Abgelehnte Asylbewerber bereiten Versmold zunehmend Sorgen

Regelmäßig berichtet die Stadt über die aktuelle Flüchtlingssituation. Es gibt zwei Problempunkte.

Tasja Klusmeyer

Mitte November mussten Sicherheitsdienst und Polizei zur Unterkunft am Brüggenkamp ausrücken, um einen gewaltbereiten Bewohner zu beruhigen. Es war nicht der erste Einsatz dieser Art. - © Foto: Jan Herrmann
Mitte November mussten Sicherheitsdienst und Polizei zur Unterkunft am Brüggenkamp ausrücken, um einen gewaltbereiten Bewohner zu beruhigen. Es war nicht der erste Einsatz dieser Art. (© Foto: Jan Herrmann)

Versmold. Die Zahlen, die Bürgermeister Michael Meyer-Hermann dem Ausschuss für Integration, Generation, Inklusion und Soziales am Donnerstagabend vorlegte, sind nahezu unverändert gegenüber dem Bericht aus September. 122 Personen bekommen aktuell in Versmold Geld nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Die Belegungsquote in den städtischen Übergangsheimen liegt bei knapp 52 Prozent. Von den 339 Plätzen werden momentan 177 benötigt, fast die Hälfte davon (86) für abgelehnte Asylbewerber.

Genau diese Personengruppe bereitet der Stadt am meisten Sorgen und zuweilen auch Ärger. Erst vergangene Woche war es am Brüggenkamp erneut zu einer Auseinandersetzung unter Bewohnern und zu Bedrohung städtischer Mitarbeiter gekommen, in deren Verlauf ein Bewohner ein Messer zückte. Die Situation konnte, wie berichtet, mit Hilfe von Sicherheitsdienst und Polizei aufgelöst werden. „Dieser Fall zeigt, mit welchen Dingen sich unsere Mitarbeiter zu beschäftigen haben", sagt Bürgermeister Michael Meyer-Hermann.

Stadt hofft auf Ausgleich vom Land

Schon im September hatte der Verwaltungschef von verschiedenen Vorfällen berichtet, in denen seine Mitarbeiter beschimpft, bedroht oder angegangen worden sind. Vor allem bei einigen abgelehnten Asylbewerbern sei der Frust groß und Konfliktpotenzial vorhanden. Nach wie vor wacht im Bürgerbüro ein Sicherheitsdienst.

Um Streitigkeiten in den Unterkünften vorzubeugen, versucht die Stadt, die Unterbringungssituation so locker wie möglich zu gestalten, insbesondere in den größeren Einrichtungen. „Ganz vermeidbar", so Meyer-Hermann, seien Auseinandersetzung aber nie.

Finanziell bedeutet die Unterbringung von abgelehnten, nur geduldeten Menschen weiterhin eine hohe Belastung für die Stadt, da sie nach drei Monaten keinen Ausgleich mehr bekommt und die Kosten alleine tragen muss. Die Kommunen fordern deshalb schon länger Unterstützung von Land und Bund. Mehr als die Absichtsbekundung, dass sich 2020 etwas zugunsten der Kommunen ändern werde, gibt es bislang aber nicht. „In welcher Form und Höhe das geschieht, ist nicht klar", so Meyer-Hermann. Und fordert baldige Planungssicherheit.

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