HalleUmgestaltung der Alleestraße wird zum dritten Mal geplant

Gegen den Willen von CDU und der BI Alleestraße wird Stadtplaner Dr. Ralf Kaulen für rund 12.000 Euro eine weitere Planung erstellen. Erst danach wird weiterdiskutiert.

Uwe Pollmeier

Alleestraße - © Uwe Pollmeier
Alleestraße (© Uwe Pollmeier)

Halle. Die vor Jahren gestartete Planung zur Umgestaltung der Alleestraße und der südlichen Bahnhofstraße geht in die dritte Runde. Dies ist das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses. „Wir haben nach der Vorstellung der zweiten Planung aufgrund der Reaktionen den Wunsch nach einer Variante wahrgenommen", sagte Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann.

Grundsätzlich gehe es um zwei Diskussionspunkte. „Uns war bewusst, dass der Wegfall von etwa der Hälfte der Parkplätze ein heftiger Einschnitt wäre", sagte Hoffmann. Sowohl Anwohner als auch Vertreter der HIW hätten sich dagegen ausgesprochen. Bemängelt wurde in der Stellungnahme der Straßenverkehrsbehörde und der Bezirksregierung auch die mögliche Beibehaltung der Radwege. „Der Ausweisung von benutzungspflichtigen Fuß- und Radwegen wird nicht zugestimmt", zitierte Hoffmann aus dem Schreiben der Behörden. Stattdessen spreche man sich für eine Schutzstreifenlösung aus, also einem auf der Fahrbahn aufgemalten Radfahrbereich, so wie es derzeit bereits am Alten Friedhof der Fall ist.

Erst wenn die Variante zum aktuellen Vorschlag, die diese beiden Punkte aufnehmen soll, vorliegt, werde es erneut eine Bürgerversammlung geben. „Wir finden es besser, eine Abwägungsmöglichkeit zu haben", sagte Hoffmann.

Vorerst keine neuen Zahlen vom Kreis

„Wir werden so nicht zustimmen", sagte Thomas Tappe (CDU). Es sei nicht der richtige Zeitpunkt, um eine endgültige Planung für Jahrzehnte festzulegen. Er könne die Bürgerinitiative verstehen, die dafür plädiert, die zukünftigen Verkehrsflüsse genau zu untersuchen. Allerdings wird es vorerst keine neuen Zahlen geben, obwohl der Kreis Gütersloh die in der vergangenen Woche erfassen wollte. „Aufgrund technischer Probleme können wir derzeit keine aktuellen Zahlen herausgeben", teilte Kreissprecherin Lena Bökenhans mit.

Zudem habe, so Thomas Tappe, die CDU-Fraktion Vorbehalte gegenüber Schutzstreifen, da man darin auf der Alleestraße eher eine erhöhte Gefährdung für Radfahrer sehe. Schließlich halte man den Aachener Stadtplaner Dr. Ralf Kaulen nicht für den richtigen Mann. Der Vorschlag, einen anderen Planer einzusetzen, fand jedoch im Ausschuss keine Mehrheit.

„Ist es sinnvoll, einen Planer drei Mal zu beauftragten?", fragte auch Klaus-Peter Kunze (FDP). Die bisherigen Planungsvarianten hätten ja keinen entscheidenden Anklang gefunden. Er plädierte zudem für ein Gesamtverkehrskonzept. „Wir müssen alle Verkehrsströme analysieren und dann bedarfsgerecht planen."

„Herr Kaulen hat in seiner Planung die kritischen Stimmen aus der Bürgerversammlung aufgenommen", ergriff Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann Partei für den Stadtplaner. Vor der Kommunalwahl werde es aber aus zeitlichen Gründen ohnehin keine Entscheidung geben. „Am Schluss kommt eine gute Lösung, davon bin ich hundertprozentig überzeugt", sagte die Bürgermeisterin.

Für Dieter Jung (Grüne) klingt der Vorschlag der Behörden vernünftig. Er könne die „Aufschieberitis" von CDU und FDP nicht nachvollziehen. „Wir wollen zu einer guten Lösung kommen. „Es ist nicht sinnvoll, abzuwarten. Wir werden in einem halben Jahr nicht schlauer sein", sagte auch Hoffmann. Wichtig sei, dass zwei Busse nebeneinander die Straße passieren können. „Die Anzahl von Pkw ist dann egal."

Helmut Rose, Sprecher der Bürgerinitiative Alleestraße, plädierte erneut dafür, abzuwarten und zunächst einen Generalverkehrsplan zu erstellen. „Bitte warten Sie einfach ab. Wir sind nicht Hamburg, München oder Berlin, sondern ein ländlicher Raum, der Erreichbarkeit benötigt", sagte Rose.

Gegen die Stimmen der CDU entschieden sich die Ausschussmitglieder am Ende dafür, dass Dr. Ralf Kaulen innerhalb der nächsten drei Monate erneut eine Planung aufstellt und diese dann in einer Bürgerversammlung diskutiert werde.

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