RTL-Serie »Bauer sucht Frau« läuft jetzt ohne Martin aus Versmold

Liebe vom Land: Ab Montag sendet RTL die 15. Staffel von »Bauer sucht Frau« – ohne Versmolder Beteiligung. Martin Stratmann ist froh über seine nur kurze TV-Präsenz

Tasja Klusmeyer

Bauer Martin Stratmann aus Loxten - © Tasja Klusmeyer, HK
Bauer Martin Stratmann aus Loxten (© Tasja Klusmeyer, HK)

Versmold. Der Arbeitsalltag zwischen Kuhstall und Maschinenpark hat ihn längst wieder. Der Arbeitsalltag war es auch, der letztlich das Projekt »Bauer sucht Frau« zum Scheitern brachte. Im Sommer brannte eine Ballenpresse des Loxtener Landwirts auf einem Feld in Bad Rothenfelde komplett aus – mitten in der Hochsaison kam noch mal ein Berg an Arbeit hinzu. „Das wäre zeitlich nicht gegangen", erklärt der 29-Jährige, der deshalb seine Teilnahme absagte.

Dem Sender war das offenbar recht. Im Telefonat mit RTL habe er erfahren, dass sie den Landwirt aus Ostwestfalen ohnehin nicht weiter in der Staffel zeigen wollten. Beim Scheunenfest, bei dem die Kandidaten die Auserwählten kennen lernen, war Martin Stratmann nicht mehr dabei. Zu der direkt folgenden Hofwoche kam es nicht. „Für den Dreh hätte ich fast 14 Tage out of order sein müssen", sagt der Jungbauer. Angesichts des Großbrandes auf dem Feld und seinen Folgen wäre das für Martin Stratmann, so sagt er, nicht möglich gewesen.

So ist das eben in der Landwirtschaft. Nicht immer sei alles planbar, sagt der 29-Jährige. Und weiß, dass genau diese Tatsache schwierig für eine Beziehung sein kann. Das hat er bereits selbst erlebt. Auf einem Betrieb mit knapp 200 Tieren (Milchvieh und Rindermast) fällt viel Arbeit an. Zudem betreibt Martin Stratmann zusammen mit einem befreundeten Landwirt ein Lohnunternehmen.

Auf seinem Mist war die Partnersuche im TV übrigens nicht gewachsen. Es waren Bekannte, die den Loxtener für die neue Staffel bewarben. Im Frühjahr rief ihn überraschend die Redaktion an und fragte, ob er bei »Bauer sucht Frau« dabei sein wolle. „Warum nicht?", habe er gedacht und sagte zu. Wenige Tage später kam das erste Kamerateam auf den Hof an der Knetterhauser Straße. „Das war ganz lustig und locker", erzählt Martin Stramann von seinen ersten Erfahrungen vor der Kamera. Mitte Mai folgte die Zusage, dass er in der neuen Staffel dabei sein würde. Auch diesmal verging zwischen Anruf und Drehtermin nur kurze Zeit. Ein dreiköpfiges Team filmte jenen Trailer zum Auftakt der Staffel, der Pfingstmontag zur besten Sendezeit über den Bildschirm flimmerte.

„Die Kameras haben mich nicht gestört"

Als kerniger Typ vom Land, der seinen Beruf liebt und eine große Leidenschaft für Maschinen hat, sucht er darin die Frau fürs Leben. Seine zukünftige Freundin müsse ein „Tussi-Kumpel" sein, sagt er. Eine, die High Heels genauso gut wie Bauarbeiterschuhe tragen könne. Aber er lege auch Wert auf seine romantische Seite. Viel Drehbuch und Vorgaben, sagt Martin Stratmann, habe es nicht gegeben. „Die Kameras haben mich nicht gestört."

Er selbst hat sich zum Schauen der Sendung mit mehr als 30 Freunden getroffen. Mit dem Bild, das im TV von ihm vermittelt wurde, kann er sich identifizieren. „So wie ich dargestellt wurde, war das nicht schlecht." Seine Eltern, mit denen er den Hof betreibt, hätten nichts gegen die Teilnahme gehabt. Aus dem Freundeskreis habe er ebenso viel gute Resonanz bekommen.

„Es muss halt passen"

Rückmeldungen gab es auch aus der Frauenwelt – direkt nach der Ausstrahlung. Und es gab Post von RTL, wenngleich Moderatorin Inka Bause in diesem Fall die Liebesbriefe nicht persönlich überbrachte. Die Richtige war nicht dabei. „Es muss halt passen", sagt Martin Stratmann. Ein gewisses Interesse für die Landwirtschaft wäre schön. Mitarbeit sei keine Pflicht, aber „natürlich cool, wenn sie sich einbringt".

Ob er am Montag den Fernseher einschaltet? „Das weiß ich noch nicht", sagt Martin Stratmann. „Wenn ich es schaffe, vielleicht." Die Arbeit auf dem Hof hat eben Vorrang.

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