VersmoldVersmold verhängt deutlich weniger Corona-Bußgelder als Steinhagen

Marc Uthmann

Symbolbild - © CC0 Pixabay
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Versmold. 13 Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus hatte die Stadt Versmold bis Ende April eingeleitet (das HK berichtete). In der mit Blick auf die Einwohnerzahl gleich großen Kommune Steinhagen waren es (Stand: 1. Mai) stolze 83 Verfahren – mehr als sechs Mal so viele Verstöße wurden dort also sanktioniert. Sind die Versmolder nun also besonders folgsam, oder agiert das Ordnungsamt zu lasch?

Dessen Chef Thomas Tappe sieht die Stadt durchaus auf dem richtigen Weg – auch mit Blick auf die Bußgeldverfahren in der Großstadt Bielefeld bis zum 1. Mai: Dort waren es nur 25. „Wenn man auf Bielefeld blickt, sind wir im Vergleich also ziemlich streng, verglichen mit Steinhagen eher zu locker", sagt der Fachbereichsleiter Bürgerdienste mit einem Schmunzeln.

Generell setze das Ordnungsamt auf das Belehren, erklärt er die Versmolder Strategie: „Im häufigsten Fall treffen unsere Mitarbeiter auf ihren Kontrollgängen Menschen an, die zu dritt zusammenstehen, obwohl nur zwei Personen erlaubt sind." Die Teams wiesen auf die Regeln hin, meistens befolgten die Versmolder den Hinweis dann auch und gingen auseinander. „Treffen wir die gleiche Gruppe kurz darauf aber ein zweites Mal an, dann gibt es ein Bußgeld. Hase und Igel spielen wir nicht", stellt Tappe klar. Generell würden bei solchen Kleinigkeiten aber eben nicht im ersten Anlauf Bußgelder verhängt – „da haben wir unsere Vorgehensweise auch in Corona-Zeiten nicht verändert". Man gebe Hinweise und erkläre den Bürgerinnen und Bürgern, warum ein Verhalten nicht erlaubt sei und setze in erster Linie auf Einsicht. „Die absoluten Fallzahlen für Versmold und auch ihre Entwicklung zuletzt geben uns bei dieser Strategie bisher recht. Sonst gebe es längst deutlich mehr Infizierte", sagt Tappe. Ohnehin kontrolliere man keinesfalls zu wenig. „Unsere Teams sind die ganze Woche über unterwegs. Aber sogar am 1. Mai hatten wir keine Vorfälle oder Verstöße zu verzeichnen."

„Können nicht überall gleichzeitig sein"

Natürlich klingele im Rathaus mitunter das Telefon: „Da heißt es dann: Hier hat es diesen oder jenen Verstoß gegeben und ihr wart nicht da. Aber natürlich können wir auch nicht überall gleichzeitig sein", sagt Tappe, um dann anzufügen: „Wir versuchen es vernünftig und in 90 Prozent der Fälle klappt es."

Die eklatant höhere Zahl der Verstöße in Steinhagen mag der Versmolder Ordnungsamtschef nicht bewerten. „Vielleicht ist man dort etwas alarmierter, weil es in Brockhagen einen großen Ausbruch gegeben hat." Für Thomas Tappe ist nur wichtig, dass sich der positive Trend bei der Eindämmung des Virus im gesamten Kreis fortsetzt. Und da sei – Bußgelder hin oder her – ohnehin in erster Linie Vernunft gefragt.

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