Klarer Sieger beim Webauftritt der Bürgermeisterkandidaten

Heiko Kaiser

Welche Homepage der Bürgermeisterkandidaten hat die Nase vorn? - © Fotomontage: Sandra Neumann
Welche Homepage der Bürgermeisterkandidaten hat die Nase vorn? (© Fotomontage: Sandra Neumann)

Werther. Um es vorwegzunehmen: Das Urteil von Volker Abendroth ist ein persönliches. Mit dem Blick des Fachmanns hat er die Webauftritte der Kandidaten beurteilt. Wer sich selbst ein Bild machen will, sollte die Seiten der Bürgermeisteranwärter  besuchen.

Links zum Thema
Veith Lemmen (SPD):
www.veith-lemmen.de

Ralf Eckelmann (CDU): 

Johannes Decius (UWG): 

Thorsten Schmolke: (Grüne):

In seinem Ranking gibt es einen klaren Sieger. Und der heiß nicht überraschend: Veith Lemmen (SPD). „Er spricht mit seinem Auftritt besonders die junge Zielgruppe an", urteilt Abendroth. Dabei komme er sehr natürlich rüber. „Da ist wenig Distanz." Es sei offen für viele Themen und reagiere auch auf Facebook sofort. „Veith Lemmen ist einfach ein Profi. Routiniert, was den Web-Auftritt angeht", sagt der Werbefachmann. Auffällig ist, dass der Mann mit dem Hut sich zuletzt nur noch selten mit Kopfbedeckung ablichten lässt. Ein Zugeständnis an eine Wählerschicht, die Hutträgern eher befremdlich gegenübersteht? „Auf alle Fälle hat sich Veith  Lemmen klare Gedanken darüber gemacht, wie er wahrgenommen werden will", sagt Volker Abendroth.

„Das haut mich zwar nicht um, ist aber ein ordentlicher Auftritt"

Das gilt auch für Ralf Eckelmann (CDU), dem Abendroth den zweitbesten Internetauftritt bescheinigt. „Das haut mich zwar nicht um, ist aber ein ordentlicher Auftritt", so Abendroth. Ralph Eckelmann strahle Ruhe und Kompetenz aus. „Hochanständig" nennt der Werbefachmann die Anmutung des CDU-Kandidaten. Auch er suche den Kontakt zu den Menschen, greife beispielsweise auf Facebook bestimmte Themen auf. „Er könnte allerdings wesentlich dynamischer rüberkommen", findet Abendroth mit Blick auf die Fotos, die seiner Ansicht nach zu viel Zurückhaltung ausdrücken.

Wie Veith Lemmen verbreite Johannes Decius, der UWG-Kandidat, auf seiner Seite eine gewisse Frische. „Er kommt sehr positiv rüber", findet Volker Abendroth. Problematisch sei noch die Auffindbarkeit seines Webauftritts. „Dabei ist das entscheidend. Man muss alles tun, damit die Seite gefunden wird", so der Werbefachmann. Auch bei der Bildauswahl sieht der Experte Schwächen. Fotos und Grafiken, die wie Platzhalter wirken oder gequetschte Überschriften – das sei nicht optimal. Auch die mit einem Schleier belegten Fotos überzeugen ihn nicht. Konsequent spiele Johannes Decius hingegen sein Alleinstellungsmerkmal aus: der einzige gebürtige Wertheraner unter den Kandidaten zu sein. Volker Abendroth allerdings hat Zweifel, ob das ausreicht. „Dazu müsste er noch viel offensiver auftreten", findet er.

Wenig Zeit: Steffens ohne Webauftritt

Wenig angetan ist Abendroth von der Präsentation des Grünen-Kandidaten Thorsten Schmolke. „Selbst, wenn ich Grün wählen würde, würde mich dieser Webauftritt nicht überzeugen ", sagt er. Viel Fakten, wenig Gefühl – auf diesen Nenner lässt sich sein Urteil über die Präsentation bringen. Hier stehe zu sehr die Partei im Mittelpunkt und zu wenig der Mensch Thorsten Schmolke. Ein Porträtfoto, ein Bild von der Fassade des Hauses bei der Renovierung. Das genüge nicht den Ansprüchen eines modernen Web-Auftritts. Für Thorsten Schmolke bleibt im Ranking von Volker Abendroth daher nur Platz vier. Auch, weil er in den sozialen Netzwerken kaum Präsenz zeigt.

Noch weniger präsent ist allerdings der Kandidat von „Werther – Das geht anders!". Wer nach einer Website von Andreas Steffens sucht, der sucht vergeblich. Vermutlich ist dies der fehlenden Zeit geschuldet. Erst kurz vor Ende der Frist ist Steffens als Kandidat gemeldet worden.

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