Künsebecker Jecken feiern atemlos durch die Nacht

Rolf Uhlemeier

Das Solo-Mariechen der Fire-Guardiens aus Neuenkirchen begeisterte beim Kehraus der Künsebecker Karnevals-Gesellschaft am Samstagabend mit einer tollen Tanzeinlage. - © Rolf Uhlemeier
Das Solo-Mariechen der Fire-Guardiens aus Neuenkirchen begeisterte beim Kehraus der Künsebecker Karnevals-Gesellschaft am Samstagabend mit einer tollen Tanzeinlage. (© Rolf Uhlemeier)

Halle. „Immer wieder sonntags fehlt die Erinnerung“, schmetterte das Duo Uwe & Manfred und sparte in seinem Gassenhauer nicht mit deftigen Anspielungen auf die ältere Generation, zu der die beiden Komiker zweifelsfrei selbst gehören. Die Gäste der Künsebecker Karnevals-Gesellschaft werden sich sicher noch lange an den Kehraus des Jahres 2020 erinnern und das nicht nur, weil das Datum ein besonderes war.

Als in den Hochburgen des närrischen Treibens längst die Zeit des Verzichts angebrochen war, ließen es die heimischen Karnevalisten am 29. Februar im großen Saal des Landhotels Jäckel noch einmal richtig krachen. An dem Tag, den es nicht alle Jahre gibt, hatten die Künsebecker Jecken ein tolles Programm mit namhaften Künstlern auf die Beine gestellt. Zu den 250 Gästen im ausverkauften Saal gehörten viele Repräsentanten heimischer Vereine und Abordnungen benachbarter Karnevals-Gesellschaften.

Alles im Griff hatten Zauberer Frank Katzmarek und Cordula Verdugo Rodriguez. - © Rolf Uhlemeier
Alles im Griff hatten Zauberer Frank Katzmarek und Cordula Verdugo Rodriguez. (© Rolf Uhlemeier)

Verzichten mussten die Jecken auf die Tanzvorführung der Kindergruppe des TV Künsebeck, die ihren Auftritt aus Krankheitsgründen abgesagt hatte. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch und so zündeten die „Zwei Lausbuben“ die ersten Stimmungsraketen nach dem Einmarsch des Elferrates mit deftigen Witzen und krachenden Akkorden. Eingangs erwähnte partielle Amnesie hatten Uwe und Manfred übrigens auch bei Politikern ausgemacht, die schon kurz nach der Wahl nicht mehr wissen, was sie ihren Wählen zuvor versprochen hatten. Bezugnehmend auf die Ereignisse bei der Wahl in Thüringen trällerte das Duo: „Immer nach dem Wahltag fehlt die Erinnerung und jeder dreht es sich so, wie er es braucht.“

Solo-Mariechen lässt die Funken fliegen

Nicht nur optisch, auch gesanglich war Bianca Schnelle ganz nah dran an Helene Fischer. Applaus gabs dafür auch von Rainer Pohl. - © Rolf Uhlemeier
Nicht nur optisch, auch gesanglich war Bianca Schnelle ganz nah dran an Helene Fischer. Applaus gabs dafür auch von Rainer Pohl. (© Rolf Uhlemeier)

Begleitet von Thomas Venten am Keyboard ließ das Solo-Mariechen der »Fire Guardians« aus Neuenkirchen anschließend die Funken fliegen und sorgte dafür, dass die Jecken auf Tischen und Stühlen tanzten.

Geschunkelt und mitgesungen wurde an den Tischen im großen Saal des Landhotels bis spät in die Nacht. - © Rolf Uhlemeier
Geschunkelt und mitgesungen wurde an den Tischen im großen Saal des Landhotels bis spät in die Nacht. (© Rolf Uhlemeier)

Danach verstand es Frank Katzmarek meisterhaft, seine Zauberkunststücke mit einem komödiantischen Sprüche-Feuerwerk und weiblichen Assistentinnen, die er kurzerhand aus dem Publikum verpflichtete, zu umspielen und die Gäste mit seinen Tricks zu verblüffen. So schaffte es Diana mit seiner Hilfe, ein Frühstücksei verschwinden zu lassen, und Cordula einen Knopf von unsichtbarer Hand anzunähen.

Die betagten „Lausbuben“ aus Wassenberg sparten nicht mit Blödeleien und Selbstironie. - © Rolf Uhlemeier
Die betagten „Lausbuben“ aus Wassenberg sparten nicht mit Blödeleien und Selbstironie. (© Rolf Uhlemeier)

Als Bianca Schnelle die Gäste mit auf eine Reise durch die Schlagerwelt von Helene Fischer und Marianne Rosenberg nahm, kochte der Saal und bahnte sich die erste Polonaise ihren Weg durch die vollbesetzen Reihen. „Pfundskerl“ Kai Kramostra erntete nur wenig später eine Lachsalve nach der anderen. Der Kölner Komiker sparte nicht mit Selbstironie („noch vier Bier und ich bin schön“) und zeigte sich als intimer Kenner der Haller Politik. Er fragte sich, ob der Name der Bürgermeisterin denn überhaupt auf eine Visitenkarte passe und wusste mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf zu berichten, dass „Edda und Thomas schon auf ihren Stuhl schielen“. So nahm der Abend mit dem folgenden Auftritt der Fire-Guardians seinen Lauf. Und spätestens beim morgendlichen Frühschoppen mit traditionellem Fischessen hatte manch Gast sicherlich nicht nur die Chance, die eine oder andere Gedächtnislücke wieder zu füllen.

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