Endlich baden unter freiem Himmel? Stadt Halle prüft drei Möglichkeiten

Verwaltung will drei Optionen prüfen. Baden unter freiem Himmel soll in Halle wieder möglich sein. Allerdings ziehen die Fische dabei den Kürzeren

Uwe Pollmeier

Sandforther See - © Uwe Pollmeier
Sandforther See (© Uwe Pollmeier)

Halle. Die Chance, dass in einigen Jahren die aufblasbaren Planschbecken auch im Sommer in den Haller Kellern bleiben können und sich niemand auf die Suche nach dem 76. Loch mit Nanometerbereich begeben muss, ist seit Mittwochabend durchaus gestiegen. Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses haben ebenso wie die Verwaltung signalisiert, dass sie an einer örtlichen Erfrischungsalternative zu Lindenbad, Eiscafé und Plastikpool interessiert sind. Dabei kristallisieren sich derzeit drei möglichen Szenarien heraus.

Badesee Sandforth

Riesenwels und Angelleidenschaft zum Trotz ist die Umwandlung des Sandforther Sees in ein Badeparadies kurz vor der Grenze zu Steinhagen wohl weiterhin der Favorit. Die Stadt hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Nach der Echolotmessung der Gewässertiefen hat sich das Herforder Büro Kortemeier und Brokmann die Gegend angeschaut. Klares Ergebnis: Der 3,3 Kilometer vom Stadtzentrum entfernte See könnte zum Badeparadies werden, allerdings nicht ohne erhebliche Eingriffe. Die obere Spitze des Sees müsste um rund 150 Meter nach Norden verlegt werden, so dass die Gesamtfläche des Gewässers um etwa ein Drittel anwächst.

So könnte er aussehen: Der Sandforther See, dessen Ufer aktuell entlang der geschlängelten Linie verläuft, müsste aufwendig vergrößert und umgestaltet werden.  - © Kortemeier Brokmann Landschaftsarchitekten
So könnte er aussehen: Der Sandforther See, dessen Ufer aktuell entlang der geschlängelten Linie verläuft, müsste aufwendig vergrößert und umgestaltet werden.  (© Kortemeier Brokmann Landschaftsarchitekten)

„Die steile Böschung ist nicht geeignet, allerdings ist die Tiefe von bis zu 18 Metern gut für die Wasserqualität", sagte Stephanie Opp vom Planungsbüro bei ihrer Präsentation vor den Ausschussmitgliedern. Eine Ausgrabung der angrenzenden Fläche sei unausweichlich, um dort einen bis zu drei Metern tiefen Flachwasserbereich zu schaffen, der sich schnell erwärmt. An die nördliche See- und Strandspitze, die möglicherweise durch Gastronomie bereichert wird, würden dann die Parkplätze und auch mögliche Campingplätze angrenzen.

In jedem Fall müsste jedoch der Künsebecker Bach verlegt werden und die vier heute existierenden Fischteiche müssten verschwinden. Zunächst aber müsse die Grundvoraussetzung geschaffen werden, nämlich das Einverständnis der Eigentümergemeinschaft. Dies will die Verwaltung nun zunächst klären.

Kläranlage Brandheide

Die Grünen haben den Antrag gestellt, auf dem Gelände der derzeit noch aktiven Kläranlage Brandheide eine naturnahe Bademöglichkeit einzurichten. Damit stießen Sie insbesondere bei der SPD und der CDU auf Skepsis, die den potenziellen Standort als unglücklich einstuften.

Dennoch erhielt die Idee, eine entsprechende Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, trotz der Gegenstimmen der CDU eine Mehrheit.

Am Lindenbad

Ebenfalls überprüft werden soll die Idee der CDU, direkt neben dem Lindenbad ein Freibad zu bauen und somit zu den Wurzeln zurückzukehren. „Wir würden eine passgenaue Struktur über Bord werfen", konterte SPD-Fraktionschef Wolfgang Bölling und verwies auf die gute Entwicklung des Lindenbades, die genau so eingetreten ist, wie sie prognostiziert worden war.

„Wir wollen eine Erfrischungsmöglichkeit mit kurzen Wegen", sagte Thomas Tappe (CDU). Daher fordere man ebenso eine Machbarkeitsstudie, so dass dann alle Optionen miteinander verglichen werden können.

Nun soll in weiteren Schritten der beste der drei Vorschläge ermittelt werden. Da die Kosten noch gar kein Thema sind, könnte es aber auch gut sein, dass am Ende alle Modelle durchfallen.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

2 Kommentar

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.