Schnelles Internet: Telekom verlegt in Versmold 67 Kilometer Glasfaser

Die Bagger für den Breitbandausbau legen los. Erstes Ziel ist die bessere Versorgung der Oesterweger Haushalte, dann gehts Richtung Hesselteich

Tasja Klusmeyer

Unübersehbar: Auf dem Schild an der Jägerstraße wird erklärt, wer da was baut. Vitali Saprykin (Stadt), Fachbereichsleiter Dirk Niggemann, Bauunternehmer Thomas Görzen, die beiden Telekom-Vertreter Gregor Vos und Klaus Karneth sowie Bürgermeister Michael Meyer-Hermann tätigen den symbolischen ersten Spatenstich. - © Tasja Klusmeyer, HK
Unübersehbar: Auf dem Schild an der Jägerstraße wird erklärt, wer da was baut. Vitali Saprykin (Stadt), Fachbereichsleiter Dirk Niggemann, Bauunternehmer Thomas Görzen, die beiden Telekom-Vertreter Gregor Vos und Klaus Karneth sowie Bürgermeister Michael Meyer-Hermann tätigen den symbolischen ersten Spatenstich. (© Tasja Klusmeyer, HK)

Versmold. Auf diesen Tag hat die Stadt längere Zeit gewartet. Mehr noch als Politik und Verwaltung aber dürften die betroffenen Bürger den Startschuss herbeigesehnt haben. Die Internetschwindigkeit gerade in ländlichen Bereichen Versmolds und die Verzögerungen, die es in den vergangenen Monaten gab, hatten zu viel Unmut geführt. Am Dienstagvormittag nun hatten Stadt, der für den Breitbandausbau zuständige Zweckverband Infokom und die beauftragte Telekom zum Pressetermin samt erstem Spatenstich eingeladen. Dem symbolischen Akt folgt direkt der tatsächliche Baustart. „Am Mittwoch beginnt genau hier der Bagger", sagt Thomas Görzen.

Der Bauunternehmer aus Bad Laer steht an der Jägerstraße, Ecke Flachsweg, wo ein Schild mit unverkennbarem Telekom-Magenta am Bauzaun angebracht ist. Der Aufsteller kündet vom Großprojekt. 2,2 Millionen Euro – überwiegend aus Fördertöpfen von Land und Bund finanziert – kostet die neue Internet-Infrastruktur. Der städtische Eigenanteil liegt bei zehn Prozent, also bei etwa 220.000 Euro.

2.500 Haushalt werden besser versorgt

Gregor Vos ist Regio-Manager bei der Telekom und als solcher für den Infrastrukturvertrieb Region Nord verantwortlich. Die Planung für Versmold sei „sehr diffizil in der Feinabstimmung" gewesen, räumt er ein. Das neue Netz werde so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sei, lässt der Telekommunikationsriese in seiner Medieninformation wissen. Insgesamt profitieren etwa 2.500 Versmolder Haushalte.

Gregor Vos und sein Kollege Klaus Karneth, bei der Telekom in der Region für den technischen Teil zuständig, haben einige Zahlen zur Großbaustelle mitgebracht. Die Tiefbauarbeiten erstrecken sich über 48 Kilometer. In den neuen Leerrohren werden 67,5 Kilometer Glasfaser mittels Druckluft eingeblasen. Neun neue Netzverteiler sowie 67 Multifunktionsgehäuse werden aufgestellt. Anschließend folgt die Feinarbeit im Hintergrund: die Anbindung der Leitungen ans weltweite Netz. Einige Haushalte werden direkt mit Glasfaser angeschlossen, überwiegend aber läuft das Kabel bis zum Verteiler, von dort aus mittels Vectoringtechnik weiter zu den Kunden.

Reservierungen sind schon möglich

Zunächst einmal muss dafür vom Stadtrand entlang der Jägerstraße Richtung Oesterweg gebuddelt werden. In vier Wochen, so Thomas Görzen, soll der Ortsteil erreicht sein. Anschließend geht es weiter nach Hesselteich. Ein zweiter Strang läuft entlang der Bielefelder Straße durch Oesterweg ebenso Richtung Hesselteich. Erklärtes Ziel, so Klaus Karneth, ist es, dass die Hesselteicher Haushalte Ende des Jahres über DSL-Anschlüsse verfügen. Je nach Baufortschritt sollen einzelne Abschnitte vorher freigeschaltet werden. Schon jetzt sei es möglich, Reservierungen vorzunehmen.

Baustellen bringen in der Regel Einschränkungen mit sich. Tiefbauer Thomas Görzen versucht diese so gering wie möglich für die Bürger zu halten. „Es wird maximal ein halber Tag sein, dass Anwohner ihre Einfahrt nicht nutzen können", sagt er. Sind Oesterweg und Hesselteich angeschlossen, nimmt die Telekom weitere Ortsteile ins Visier. Bis Ende 2020 muss sie ihrer vertraglichen Verpflichtung nachgekommen sein. Bürgermeister Michael Meyer-Hermann hofft, dass es nach den anfänglichen Startschwierigkeiten nun besser vorangeht. Damit möglichst schnell möglichst viele Versmolder mit mindestens 50 Mbit/s im Internet surfen.

Termin zum Vormerken: Am Donnerstag, 5. September, findet ab 19 Uhr eine Infoveranstaltung in der städtischen Aula an der Schulstraße statt.

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