Bürgermeisterwahl: Dirk Speckmann bleibt in Borgholzhausen ohne Konkurrenz

Heiko Kaiser

Der Kampf ums Rathaus: Wird voraussichtlich kein Kampf werden. Nach den bisherigen Aussagen der politisch Verantwortlichen, wird Amtsinhaber Dirk Speckmann als einziger Kandidat in die Bürgermeisterwahl gehen. - © Heiko Kaiser
Der Kampf ums Rathaus: Wird voraussichtlich kein Kampf werden. Nach den bisherigen Aussagen der politisch Verantwortlichen, wird Amtsinhaber Dirk Speckmann als einziger Kandidat in die Bürgermeisterwahl gehen. (© Heiko Kaiser)

Borgholzhausen. Mit über 75 Prozent der Stimmen war Dirk Speckmann vor vier Jahren in das Amt des Bürgermeisters gewählt worden. Ein erdrutschartiger Sieg, der eines verdeutlicht: Es dürfte auch im September für einen Gegenkandidaten schwer werden – wenn es denn überhaupt einen geben sollte.

Jürgen Aufderheide (FDP) jedenfalls erklärt: „Ich werde nicht antreten und auch Hermann Ludewig nicht", und lacht. Der FDP-Ortsvorsitzende sieht die erneute Kandidatur als „logische Konsequenz" und fügt hinzu: „Bislang konnte er die Früchte seiner Arbeit noch nicht ernten." Er befürworte eine weitere Amtszeit, fände es für die Bevölkerung aber besser, wenn es einen Gegenkandidaten gäbe."

"Er soll es ein bisschen ruhiger angehen lassen"

Aus den Reihen der SPD, der Partei von Dirk Speckmann, ist der natürlich nicht zu erwarten. Im Gegenteil: „Wir haben aus der Partei heraus beschlossen, Dirk Speckmann wieder zu nominieren", erklärt Rolf Syassen (SPD). Auch wenn Speckmann auf seinen Plakaten ohne SPD-Logo antrete, werde man ihn natürlich im Wahlkampf unterstützen. Die Vorzüge Dirk Speckmanns, der Syassen einst als jüngster Ortsvereinsvorsitzender Deutschlands in diesem Amt ablöste, bringt der SPD-Fraktionschef so auf den Punkt: „Er holt Gewerbesteuern nach Borgholzhausen, hat einen guten Draht zu den Bürgern und er kommt aus Borgholzhausen." Was er dem Bürgermeister für eine zweite Amtszeit raten würde: „Es ein bisschen ruhiger angehen zu lassen."

„Werden Speckmann genau beobachten"

Letzterem kann sich auch der Grünen-Sprecher Markus Kämper anschließen. Wenngleich aus einem anderen Blickwinkel: „Wir sehen die sehr offensive Ausweitung von Wohngebieten sehr kritisch. Zwar erkennen wir an, dass es Bedarf an Wohnraum gibt. Aber es werden in erster Linie Mietwohnungen benötigt." Auch den dritten Bauabschnitt des IBV lehne man ab. Weil das noch nicht mit der Partei abgestimmt sei, wolle er keinen Kommentar zur Amtsführung von Dirk Speckmann geben. Aber so viel: „Ich finde es schade, dass es vermutlich nur einen Kandidaten geben wird. Dass wir Dirk Speckmann direkt unterstützen, kann ich mir nicht vorstellen. Das haben wir ja auch bei der letzen Wahl nicht getan", so Kämper.

Kritische Distanz ist auch den Worten des BU-Fraktionsvorsitzenden Dieter Rerucha zu entnehmen. Er habe mit der erneuten Kandidatur gerechnet. Man werde jedoch voraussichtlich keine Wahlempfehlung geben. „Der Bürger ist so souverän, dass er allein entscheiden kann", sagt Rerucha. Er stellt klar, dass die BU bei einigen Themen einen anderen Standpunkt einnehme als Speckmann. „Wir werden abwarten, wie er sich zum Gewerbegebiet Stadtgraben stellt. Außerdem sind wir entschieden gegen den dritten Bauabschnitt im IBV. Wir werden den Bürgermeister daher genau beobachten."

"Ist das eine gute Nachricht für die Menschen?"

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Arnold Weßling erklärte, er habe ein „gutes persönliches und auch fachliches Verhältnis" zu Speckmann. „Uns ist bewusst, dass er Sozialdemokrat ist, aber er ist immer bemüht, uns einzubeziehen." Diese Politik sowie die ausführliche Information seitens der Verwaltung sieht Weßling als bislang geübte Praxis und fordert gleichzeitig ihre Fortsetzung ein. Dass die CDU einen Gegenkandidaten aufstellen wird, scheint unwahrscheinlich. Ich sehe zurzeit keinen, der sich abzeichnet", so Arnold Weßling.

Kritik hagelt es hingegen erwartungsgemäß von der Bürgerinitiative Hamlingdorf, die sich gegen das Gewerbegebiet Stadtgraben wehrt. Deren Mitglied Volker Kruse erklärte in einer Stellungnahme: „Dirk Speckmann kandidiert wieder für das Bürgermeisteramt. Das war zu erwarten, aber ist es eine gute Nachricht für die Menschen in Borgholzhausen? Speckmanns Politik der forcierten Gewerbeexpansion, vornehmlich für externe Investoren, geht zu Lasten der Bauern, des Einzelhandels, der Wohnbevölkerung, der Touristen, und überhaupt aller Menschen in Borgholzhausen, die die Natur lieben und für ihre Erholung benötigen."

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