HalleFrost bedroht Blütenpracht: So können Sie Ihre Gartenpflanzen schützen

Nach den warmen Tagen sind die Gartenpflanzen plötzlich mit Schnee und Minustemperaturen konfrontiert. Sie können geschützt werden. Meistens jedenfalls.

Heiko Kaiser

Frost und Schnee rücken den gerade aufgeblühten Pflanzen im Garten zu Leibe. - © Marc Uthmann
Frost und Schnee rücken den gerade aufgeblühten Pflanzen im Garten zu Leibe. © Marc Uthmann

Halle. Gartenbesitzern, die in der Nacht zu Dienstag aus dem Fenster geschaut haben, wird der Schreck eiskalt in die Glieder gefahren sein. Schnee. Denn so manchen haben die warmen Temperaturen der vergangenen Tage dazu verleitet, den Garten mit blühenden Pflanzen auszustatten. Wer rechtzeitig vom Wetterumschwung erfahren hat, wird Topfpflanzen ins schützende Haus zurückgeholt haben. Doch was ist mit den ausgepflanzten Stauden und Beetpflanzen?

Thomas Schöwerling von der Gärtnerei Schöwerling in Stockkämpen gibt teilweise Entwarnung. „Frühblüher wie Primeln, Narzissen, Stiefmütterchen oder Hornpfeilchen haben keine Probleme, wenn sie von Schnee bedeckt werden", sagt er. Im Gegenteil. „Der Schnee wirkt wie eine isolierende Schicht. Wo also an schattigen Plätzen der Schnee auf den Pflanzen liegenbleibt, soll man ihn auch liegenlassen", fügt er erklärend hinzu. Bis zu einer Temperatur von minus fünf Grad müsse man keine Sorgen um die Pflanzenpracht im Garten haben.

Ein Hochbeet - © Heiko Kaiser
Ein Hochbeet (© Heiko Kaiser)
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Bei noch kälteren Nächten allerdings empfiehlt Thomas Schöwerling, die Blumen oder Stauden mit einer leichten Decke, einem Frostschutzvlies, einem Kartoffelsack oder einer alten Gardine abzudecken. Das gilt vor allem auch für empfindlichere Pflanzen wie Oleander, Zitronen- oder Olivenbäumchen, wenn sie nicht kurzfristig ins Haus zurückgeholt werden können.

Pech allerdings haben diejenigen Besitzer, die eine blühende Magnolie in ihrem Garten haben. Wie im vergangenen Jahr droht hier erneut ein abruptes Ende der Blütenpracht. Denn schon leichter Frost lässt die Blüten braun verfärben. „Das ist Pech", sagt Thomas Schöwerling. Einen Tipp, wie dem begegnet werden, kann hat er nicht. Vor allem nicht für große Bäume. Bei jüngeren und damit kleineren Bäumen hingegen kann ebenfalls ein Vlies die Blüten vor Frostschäden bewahren.

Schutz für Obstbäume

Das gilt auch für junge Obstbäume. Wenn jedoch die Kirsche oder der Apfelbaum zu groß ist, um sie mit einer Abdeckung vor Frostschäden zu schützen, könnte eine sogenannte Frostschutzberegnung helfen. Obstbauern schützen dabei die empfindlichen Blüten vor Frostschäden, indem sie Beregnungsanlagen einsetzen, die einen feinen Sprühnebel auf dem Baum verteilen. Beim Gefrieren des Wassers wird auf den Pflanzen Kristallisationswärme freigesetzt. Das Eis legt sich wie eine dünne Schutzschicht über die Blüten, so dass in der Regel Blätter und Blüten vor Frostschäden bewahrt werden. Einfacher haben es diejenigen, die ihr Hochbeet und die darin befindlichen Pflanzen schützen wollen. Ihnen rät Thomas Schöwerling, das Beet mit einem Vlies, einer Strohmatte oder Folie abzudecken.

Die Blüten der Magnolie können schon bei leichtem Frost Schäden davontragen. - © Heiko Kaiser
Die Blüten der Magnolie können schon bei leichtem Frost Schäden davontragen. (© Heiko Kaiser)

Und wer sich mit dem Gedanken trägt, beispielsweise eine Blumenwiese anzulegen, sollte, so Thomas Schöwerling, mit der Aussaat noch ein wenig warten. „Gräser benötigen eine Keimtemperatur von etwa zehn Grad, bei Blumen liegt die Temperatur noch ein wenig höher", sagt er. Selbst hat Thomas Schöwerling bereits Sonnenblumensamen in die Erde gebracht. „Doch die liegen etwa drei Zentimer tief und sind mit einem Vlies bedeckt. Da gibt es auch bei diesen Temperaturen kein Problem."

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