VersmoldCorona-Auflagen: Bei diesem Stadtfest wird vieles anders sein

Ein klassisches Stadtfestival mit Kirmes und Kneipentour wird es dieses Jahr nicht geben. Dafür aber zwei Konzertabende rund ums Rathaus. Das Bühnenprogramm steht. Erstmals muss die IGEV Eintrittsgeld nehmen. Grund sind die Corona-Auflagen.

Tasja Klusmeyer

Heiko Witte (links) und Stephan Potthoff-Wenner (rechts) haben fürs Foto die Gitarren rausgeholt. Beim Konzert überlassen sie die Bühne lieber der Band „Heaven in Hell". Die beiden Sponsoren und Rockmusik-Fans freuen sich zusammen mit Sven Alteilges (hinten, von links), Peter Sochart, Rosi Dieckmann-Rose und Organisator Reiner Stodieck auf zwei Konzertabende. - © Tasja Klusmeyer
Heiko Witte (links) und Stephan Potthoff-Wenner (rechts) haben fürs Foto die Gitarren rausgeholt. Beim Konzert überlassen sie die Bühne lieber der Band „Heaven in Hell". Die beiden Sponsoren und Rockmusik-Fans freuen sich zusammen mit Sven Alteilges (hinten, von links), Peter Sochart, Rosi Dieckmann-Rose und Organisator Reiner Stodieck auf zwei Konzertabende. © Tasja Klusmeyer

Versmold. Die Vertreter der Interessengemeinschaft Einkaufsstadt Versmold sind bester Laune, als sie am Freitagnachmittag bei Sonnenschein zum Pressetermin am Rathaus stehen. Der Vorstand hat trotz der vielen Unsicherheiten stets daran festgehalten, etwas am vierten Augustwochenende auf die Beine stellen zu wollen. „Solche Veranstaltungen bringen Leben in die Stadt", sagt Rosi Dieckmann-Rose. Sie strahlt voller Vorfreude und Erleichterung, dass die Corona-Lage ein Konzertwochenende zulässt. Sie betont aber auch, dass die Organisation eines Events noch nie so aufwendig und anstrengend gewesen sei wie dieses Mal.

Noch stehen die genauen Bedingungen, zu denen Versmold vom 20. bis 22. August feiert, nicht fest. Die zurzeit gültige Schutzverordnung des Landes läuft bis zum 5. August. Erst um dieses Datum herum wird die IGEV wissen, welche Vorgaben gelten. Deshalb startet der Kartenvorverkauf auch erst Anfang August.

„Ohne die Sponsoren wäre es nicht möglich"

Da die Plätze vor den beiden Bühnen begrenzt sein werden und der Eintritt kontrolliert werden muss, braucht es Eintrittskarten. Diese kosten je nach Konzert zwischen drei und sechs Euro. Die Kaufmannschaft möchte damit verhindern, dass Karten wahllos reserviert werden und nachher zu Hause im Wohnzimmer ungenutzt liegen bleiben. In den Eintrittsgeldern sieht Organisator Reiner Stodieck zudem einen kleinen Obolus zum gestiegenen Aufwand. Sie lägen weit entfernt von regulären Preisen für Konzertkarten.

„Wir haben in der Geschichte des Stadtfestivals sicherlich eines des besten und vielfältigsten Musikprogramme", sagt Reiner Stodieck. Den Hauptact, Schlagersänger Ramon Roselly, hat die IGEV bereits präsentiert. Am Freitagabend steht der DSDS-Sieger auf der Nagel-Group-Bühne hinterm Rathaus. Die Volksbank Versmold, das Wellkistenwerk Gross und Getränke Hogreve machen den Auftritt möglich. Und der richtige Riecher von Reiner Stodieck trägt ebenso dazu bei, denn er schloss den Vertrag bereits, bevor Roselly zum Sieger der Casting-Show gekürt und anschließend zum Newcomer des Schlagergeschäfts wurde.

"Heaven in Hell" lässt die Gitarren fliegen

„Wir wussten, dass wir den Sieger von DSDS bekommen, aber wir wussten nicht, wer das sein wird", sagt Stodieck. Eigentlich war der Auftritt bereits 2020 geplant, nach der coronabedingten Absage des Stadtfestivals hatten die Verträge weiterhin Bestand. „Zu einem Bruchteil dessen, was er inzwischen an Gage bekommt." Zu den neuen Konditionen hätte man sich den Schlagersänger nicht leisten können, gesteht der Organisator.

Fünf weitere Konzerte stehen am 20. und 21. August an. Hat das Publikum von Ramon Roselly zu Ende geschunkelt, wird es lauter auf der Bühne hinterm Rathaus. Die Rockband „Heaven in Hell" lässt die Gitarren fliegen, wie es in der Pressemitteilung heißt. Heiko Witte und Stephan Potthoff-Wenner werden mitrocken. Die beiden Unternehmer, zugleich im Vorstand des Gewerbevereins IG-GV, sind echte Rockmusikfans und haben die Band bereits live erlebt. „Seine Jugend vergisst man nicht, da blüht man richtig auf", sagt Stephan Potthoff-Wenner. Unter die energiegeladenen Titel mischen sich Balladen. „Auf klasse Niveau", sagt der Unternehmer, der zusammen mit Heiko Witte das Konzert sponsert.

Abends noch ein Doppelkonzert

„Wir freuen uns, dass wir solche Partner an unserer Seite haben", sagt Rosi Dieckmann-Rose zur guten Zusammenarbeit zwischen IGEV und IG-GV sowie den Sponsoren allgemein. Viele halten der Kaufmannschaft seit Jahren die Treue. „Ohne sie wäre es nicht möglich", sagt Reiner Stodieck.

Die zweite Bühne steht auf dem Platz vor dem Rathaus und wurde „The Family Butchers Arena" getauft. Dort ist am Freitag Kalli Koppold zu sehen, den Stadtfestivalbesucher von seinem Auftritt am Schweinebrunnen kennen dürften. Die Stadtsparkasse und die Alfred Willich GmbH machen es diesmal möglich.

Der Samstag startet dann nachmittags gemütlich mit einem Kaffeetrinken auf dem Rathausplatz. Abends gibt es auf der Bühne dort ein Doppelkonzert von der mobilen Band „Die Speedos" und Versmolds Entertainer Günter Queisser – gesponsert von den Stadtwerken und der Buchhandlung Krüger.

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Auf der Nagel-Group-Bühne hört und sieht das Publikum am Samstagabend eine bekannte Band. Bereits 2019 war Decoy aus Köln zu Gast. Die Nagel-Car-Group und Edeka Farthmann finanzieren das Konzert. Am Sonntag gehört die Bühne verschiedenen heimischen Akteuren. Sie beschließen ein Wochenende, das anders sein wird als gewohnt – das aber nach langer Durststrecke sicherlich gute Laune in die Innenstadt bringen wird.

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