

Termin mit Kammerjäger

Laut Tappe hat es einen Vor-Ort-Termin mit einem Schädlingsbekämpfer gegeben. Dabei habe man allerdings keine Tiere beobachten können; ebenso sei man auf keine eindeutigen Hinweise gestoßen, dass es in der Nachbarschaft ein massives Aufkommen an Ratten gebe. „Wir glauben Ihnen dennoch, dass es dieses Problem gibt. Die Zustände, die Sie schildern, sind nicht hinnehmbar – da sind wir uns einig“, sagte Thomas Tappe.

Um auszuschließen, dass die Ratten durch die Kanalisation auf das Grundstück kämen, sei deshalb eine fachgerechte Köderung vorgenommen worden. Auf dem Grundstück selbst könne der Kammerjäger allerdings erst dann tätig werden, sobald das Müllproblem behoben sei. „Wir haben den Eigentümer aufgefordert, die Missstände zu beseitigen“, informierte der Ordnungsamtsleiter den Anwohner und die Politik.

Stadt setzt Eigentümer Fristen

Der Anwohner schilderte erbost, dass die inzwischen aufgestellten Mulden nur teilweise gefüllt seien und der Schuppen immer noch zugemüllt sei. Er forderte von der Stadt, konsequenter vorzugehen. Bisher sei der Eigentümer „unzureichend“ tätig geworden, räumte Thomas Tappe ein. Allerdings müsse man als Behörde gewisse Fristen wahren, um Rechtssicherheit für weitere Maßnahmen zu haben. Mehr könne er an der Stelle öffentlich nicht sagen. „Über die Fristen, die wir gesetzt haben, besteht für Sie als Anwohner kein Anspruch auf Auskunft.“

Klare Worte richtete der Ordnungsamtsleiter an das Verhalten des Bürgers, der in den vergangenen Wochen mehrfach Mitarbeiter des Rathauses kontaktiert hatte und sich über deren Verhalten in der Ratssitzung beschwerte. „Es hilft uns nichts wenn Sie uns täglich daran erinnern.“

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