HalleMillionenprojekt ist auf dem Weg: Halle bekommt Bewegungspark

Die Politik hat sich einstimmig für den Bau des neuen Skate- und Bewegungsparks Masch ausgesprochen. Etwa drei Viertel der Gesamtsumme in Höhe von 1,1 Millionen Euro soll durch Fördergelder gedeckt werden.

Uwe Pollmeier

So soll der neue Skate- und Bewegungspark Masch aussehen. Neben einem Flowpark für Skater (Mitte oben) soll es auch eine Halfpipe oder Minirampe sowie zwei Mountainbikebahnen (rechts) und eine Calisthenics-Anlage (blau) geben. Abgerundet wird das Angebot durch drei Beachfelder für Handball und Volleyball (links). - © Maier/Ulenberg und Illgas
So soll der neue Skate- und Bewegungspark Masch aussehen. Neben einem Flowpark für Skater (Mitte oben) soll es auch eine Halfpipe oder Minirampe sowie zwei Mountainbikebahnen (rechts) und eine Calisthenics-Anlage (blau) geben. Abgerundet wird das Angebot durch drei Beachfelder für Handball und Volleyball (links). (© Maier/Ulenberg und Illgas)

Halle. Die 13 Mitglieder des Ausschusses für Schule und Sport haben in ihrer ersten Sitzung den Weg für den Bau des neuen Skate- und Bewegungsparks Masch frei gemacht. Einstimmig wurde dem vorgestellten Entwurf der Anlage zugestimmt, so dass nun die Unterlagen bei der Bezirksregierung Detmold zwecks finanzieller Förderung eingereicht werden können. Mit dem Förderentscheid wird das Projekt in seiner geplanten Form stehen und fallen, denn bereits im Haupt- und Finanzausschuss kurz vor Weihnachten war beschlossen worden, dass das 1,1 Millionen Euro teure Vorhaben nur bei Zusage der maximal 750.000 Euro an Fördergeldern realisiert werden kann.

Was die Haller für diesen Preis erwarten dürfen, wurde am Mittwochabend zum ersten Mal öffentlich vorgestellt. „Wir sind spezialisiert auf Sport- und Freizeitanlagen, Spielplätze und Schulhöfe", sagte Markus Illgas zu den Mitgliedern des Ausschusses für Schule und Sport. Der Landschaftsarchitekt aus Straelen ist in der Lindenstadt längst kein Unbekannter mehr. Schließlich ist er auch verantwortlich für das neue Sportzentrum Masch, dessen zweiter Bauabschnitt gerade läuft.

Da aber Skateanlagen nicht zum täglichen Geschäft seines Planungsbüros gehören, hat er sich in Ralf Maier einen guten Freund mit ins Boot geholt. Der Landschaftsarchitekt aus Köln gestaltet Skaterbahnen auf der ganzen Welt und war früher selbst als professioneller BMX-Fahrer in der Szene aktiv. „Dies ist ein sehr spezielles Planungsfeld. Hier entsteht eine Sportanlage nach Sportplatznorm und kein Spielplatz", hob Maier die Bedeutung der Skater hervor, die in diesem Jahr auch bei Olympia starten.

Alte Skateanlage Wasserwerkstraße Masch - © Uwe Pollmeier
Alte Skateanlage Wasserwerkstraße Masch (© Uwe Pollmeier)

Mit Bereichen für Ältere

Neben dem Skatebereich, der zukünftig aus Lärmschutzgründen auf der jetzigen Fläche der Beachfelder zu finden sein wird, soll der Platz Möglichkeiten für weitere sportliche Betätigungsfelder bieten. „Es wird eine Pumptrack-Strecke geben", erklärte Illgas. Gemeint ist eine asphaltierte Fahrbahn für Mountainbiker, welche auch direkt nebenan ein kindgerechtes Pendant erhält, auf dem die Jüngsten mit dem Laufrad ihre Runden drehen können. Zudem sollen direkt an der Wasserwerkstraße zwei Beachvolleyballfelder und ein Beachhandballfeld entstehen, welches bei Bedarf kurzfristig in ein Volleyballfeld umgewandelt werden kann. Sie werden mit vier Meter hohen Ballfangzäunen versehen.

Im Calisthenics-Bereich können sich, je nach Fitness, Haller bis ins hohe Alter bewegen. „Das ist eigentlich nur ein coolerer Name für Turnstangen", erklärte Maier. Daneben soll eine Halfpipe oder eine Minirampe entstehen. Kernstück der Anlage soll der Skatepark aus pflegeleichtem Ortbeton werden. „Die Wartungskosten sind sehr gering und die Lebensdauer liegt bei 20 bis 40 Jahren", sagte Maier.

„Warum wurde die Schule nicht im Lärmschutzgutachten beachtet?", fragte im Anschluss an die Präsentation Ausschussmitglied Christian Wieda (Grüne). „Die Betriebszeiten der Schule unterscheiden sich von den Nutzungszeiten der Anlage. Daher muss dies nicht beachtet werden", erklärte Benjamin Potthoff vom Ordnungsamt der Stadt. „Das ist ein toller Plan und eine hervorragende Anlage", sagte Sebastian Manke (UWG). Allerdings merkte er an, dass, wie schon beim Sportplatzbau, einige Torflinsen Kosten und Bauzeit ansteigen lassen könnten.

„Der Skatepark lässt sich multifunktional nutzen"

„Wir haben schon einen gewissen Anteil von Bodenaustausch in die Kosten mit einberechnet", sagte Illgas. Natürlich könne man erneut auf Torflinsen treffen, aber schon beim zweiten Bauabschnitt des Sportzentrums habe sich gezeigt, dass es nicht immer so schlimm sein müsse wie beim ersten Bauabschnitt. „Außerdem geht es ja hier nicht um den Bau eines 7.000 Quadratmeter großen Kunstrasenplatzes", sagte Illgas. Die Auswirkungen wären daher ohnehin nicht so gravierend.

„Der Skatepark lässt sich multifunktional nutzen", erklärte Maier. Er sei für BMX-Fahrer, Skater, Inlinefahrer, Rollschuhfahrer oder Rollstuhlfahrer geeignet, da zwei der drei geplanten Zugänge barrierefrei seien.

„Wir freuen uns auf diese Anlage und hoffen, dass die Umsetzung erfolgt", sagte Udo Kerwien, stellvertretender Vorsitzender des Stadtsportverbandes. Elke Rosentahl (CDU) nannte die Anlage eine „große Bereicherung". Genau solch ein Angebot für Jugendliche fehle noch in Halle.

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