HalleHilfe für die Flutopfer - und ein emotionales Wiedersehen im Krisengebiet

Die Haller Spendenaktion für Bad Münstereifel wird mit der Übergabe eines Spendenschecks abgeschlossen. HIW, die Initiative "Kauf im Ort" und Stadt schaffen eine imposante Summe.

hoher Spendensumme

Einen Scheck über 110.000 Euro überreichte Bürgermeister Thomas Tappe an seine Amtskollegin Sabine Preiser-Marian und den Vorstand der Bürgerstiftung Bad Münstereifel, Peter Greven. Mit dabei waren HIW-Vorsitzende Sigrun Lohmeyer, die alten Handballfreunde Richard Fuchs und Matthias Braun, der Vorsitzenden des TVE Bad Münstereifel, Tobias Stadie, und die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Fuchs. - © Stadt Halle (Westf.)
Einen Scheck über 110.000 Euro überreichte Bürgermeister Thomas Tappe an seine Amtskollegin Sabine Preiser-Marian und den Vorstand der Bürgerstiftung Bad Münstereifel, Peter Greven. Mit dabei waren HIW-Vorsitzende Sigrun Lohmeyer, die alten Handballfreunde Richard Fuchs und Matthias Braun, der Vorsitzenden des TVE Bad Münstereifel, Tobias Stadie, und die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Fuchs. © Stadt Halle (Westf.)

Halle. Bürgermeister Thomas Tappe, HIW-Vorsitzende Sigrun Lohmeyer und Initiator Matthias Braun machten sich auf den Weg in die gebeutelte Stadt – und erfuhren große Dankbarkeit für die Spende aus Halle, die nun über die Bürgerstiftung der Stadt Bad Münstereifel an die betroffenen Menschen der Erft-Stadt verteilt wird.

Fünf Tote, mehr als 250 Millionen Euro Schäden an öffentlicher Infrastruktur, 100 dauerhaft unbewohnbare Wohnungen, elf komplett zerstörte Häuser und zu 80 Prozent beschädigte Denkmäler im Stadtgebiet sind nur einige schreckliche Fakten einer ersten Bilanz.

Unglaubliche Leistung der vielen Helfer

Bei einem Rundgang durch die Innenstadt wurde dann sichtbar, welche unglaubliche Leistung die Helfer und Handwerker im Zuge der Aufräumarbeiten bereits geleistet haben. 18.000 Tonnen Sperrmüll und 110 Tonnen Elektroschrott sind weitestgehend weggeräumt. Und doch gibt es noch unendlich viel zu tun. Ralf Wassong, Technischer Betriebsleiter der Stadtwerke, zeigte den Fortschritt der aktuell drängendsten Aufgabe – der Verlegung neuer Versorgungsleitungen für Wasser und Strom. „Entlang der Erft war nahezu alles komplett zerstört und muss von Grund auf neu verlegt werden." Das zweite große Problem ist der nahende Winter. „Viele Haushalte sind ohne Heizung, es gibt hier einen großen Versorgungsengpass, der den Menschen Sorgen bereitet", sagt Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian.

Überall in der Stadt findet man Banner, Plakate und bemalte Schaufenster, auf denen die Dankbarkeit der Menschen für die

überwältigende Hilfe deutlich wird. - © Stadt Halle
Überall in der Stadt findet man Banner, Plakate und bemalte Schaufenster, auf denen die Dankbarkeit der Menschen für die
überwältigende Hilfe deutlich wird. (© Stadt Halle)

Mit dabei war auch Unternehmer Peter Greven aus dem Vorstand der Bürgerstiftung. Hier wird die Spende aus Halle landen, hier wird sie an die Betroffenen verteilt. „Wir haben bis heute rund 2,7 Millionen Euro an Spenden erhalten, die wir in mehreren Maßnahmen weitergeben", sagt Greven. Zunächst einmal wurden die Spenden für die Verpflegung der zahlreichen freiwilligen Helfenden verwendet. Eine weitere Maßnahme ist die Beschaffung und der Verleih von Bautrocknern und anderen dringend benötigten Geräten und Maschinen, mit den Häuser und Wohnungen wieder bewohnbar gemacht werden können.

1.800 Anträge auf Soforthilfe gestellt

Aktuell fließt der größte Teil der Spenden in die Aufstockung der Soforthilfe. „Bis heute haben 1.800 Haushalte einen Antrag auf Soforthilfe gestellt", so Greven. Wird ein solcher Antrag genehmigt, stockt die Bürgerstiftung den Maximalbetrag von 3.500 Euro um weitere 400 Euro pro Haushaltsmitglied auf.

Ralf Wassong, Technischer Betriebsleiter der Stadtwerke Bad Münstereifel (rechts), erklärt Thomas Tappe und Sigrun Lohmeyer an der Erft die dringendsten Arbeiten am Versorgungsnetzt, das durch das Hochwasser nahezu komplett zerstört wurde. - © Stadt Halle
Ralf Wassong, Technischer Betriebsleiter der Stadtwerke Bad Münstereifel (rechts), erklärt Thomas Tappe und Sigrun Lohmeyer an der Erft die dringendsten Arbeiten am Versorgungsnetzt, das durch das Hochwasser nahezu komplett zerstört wurde. (© Stadt Halle)

Halles Bürgermeister Thomas Tappe freut sich, „dass wir etwas Gutes bewegen können. Uns war von Anfang an wichtig, dass die Spenden den Menschen direkt zugutekommen – das ist durch die Bürgerstiftung gewährleistet". Seine Amtskollegin Sabine Preiser-Marian machte zum Abschied deutlich, wie wertvoll die Aktion „Halle hilft!" für ihre Stadt ist: „Ihre finanzielle Unterstützung, das Engagement der vielen Haller Firmen und Helfer hier vor Ort und ihr heutiger Besuch sind für uns ein ganz wichtiges Signal der Solidarität und geben uns Kraft, trotz aller Hürden und Probleme weiterzumachen."

Bewegendes Wiedersehen nach 40 Jahren

Für den Haller Matthias „Charly" Braun, auf dessen Idee die Aktion überhaupt erst ins Leben gerufen wurde, gab es eine feste Umarmung seines alten Kumpels Richard Fuchs. 40 Jahre hatten sich die beiden Handballer aus Halle und Bad Münstereifel nicht gesehen und erst durch die Flutkatastrophe wieder zusammengefunden.

 

Für den Haller Matthias „Charly" Braun (links), auf dessen Idee

die Aktion überhaupt erst ins Leben gerufen wurde, gab es ein Wiedersehen mit seinem alten Kumpel Richard Fuchs. - © Stadt Halle
Für den Haller Matthias „Charly" Braun (links), auf dessen Idee
die Aktion überhaupt erst ins Leben gerufen wurde, gab es ein Wiedersehen mit seinem alten Kumpel Richard Fuchs. (© Stadt Halle)

Und so stieß man am Ende eines ereignisreichen und emotionalen Tages im Esszimmer von Richard und Brigitte Fuchs mit einem Kölsch an – auf eine alte Freundschaft, die Hilfe aus Halle und die Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität.

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