VersmoldVersmolder müssen bald mehr fürs Wasser bezahlen

Tasja Klusmeyer

Im Sommer appellierte die Stadt an die Versmolder, sparsamer mit Wasser umzugehen und beispielsweise aufs Rasensprengen zu verzichten. Steigender Verbrauch und erforderliche Investitionen ins Leitungsnetz führen nun zur Preisanpassung. - © CCO Pixabay
Im Sommer appellierte die Stadt an die Versmolder, sparsamer mit Wasser umzugehen und beispielsweise aufs Rasensprengen zu verzichten. Steigender Verbrauch und erforderliche Investitionen ins Leitungsnetz führen nun zur Preisanpassung. © CCO Pixabay

Versmold. Der Blick in den Erfolgsplan für 2020 trübt. Eine Million Euro steht dort als geplanter Jahresgewinn. Doch betrachtet man rein die Wasserversorgung, weist diese ein Defizit auf: minus 13.000 Euro. Allein die Beteiligungen an der Stadtwerke Versmold GmbH führen zum Gewinn. „Enttäuschend“, bezeichnete deshalb Ulrich Wesolowski, Vorsitzender des Betriebsausschusses, das Ergebnis. Klar ist: Versmolder werden demnächst mehr für ihr Trinkwasser zahlen und den Verbrauch im Blick behalten müssen.

385 Euro zahlt der Vier-Personen-Musterhaushalt im Schnitt jährlich für Trinkwasser – deutlich weniger als in vielen umliegenden Orten. Mit mehr als 500 Euro ist Bielefeld am teuersten; der Großteil der Nachbarn bewegt sich bei 400 Euro und mehr. Nur in Sassenberg und Beckum ist Wasser günstiger. Betriebsleiter Jörg Kogelheide geht von einer Preisanpassung zum 1. Januar 2021 aus. Im kommenden Jahr werde man den Schritt vorbereiten, kalkulieren und ihn vom Bundeskartellamt absegnen lassen. „Wir haben viel investiert und müssen viel investieren“, begründete der Stadtwerke-Chef der Versmolder Politik. Zuletzt war der Wasserpreis Anfang 2018 erhöht worden. Die Mehrkosten der vergangenen Jahre aber kompensiere das nicht.

Kosten im Wasserwerk steigen

Aufwand entsteht zunächst einmal beim Bezug des Wassers. Der Versmolder Versorger bekommt es vom Wasserwerk Rippelbaum. „Auch dort gehen die Kosten nach oben“, erklärt Kogelheide und nennt Lohnerhöhungen, Stromkosten und Fremdleistungen beispielsweise für die Instandhaltung als Beispiele. Dazu kommen betriebliche Aufwendungen wie Konzessionsabgaben und Versicherungen sowie Investitionen ins Rohrwassernetz oder Hausanschlüsse.

Im kommenden Jahr sind im Wirtschaftsplan der Stadtwerke-Wasserversorgung eine gute halbe Million Euro an Investitionen geplant. Manch einen Posten würde man im Bereich der Wasserversorgung nicht erwarten. So soll beispielsweise das Gebäude an der Nordfeldstraße eine Klimaanlage für mehr als 120.000 Euro bekommen. Die Wasserversorgung ist Eigentümerin der 1999 errichteten Stadtwerke-Immobilie – und damit für Instandhaltung und Modernisierung zuständig.

Klimaanlage fürs Stadtwerke-Gebäude

In den Hitzesommern hätten dort hinter der Glasfassade Temperaturen geherrscht, bei denen ein vernünftiges Arbeiten kaum möglich sei. Beschattung und Ventilatoren hätten nur zeitweise für Abhilfe gesorgt. „Um eine Klimatisierung kommen wir nicht herum“, sagt Jörg Kogelheide.

Der heiße, trockene Sommer machte sich auch an anderer Stelle bemerkbar. Zwischenzeitlich hatte die Stadt die Bürger im Juli zum Wassersparen aufgerufen. Wolfgang Beuge von den Grünen beantragte nun, ein Förderprogramm aufzulegen, dass die Verbraucher zum Wassersparen motiviert.

Verbraucher sollen mehr beraten werden

20.000 Euro sollen dafür in 2020 bereitgestellt werden. „Wir müssen mit dem wertvollen Gut Trinkwasser sparsamer umgehen“, erklärte er den Antrag. Ähnlich wie bei der Energieberatung sollten die Versmolder Tipps und eventuell auch finanzielle Anreize seitens der Stadtwerke bekommen. Stadt und Energieversorger werden nun Ideen sammeln, wie Informationsarbeit verbessert werden kann.

Den insgesamt steigenden Wasserverbrauch führt Jörg Kogelheide allerdings vor allem auf Industriekunden zurück. Der jährliche Absatz ist in diesem Bereich seit 2015 um 120.000 Kubikmeter gestiegen, während die Tarifkunden mit kalkulierten 882.000 Kubikmeter Wasser im kommenden Jahr im Mittel liegen. „Die Sonderkunden werden wir nicht durch Sparmaßnahmen erreichen“, so der Betriebsleiter. Vielmehr müsse man dafür sorgen, dass auch künftig ausreichend Wasser gefördert werden könne. Im Sommer waren die Pumpen im Wasserwerk an ihre Leistungsgrenze gestoßen.

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