Wer soll das bezahlen? Dieser Haller Bahnübergang führt zu Streit

Der Bahnübergang am Schnatweg macht seit Jahren Probleme. Es muss etwas getan werden, aber keiner will die Kosten alleine tragen.

Uwe Pollmeier

Der Bahnübergang Schnatweg ist weiterhin erheblich beschädigt. - © Uwe Pollmeier
Der Bahnübergang Schnatweg ist weiterhin erheblich beschädigt. (© Uwe Pollmeier)

Halle. Seit Mitte November rollt der Verkehr auf der A 33, allerdings ist der Weg bis zur Autobahn weiterhin mit Unannehmlichkeiten verbunden. Wer nämlich über den Schnatweg kommend in Künsebeck auf die schnellste Verbindung zwischen Bielefeld und Osnabrück auffahren möchte, sollte zuvor den Deckel seines Coffee-to-go-Bechers richtig festzurren. Bei der Fahrt über den Bahnübergang des Haller Willems dürfte sonst schnell mal der Becher in der Halterung ins Hüpfen geraten.

Bereits im Sommer 2016 war der damals gerade erst zwei Jahre alte Bahnübergang derart baufällig, dass er erneuert werden musste. Die Bodenplatten hatten sich durch den darüber rollenden Verkehr gelockert, wodurch für die Anwohner eine erhebliche Lärmbelästigung entstanden war. Aber auch diese Instandsetzung hielt nur wenige Monate. Im Sommer 2018 stand fest, dass der Übergang wohl noch einmal erneuert werden muss. Die rund um den Bahnübergang auf Tempo 50 herabgesenkte Geschwindigkeit hatte den Verfall bestenfalls verzögert.

„Es ist Sache der Bahn, diesen Übergang wieder herzurichten"

„Es ist Sache der Bahn, diesen Übergang wieder herzurichten", erklärt Sven Johanning, Sprecher des Straßenbaulastträgers Straßen.NRW. Man wisse von dessen schlechtem Zustand und habe schon mehrfach den Kontakt zur Bahn gesucht. „Wir haben sie wiederholt angeschrieben und darum gebeten, den Übergang zu reparieren." Seitens der Bahn sei aber wohl, wie diese auch im Frühjahr auf HK-Anfrage bestätigte, kein dringender Handlungsbedarf erkennbar.

Vor gut zwei Wochen war dann bei einigen Autofahrern der Eindruck entstanden, dass man offenbar mit einer weiteren Temporeduzierung am Autobahnzubringer für Ruhe sorgen wollte. Statt Tempo-50- standen plötzlich Tempo-30-Schilder an den besagten Stellen. „Das hat nur indirekt etwas mit dem Bahnübergang zu tun", erklärt Johanning. Man habe während des großen Verkehrsaufkommens zum Lückenschluss am 18. November das Tempo zwischenzeitlich reduziert, um die Anwohner und den maroden Bahnübergang zu schonen. Und dann habe man, so Johanning, vergessen, die Schilder wieder zu entfernen. Mittlerweile ist dies jedoch geschehen.

„Wir wissen, dass hier etwas gemacht werden muss"

„Wir wissen, dass hier etwas gemacht werden muss", erklärt ein Bahnsprecher nun. Man sei zu Gesprächen bereit und habe diese auch schon geführt. Kernproblem sei aber die Unklarheit über die Kostenverteilung. „Entsprechend des Eisenbahnkreuzungsrechts werden die Kosten gedrittelt", erklärt der Sprecher überzeugt. Somit müssten sich neben der Bahn auch die Stadt sowie Straßen.NRW als Baulastträger an den Instandsetzungskosten zu gleichen Teilen beteiligen. „Wenn man keine halben Sachen machen will, muss man auch den Fahrbahnbelag davor und dahinter erneuern", sagt der Sprecher. Dafür sei dann eben Straßen.NRW zuständig. „Die müssen sich beteiligen", sagt der Bahnsprecher und erwähnt zugleich, dass wenig Bereitschaft zu erkennen sei.

„Die Lage dürfte sich entspannen und der Schwerlastverkehr wird mit dem Lückenschluss zurückgehen." Ein sinnvoller Zeitpunkt für eine zweite Instandsetzung sei gekommen.

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