Großfusion auf dem Wurstmarkt: Reinert und Kemper planen Zusammenschluss

Die Familienunternehmen aus Versmold und Nortrup wollen ein neues Schwergewicht bilden. Mit einem gemeinsamen Umsatz von über 700 Millionen Euro wäre das Unternehmen die neue Nummer 2 auf dem deutschen Markt.

Nicole Donath

Unter neuer Fahne: Die Loxtener Fleischwarenfabrik steht vor grundlegenden Veränderungen. Die kartellrechtliche Zustimmung vorausgesetzt gehört sie bald zum neuen Unternehmen »The Family Butchers«. - © Foto: Jan Herrmann
Unter neuer Fahne: Die Loxtener Fleischwarenfabrik steht vor grundlegenden Veränderungen. Die kartellrechtliche Zustimmung vorausgesetzt gehört sie bald zum neuen Unternehmen »The Family Butchers«. (© Foto: Jan Herrmann)

Versmold/Nortrup. Die beiden privaten Fleischwarenanbieter Reinert aus Versmold und Kemper aus Nortrup planen eine Großfusion. Unter dem Namen "The Family Butchers" (TFB) soll Deutschlands zweitgrößtes Fleischverarbeitungsunternehmen mit einem Jahresumsatz von über 700 Millionen Euro entstehen. Damit wäre der neue Konzern die neue Nummer 2 auf dem deutschen Markt.

Die Inhaberfamilien Reinert und Kühnl halten jeweils 50 Prozent der Anteile an dem neu gegründeten Unternehmen, das Hans-Ewald Reinert und Dr. Wolfgang Kühnl als geschäftsführende Gesellschafter führen werden. Der Zusammenschluss soll nach Abschluss der kartellrechtlichen Prüfung voraussichtlich zum Jahreswechsel vollzogen werden.

Wie es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Unternehmen heißt, werde "TBF" seinen Kunden "ein breites Sortiment von Preiseinstiegsprodukten bis hin zu Premium-Herstellermarken" anbieten. Dabei sollen die Kompetenzen von Reinert als Markenhersteller und Kemper als Private-Label-Spezialist gebündelt werden. Das neue Unternehmen umfasst neun Produktionsstätten mit aktuell 2.600 Mitarbeiter(inne)n. „Wir sind gefordert, Antworten auf die Herausforderungen in der Wurst- und Fleischbranche zu finden. Mit unserem Zusammenschluss entsteht ein starkes Unternehmen mit einer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit. Wir sind damit für die Anforderungen der Zukunft gerüstet", erläutert Hans-Ewald Reinert die Gründe für die Fusion. „Dabei bleiben wir ein Familienunternehmen mit einer klaren, auf Langfristigkeit und Vertrauen ausgelegten Werteorientierung. Und wir wissen um unsere Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaften und die Verlässlichkeit für unsere Mitarbeiter und Kunden", ergänzt Dr. Wolfgang Kühnl. Das neue Unternehmen strebe eine "herausragende Rolle in der Branche als Kosten- und Innovationsführer" an und verstehe sich als "Impulsgeber im Veränderungsprozess der Fleisch- und Wurstwarenindustrie".

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