Sammel-Taxis: Steinhagener Unternehmen Weber kündigt AST-Vertrag

Politik: Inhaber Dirk Könemann betont, sein Unternehmen zu den gegenwärtigen Konditionen nicht mehr betreiben zu können. Nun muss neu verhandelt werden

Jonas Damme

In der Schwebe: Der Betreiber des Anruf-Sammel-Taxis fordert mehr Geld. Foto: Jonas Damme - © Jonas Damme
In der Schwebe: Der Betreiber des Anruf-Sammel-Taxis fordert mehr Geld. Foto: Jonas Damme (© Jonas Damme)

Steinhagen. Eigentlich sollen die Aufträge des Anruf-Sammel-Taxis deutlich ausgeweitet werden. Die CDU hatte beantragt, die hiesigen Sportvereine zu unterstützen, indem sich die jugendlichen Sportler mit Hilfe des Anruf-Sammel-Taxis zum Training chauffieren dürfen lassen.

In den vergangenen Wochen hatte das Ordnungsamt erhoben, ob es für diese Idee tatsächlich Bedarf gibt. Theoretisch könnten weit über hundert Jugendliche das Angebot nutzen. Vermutlich wird das aber nicht der Fall sein.

Damit all diese Pläne aber überhaupt umgesetzt werden können, muss natürlich das Taxi-Unternehmen mitspielen. Taxi Weber steht derzeit im Vertrag mit der Gemeinde. Tatsächlich hat Inhaber Dirk Könemann seinen Vertrag nun aber gekündigt. Trotzdem hegt er Hoffnung, dass es zu einem neuen Abschluss kommt. „Abgeben will ich das Geschäft natürlich nicht", sagt er im Gespräch mit dem HK. „Aber wenn ich nicht gekündigt hätte, müsste ich noch mal ein Jahr warten."

"Autos und Reparaturen werden nicht billiger"

Die Gründe für seine Forderung sind nachvollziehbar: Steigende Personalkosten machen ihm ebenso zu schaffen, wie die hohem Benzinpreise. „Und die Autos und Reparaturen werden auch nicht billiger", erklärt Könemann. Mit den gegenwärtigen Konditionen könne er sein Geschäft nicht mehr finanzieren.

1,05 Euro kann Taxi Weber derzeit pro Kilometer bei der Gemeinde abrechnen. Die Fahrgäste selbst zahlen zwei Euro pro Fahrt (Jugendliche, Rentner und Schwerbehinderte nur einen Euro).

Da Dirk Könemanns Unternehmen das einzige in Steinhagen ist, hat er eine gute Verhandlungsposition inne. Entschieden ist aber noch nichts. Bürgermeister Klaus Besser und die zuständige Ordnungsamtsleiterin Ellen Strothenke halten sich mit Einschätzungen zurück.

25.000 Euro zusätzliche Kosten

„Es laufen Vertragsverhandlungen, solange kann ich nichts dazu sagen", lässt sich Klaus Besser zitieren. Ellen Strothenke betont noch einmal, dass das AST natürlich erstmal weiterfährt.

Genutzt wird das Taxi offenbar rege. In 2018 wurden nach Zahlen der Gemeinde 6.981 Buchungen verzeichnet, die Kosten von 92.189 Euro verursacht haben. Somit wurden je Taxi-Buchung etwa 13 Euro aufgewendet. Die Verwaltung schätzt, dass mit dem Angebot für die Sportvereine jährlich etwa 1.900 Buchungen zusätzlich anfallen könnten, so würde sich der Aufwand um 25.000 Euro erhöhen.

Nun muss die Politik sich darüber einigen, wie es weiter gehen kann. Am Donnerstag, 26. September, soll im nicht-öffentlichen Teil des Ordnungs- und Umweltausschusses über die Kosten für das Sammeltaxi und die Möglichkeit, die heimischen Sportvereine mit dem neuen Programm zu unterstützen, diskutiert werden.

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