Steinhagen„Umwelt trifft Technik": Aktivisten bringen neues Online-Magazin heraus

Dass Klimaschutz in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, zeigt sich spätestens dann, wenn eine Christdemokratin und eine Grüne ein gemeinsames Umweltmagazin gründen. Ihr Motto: „Keine Zeit für Partei-Palaver“.

Frank Jasper

Ernst Niedermeyer - © Privat
Ernst Niedermeyer © Privat

Steinhagen. Mitten im Wahlkampf vergangenen Sommer lernten sich Dr. Birgit Lutzer von der CDU und Cora Brandt von den Grünen kennen. Die unterschiedliche Parteizugehörigkeit spielte keine Rolle mehr, als sich die beiden Frauen über Klimaschutz austauschten. „Wir waren uns schnell einig, dass es uns beim Umweltschutz unabhängig vom Parteibuch um die gemeinsame Sache geht", berichtet Dr. Birgit Lutzer. Aus der Begegnung entstand die Idee für ein Online-Umweltmagazin mit dazugehöriger Facebook-Seite, das in diesem Monat an den Start gegangen ist.

Birgit Lutzer - © HK
Birgit Lutzer (© HK)

Der Name des Magazins „Umwelt trifft Technik" ist Programm. Die ersten Artikel befassen sich mit dem Wasserkreislauf von Bäumen, zukunftsgerichteten Heizmöglichkeiten und der Sicherheit von Radwegen. Auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Flächenausgleichssystem nach Ökopunkten hat das Team bereits hochgeladen.

Die Autorinnen und Autoren haben auf die ein oder andere Weise mit Umwelt- und Klimathemen zu tun. Dr. Birgit Lutzer hat als Public-Relation-Fachfrau und Content-Managerin für Firmen aus Industrie und Maschinenbau Fachwissen gesammelt, und legt auch in ihrer politischen Arbeit bei der CDU einen Schwerpunkt auf Umweltthemen.

Cora Brandt ist Oberstudienrätin im Ruhestand und arbeitet als Heilpraktikerin. Sie hat ein Buch mit dem Titel „Wüsten, Krieg und Klimakrise – Zusammenhänge und Lösungswege" geschrieben. „Ich folge den Gedanken von Greta Thunberg und den Fridays-for-Future-Leuten: Unser Haus brennt – keine Zeit für Partei-Palaver", lässt sich Cora Brandt zitieren.

Cora Brandt - © Privat
Cora Brandt (© Privat)

Ernst Niedermeyer wechselte nach einer landwirtschaftlichen Lehre und einem FH-Studium als Agraringenieur in den Lehrerberuf. Mitte der 90er Jahre übernahm er als Nachfolger seines Vaters Wilhelm Niedermeyer den elterlichen Land- und Forstwirtschaftsbetrieb. Heute ist er Waldbauer und bewirtschaftet 25 Hektar Wald.

Das Team komplett macht Thomas Knapp, der seit seinem Studium Anfang der 90er Jahre für das Thema Erneuerbare Energien brennt. Heute beschäftigt sich der Diplomingenieur mit der Planung technischer Systeme, die Gebäude möglichst effizient und umweltfreundlich mit Wärme und Strom versorgen.

"Der Mammutbaum könnte so eine Alternative zur Kiefer sein"

An künftigen Themen wird es den Aktivisten vermutlich nicht mangeln. Ernst Niedermeyer berichtet von seinem Experiment, das er gerade erst mit dem Setzling eines Mammutbaums gemacht hat, den er vergangenes Jahr aus Kalifornien mitgebracht hat. „Ich habe festgestellt, dass der Mammutbaum deutlich schneller wächst, als die bei uns weit verbreitete Kiefer, die inzwischen unter dem zunehmend trockenen Klima leidet", berichtet Niedermeyer. „Wir müssen alternative Baumarten finden, die einen anderen Wasserhaushalt haben und mit langen Trockenphasen klarkommen. Der Mammutbaum könnte so eine Alternative sein."

Bei Berichten soll es künftig nicht bleiben. „Darüber hinaus werden wir Umwelt-Aktionen durchführen, sobald das wieder möglich ist", kündigt Dr. Birgit Lutzer an. Cora Brandt kann sich beispielsweise Baumpflanzaktionen vorstellen und will dabei auch Steinhagener Schulen mit ins Boot holen.

Thomas Knapp - © Privat
Thomas Knapp (© Privat)

Wie Dr. Birgt Lutzer erläutert, steht der Internet-Blog auch anderen interessierten Personen offen, die ehrenamtlich über Umwelt und Technik schreiben, fotografieren oder filmen möchten.


Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.