Trauer bei Gerry Weber: Gerhard Weber ist gestorben

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Gerhard Weber - © Wolfgang Rudolf
Gerhard Weber (© Wolfgang Rudolf)

Halle (HK/mw). Gerhard Weber ist in der Nacht vom 23. auf den 24. September in einer Klinik in Münster gestorben. Der Haller Unternehmer wurde 79 Jahre alt. Er machte seine Heimatstadt weit über die Grenzen hinaus bekannt - zum einen durch den Modekonzern Gerry Weber, zum anderen brachte er mit den Gerry Weber Open ein internationales Tennisturnier in die Region.

Mit großer Bestürzung trauert das Unternehmen Gerry Weber um eine der größten Unternehmerpersönlichkeiten Deutschlands, heißt es in einer Pressemitteilung. „Der Familie von Gerhard Weber sprechen wir im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unser tiefstes Mitgefühl und Beileid aus", so Alexander Gedat, Vorstandsvorsitzender: „Wir empfinden größte Dankbarkeit und Respekt einem vielgeachteten Unternehmer gegenüber und trauern um eine zutiefst beeindruckende Persönlichkeit."

"Wegbegleiter beschreiben Gerhard Weber als geniale Unternehmerpersönlichkeit, die mit unermüdlicher Energie und nie versiegendem Elan die Geschicke des Unternehmens vorantrieb", heißt es seitens des Unternehmens. Mit großer Leidenschaft für die Kollektion habe er diese maßgeblich mitgestaltet. Im November 2014 wechselte Gerhard Weber vom Vorstand in den Aufsichtsrat des Unternehmens.

Von Versmold aus zum Modeimperium

Mit 23 Jahren hatte Gerhard Weber ganz einfach begonnen: Er übernahm in Versmold ein Geschäft für Herren-Oberhemden. Daraus baute er ein internationales Modeimperium mit eigener Marke, das jedoch zuletzt Insolvenz anmelden musste und heute nicht mehr in der Hand der Familie liegt. Intern gab Vater Gerhard sich selbst eine große Mitschuld. Viel früher hätte auch er gegensteuern müssen, wie ihn Wegbegleiter damals zitierten.

Anfang der 90er Jahre dann wagte er sich an eine ungewöhnliche Herausforderung. Er baute ein Tennisstadion in Halle und richtete dort ab 1993 Deutschlands erstes Rasentennis-Turnier aus, die Gerry Weber Open. Das Turnier firmiert allerdings seit 2019 als Noventi Open. Sohn Ralf ist noch immer Turnierdirektor. Nicht nur dem Tennis war Weber verbunden, auch dem Fußball. Als Sponsor und Mäzen half er dem angeschlagenen damaligen Zweitligisten Arminia Bielefeld finanziell aus.

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