Abschied von Steinhagens Trainer Mario Lüke: Wie sieht seine Zukunft aus?

Mario Lüke scheidet nach nur eineinhalb Jahren als Trainer beim Fußball-Landesligisten Spvg. Steinhagen aus. Er spricht von einer intensiven Zeit und erinnert sich gerne an die Höhen und Tiefen zurück.

Dennis Bleck

Mario Lüke war eineinhalb Jahre Trainer beim Fußball-Landesligisten Spvg. Steinhagen - © Christian Helmig, HK
Mario Lüke war eineinhalb Jahre Trainer beim Fußball-Landesligisten Spvg. Steinhagen (© Christian Helmig, HK)

Steinhagen. Mario Lüke hatte zuletzt etwas mehr Freizeit. Sonntage, an denen der Fußballtrainer sonst am Seitenrand gestanden hatte, verbrachte er wegen der Corona-Pandemie jetzt ganz anders.

Lüke fuhr Fahrrad, er schnürte die Laufschuhe oder befeuerte den Grill. Er hatte Zeit für sich. Und mehr Zeit mit seiner Verlobten. In Gedanken war er trotzdem oft bei dem Job, den er im Februar 2019 antrat – und im Sommer diesen Jahres endgültig beenden wird.

Die Höhepunkte

Nachdem Tobias Brockschnieder im vergangenen Winter überraschend als Trainer der Spvg. Steinhagen zurückgetreten war, übernahm Lüke das Amt beim damaligen Bezirksliga-Zweiten. Vor allem das zweite Spiel unter seiner Verantwortung blieb Lüke, der inmitten der Corona-Pandemie seinen 33. Geburtstag feierte, in Erinnerung. Mit 5:1 schlugen die Steinhagener damals Tabellenführer Gütersloher TV und übernahmen die Spitze. Noch heute, mehr als ein Jahr später, gerät Lüke ins Schwärmen, wenn er über diesen Nachmittag im März berichtet: „Das Spiel zählt zu den Top fünf, die man in seiner Trainerlaufbahn nicht vergisst", sagt er.

Überhaupt denkt er gerne an seine Zeit als Trainer am Cronsbach zurück. Höhepunkte, so sagt er, gab es schließlich viele. „Klar überstrahlt der Landesliga-Aufstieg alles", räumt Lüke ein. Doch auch der Erfolg im Westfalenpokal gegen den Oberligisten Westfalia Rhynern oder der Sieg unter Flutlicht gegen einen mit Regionalliga-Spielern verstärkten SC Verl II haben sich ins Gedächtnis gebrannt.

Die schwerste Zeit

Leider war Mario Lükes Zeit in Steinhagen nicht immer nur erfolgreich. Als die Unterbrechung durch das Virus kam, lag der Landesligist auf einem Abstiegsplatz. Nur 18 Punkte hatte der Aufsteiger in 20 Spielen gesammelt – in der Hinrunde sogar sieben Ligaspiele am Stück verloren. „Da stand ich an einem Punkt, an dem ich mich fragte, welchen Hebel soll ich noch umlegen?", sagt Lüke. Er habe viele Einzelgespräche geführt und Positions- und Spielerwechsel getätigt. Erfolg brachte dies erst unmittelbar vor dem Corona-Stopp.

Das letzte Spiel vor der Zwangspause gewann die Spvg. Steinhagen mit 2:1 bei der Beckumer SV. Es ist dieser Sieg, der Lüke heute den Glauben schenkt, „dass wir den Klassenerhalt auch ohne den Saisonabbruch geschafft hätten".

Wohlfühloase Steinhagen

Obwohl Mario Lüke nur rund eineinhalb Jahre in Steinhagen Trainer war, spricht er von einer intensiven Zeit. Die Entscheidung, das Amt am Cronsbach zu übernehmen, hat er nie bereut. „Ich bin sehr dankbar für jeden Moment, den ich im Verein erlebt habe", sagt Lüke. Der Schloß Holter werde die regelmäßigen Fahrten nach Steinhagen vermissen.

Auch das Vereinsumfeld sei ihm ans Herz gewachsen. „Ich habe interessante Menschen kennengelernt", sagt Lüke. Am Vereinsvorsitzenden Andreas Wessels etwa habe er vom ersten Tag an dessen Aufrichtigkeit geschätzt. „In der schweren Phase hat er mir immer den Rücken gestärkt. Das rechne ich ihm hoch an", sagt Lüke. Betreuer Andreas Rietschel sei ein echtes „Vereinsurgestein" und Sebastian Herrmann „ein Spieler mit viel Charakter".

Welche Rolle die Spvg. in der nächsten Landesliga-Spielzeit einnehmen wird, kann Lüke nur schwer einschätzen. Die Kaderplanungen (das HK berichtete) hat der hauptberufliche Radiomoderator nämlich nur aus der Ferne verfolgt. „Natürlich hoffe ich aber, dass die Mannschaft eine gute Saison spielen kann", sagt Lüke. Wenngleich, das räumt er ein, die Landesliga knallhart sei. „Das haben wir in diesem Jahr auch das ein oder andere Mal schmerzhaft erfahren."

Wie geht es weiter?

Kurzfristig plant Lüke jetzt noch einen Saisonabschluss mit seinen Jungs. Mit Trainingsspiel, Bratwurst und Bier – sofern eine solche Veranstaltung dann wieder erlaubt ist. Privat bastelt der 33-Jährige außerdem weiter an seinem zweiten Standbein als freier Redner, Moderator und Personalcoach. Auch sein Fulltime-Job bei Radio Lippe, Lüke moderiert dort die Nachmittags-Show, spannt den Fußballtrainer voll ein. Weil zudem im August noch die Hochzeit mit seiner Verlobten ansteht, „wird mir schon nicht langweilig werden", sagt Lüke und lacht.

Mit einer Aussage, wie es sportlich mit ihm weitergeht, hält er sich indes noch zurück. Erst Ende der Woche, das steht laut Lüke fest, werde es diesbezüglich „etwas zu verkünden geben". Immerhin verrät Lüke, dass er in den Funktionärsbereich wechselt und vorerst nicht als Trainer arbeiten wird. Welches Amt er bei welchem Verein bekleidet, ließ er aber noch offen.

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