Werther50 Menschen auf Wertheraner Sportplatz: Amt greift ein

Nach einem massiven Verstoß gegen die Corona-Regeln vor gut einer Woche bleibt der Sportplatz Meyerfeld im Visier des Ordnungsamts.

Anja Hanneforth

Am Sportplatz Meyerfeld war viel los. Obwohl der Platz noch gescghlossen war. - © Ulrich Fälker
Am Sportplatz Meyerfeld war viel los. Obwohl der Platz noch gescghlossen war. © Ulrich Fälker

Werther. Ob es das schöne Wetter war, Langeweile, der Frust über das dauernde Eingesperrtsein oder einfach die Lust, mal unter Leute zu kommen: Fest steht, dass sich am Montag vergangener Woche ein Pulk von rund 50 Personen unerlaubterweise am Sportplatz Meyerfeld aufgehalten hat – obwohl die Anlage gesperrt war. Was die Stadt dagegen unternommen und welche Auswirkungen der Vorfall auf die Nutzung des Meyerfelds hat, erläuterte Ordnungsamtsleiter Jürgen Pilgrim jetzt im Fachausschuss.

Ralf Biermann, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, stellte die Anfrage nach dem erheblichen Verstoß gegen die Corona-Regeln. Jürgen Pilgrim bestätigte den Vorfall.

Bußgelder wurden zunächst keine erhoben

Der Sportplatz Meyerfeld, schilderte er, sei bis einschließlich Montag vergangener Woche gesperrt gewesen. Erst am Dienstag seien die Tore aufgrund der neuen Lockerungen geöffnet worden. Wer bis dahin auf die Anlage wollte, musste illegalerweise über den Zaun klettern.

Das sei offenkundig bereits am Wochenende zuvor passiert. Weshalb die Stadt gleich am Montag zwei Mitarbeiter vom Außendienst zum Meyerfeld geschickt habe, um die Sache in Augenschein zu nehmen. Diese hätten rund 50 Leute auf dem Platz angetroffen, darunter auch Kinder. Die Mitarbeiter hätten die Anlage umgehend geräumt und alle Beteiligten darauf hingewiesen, dass dies so nicht ginge. Bußgelder habe man erst einmal keine erhoben.

Seit diesem Tag würden Kollegen der Verwaltung jeden Tag am Meyerfeld vorbeifahren, mindestens einmal, meist mehrfach, auch am Wochenende. „Das hat geholfen", bilanziert Pilgrim. Zumal die Stadt Hinweisschilder an den Eingängen aufgehängt habe, um darauf hinzuweisen, was erlaubt ist und was nicht – und die Öffnung der Anlage lediglich versuchsweise vorgenommen wurde: „Sollte es weiterhin Verstöße geben, sind wir gezwungen, die Anlage wieder zu schließen." Auch den Vereinen seien die entsprechenden Regeln zugeschickt worden.

Nicht jeder, der unterwegs ist, verstößt gegen Regeln

Pilgrim hofft, dass sich die Lage mit zunehmenden Lockerungen entspannt. „Was allerdings ab nächster Woche gilt, müssen wir abwarten." Die Bevölkerung verfolge immer genau, was in den Runden zwischen der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten besprochen wird. „Heute morgen klingelte in der Sache hier schon das Telefon", so Pilgrim. Doch die Ministerpräsidenten nähmen die Informationen ja erst einmal mit in ihre jeweiligen Landeskabinette und erst dann würde entschieden. „Solange ich keine Verordnung auf dem Tisch habe, weiß ich auch nicht, wo gelockert wird und wo nicht."

Anstrengende Monate für Jürgen Pilgrim, denn er und seine Kollegen müssen die entsprechende Seite des Ministeriums stets punktgenau im Blick behalten. Und aufpassen: „Wird heute etwas veröffentlicht, gilt dies meist schon am nächsten Tag." Spätestens an diesem Wochenende, schätzt er, würden neue Lockerungen – wenn es sie gibt – für Montag angekündigt werden. „Glücklicherweise informieren uns der Krisenstab des Kreises und der Städte- und Gemeindebund rechtzeitig über Neuerungen."

Eines betont Jürgen Pilgrim bei allen Einschränkungen aber auch: Dass bei schönen Wetter mehr Leute unterwegs sind, müsse nicht gleich bedeuten, dass sie gegen irgendwelche Regeln verstoßen. „Und wenn an der Eisdiele eine lange Schlange steht, die Leute aber Masken tragen und Abstände halten, ist nichts dagegen zu sagen. Da muss man auch die Kirche im Dorf lassen."

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