SteinhagenSteinhagener Cupcake-Bäckerin verzaubert ganz Deutschland

Mandy Hein ist begeisterte Cupcake-Bäckerin und Bloggerin. Mit ihrer Backkunst hat die gebürtige Kanadierin bereits vor ein paar Jahren ihren Mann um den Finger gewickelt. Inzwischen sind Menschen aus ganz Deutschland in ihr Süßgebäck verknallt.

Frank Jasper

Steinhagens Cupcake-Bäckerin - © Katharina Haupt (www.fraeuleinhaupt.de)
Steinhagens Cupcake-Bäckerin (© Katharina Haupt (www.fraeuleinhaupt.de))

Steinhagen-Amshausen. Das, was Mandy Hein aus dem Backofen zieht, ist Weihnachtsbäckerei für Fortgeschrittene. Die 36-Jährige hat sich auf Cupcakes spezialisiert und läuft kurz vor den Feiertagen zur Höchstform auf. Bevor die Cupcakes serviert werden, kommen sie vors Kameraobjektiv. Mandy Hein macht noch schnell ein Foto für ihr Instagram-Profil „Cupcakes und Liebe". Wer sich dort durch die Bildergalerie scrollt, bekommt schon vom Hinschauen Karies. Aus manchen Cupcakes wachsen ganze Weihnachtsbäume heraus, zu Halloween gab’s welche mit Glubschaugen und Bluttransfusion. Gefärbter Zuckerguss und Lebensmittelfarbe machen es möglich.

In Nordamerikas Cafés darf das hippe Gebäck nicht fehlen

In ihrer Heimat Kanada ebenso in den USA sind Cupcakes ein überaus beliebtes Gebäck. „Da findet kein Kindergeburtstag ohne Cupcakes statt", erzählt Mandy Hein, die seit 2013 in Deutschland lebt. Doch auch bei Erwachsenen sind sie beliebt. In den 1990er Jahren entwickelten sich die kleinen Kuchen zu einem regelrechten In-Produkt mit hippen Nimbus, befeuert durch die Platzierung in TV-Serien wie „Sex And The City" und „2 Broke Girls".

Cupcake - © privat
Cupcake (© privat)

Im Unterschied zu Muffins werden Cupcakes flach gebacken und bekommen ein Topping aus Buttercreme mit aufwendiger Verzierung. Weil die kleinen Kuchen in einer tassengroßen Backform (Cup) gebacken werden, entstand die Bezeichnung Cupcake.

Gebacken hat Mandy Hein schon immer gerne. „Ich habe damals meinen jetzigen Mann Benjamin mit meinen Cookies gelockt", erzählt die gebürtige Kanadierin mit amerikanischem Akzent. „Er wohnte damals noch in Stuttgart. Erst hat er sich in meine Cookies verliebt, die ich ihm geschickt habe, dann in mich." Inzwischen wohnen beide in Amshausen, und Benjamin darf als Vorkoster die neuen Cupcakes probieren.

Cupcake - © privat
Cupcake (© privat)

Zur Profession wurde das Backen Mitte 2019. „Mir ging es damals mental nicht so gut. Mir war alles zu viel und ich hatte Heimweh nach Kanada", erinnert sich Mandy Hein. „Eine Freundin wollte heiraten und ich sollte eine Torte backen. Da habe ich dann richtig viel Energie reingesteckt. Die Rückmeldungen waren so positiv. Alle haben meine Backkunst bewundert. Und für mich war Backen wie eine Therapie", erzählt die junge Frau. Parallel zu ihrem Job als Erzieherin in der Kindertagesstätte in Amshausen wollte Mandy Hein aus dem Backen ein Business machen. Das Anmelden eines Gewerbes war jedoch deutlich komplizierter als ein Kuchenrezept.

„Backen ist ein Handwerk, und ich bin keine ausgebildete Konditorin. Also musste ich bei der Handwerkskammer in Bielefeld eine Ausnahmebewilligung beantragen und dazu mehrere Prüfungen ablegen", erklärt Mandy Hein. Nachdem sie die im August erfolgreich abgelegt hatte, erhielt sie die Erlaubnis für ein Gewerbe zum Herstellen und Verkauf von nordamerikanischen Backwaren. Ein Bienenstich und eine Schwarzwälder Kirschtorte sind folglich tabu. Macht nicht’s. Denn Cupcakes bieten Mandy Hein als Botschafterin kanadischer Backkunst ausreichend kreative Entfaltungsmöglichkeiten.

5.300 Fans folgen ihrem zuckersüßen Instagram-Profil

Gebacken wird fast ausschließlich mit nordamerikanischen Zutaten. Inzwischen sind allerdings auch Firmen auf die Bloggerin aufmerksam geworden, die sie ausstatten. „In diesem Jahr hatte ich eine Kooperation mit einem Hersteller von Lebensmittelfarbe, die zu hundert Prozent natürlich ist, weil sie aus Obst und Gemüse hergestellt wird", erzählt Mandy Hein, die künftig auch Workshops anbieten möchte.

Cupcake - © privat
Cupcake (© privat)

Über ihr Instagram-Profil, dem inzwischen knapp 5.300 Menschen folgen, erreichen die Amshausenerin Anfragen aus allen Teilen Deutschlands. „Mir schreiben Leute aus Hamburg, Berlin und Frankfurt. Alle wollen meine Cupcakes haben", berichtet die 36-Jährige. Das Problem: „Cupcakes sind einfach zu empfindlich. Die kann ich nicht einfach in eine Kiste packen und verschicken. Die kommen nicht heile an", bedauert Mandy Hein. Darum nimmt sie Bestellungen gerne entgegen, die Kunden müssen sie aber abholen.

Momentan plant sie zusammen mit ihrem Mann zuhause eine neue Profi-Backstube. Schließlich ist nach Weihnachten vor Silvester. Und auch zu diesem besonderen Anlass fallen Mandy Hein garantiert Motto-Cupcakes ein. „Ich hab’ da schon ein paar Ideen ...", bestätigt sie lachend.

- © privat
(© privat)
Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.